GurkenmosaikvirusQuelle: Wikimedia CommonsFlorida Division of Plant Industry , Florida Department of Agriculture and Consumer Services, Bugwood.orgPublic domain
Krankheit

Gurkenmosaikvirus

Cucumber mosaic virus
Kurzüberblick

Gurkenmosaikvirus – Kurzüberblick

Das Gurkenmosaikvirus (CMV) ist eine weit verbreitete Viruserkrankung mit außergewöhnlich großem Wirtspflanzenkreis. Besonders an Gurken, Zucchini, Kürbis, Tomaten und Paprika entstehen gelb-grüne Mosaikmuster, Blattverformungen, Kümmerwuchs und häufig missgebildete Früchte. Die Übertragung erfolgt vor allem durch Blattläuse, aber auch mechanisch und möglicherweise über Saatgut.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileBlätter, junge Triebe, Blüten und Früchte; bei starkem Befall auch die gesamte Pflanze mit Wuchsdepression oder Welke.
Begünstigende BedingungenViele lebende Wirtspflanzen und Unkräuter, Blattlauszuflug, dichter Pflanzenbestand, Mischinfektionen sowie warmer, heller Witterungsverlauf können Befall und sichtbare Symptome begünstigen. Die Symptomstärke ist temperatur- und sortenabhängig.
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Überblick

Das Gurkenmosaikvirus gehört zu den wichtigsten Viren im Gartenbau und kann zahlreiche Gemüse-, Zier- und Unkrautarten infizieren. An Gurken und anderen Kürbisgewächsen zeigen sich häufig gelb-grüne Mosaikzeichnungen, Wachstumsstockungen und Blatt- oder Fruchtverformungen. Das Erscheinungsbild hängt jedoch stark von Wirtspflanze, Sorte, Virusisolat, Infektionszeitpunkt, Temperatur und Licht ab. Eine sichere Bestimmung allein anhand des Schadbildes ist nicht möglich; ähnliche Symptome können durch andere Viren, Herbizidschäden oder abiotische Stressfaktoren entstehen. Bei wirtschaftlich wichtigen Kulturen sollte eine Laboruntersuchung, beispielsweise mittels ELISA oder PCR, veranlasst werden.

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Symptome und Erkennung

Typisch sind unregelmäßige hell- und dunkelgrüne Mosaikmuster, Aderaufhellungen, gelbliche Flecken, gekräuselte oder verformte Blätter und gehemmtes Wachstum. Junge Blätter können verkleinert, verdickt oder stark deformiert erscheinen.

Bei Gurken, Zucchini und Kürbis können Triebe oder die gesamte Pflanze welken. Früchte bleiben klein, sind unregelmäßig geformt oder zeigen Mosaik-, Ring- oder Streifenzeichnungen. An Tomaten und Paprika treten häufig Blattmosaik, Verkrüppelungen und Ertragseinbußen auf. Zierpflanzen können zusätzlich Blütenfarbbrechungen zeigen. Symptome können bei unterschiedlichen Temperaturen deutlich stärker oder schwächer sichtbar werden.

Die Diagnose darf nicht ausschließlich aus dem Mosaikbild abgeleitet werden, da mehrere Viren und nichtinfektiöse Ursachen ein ähnliches Aussehen verursachen.

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Ursachen und Ausbreitung

CMV wird überwiegend durch Blattläuse wie die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae), die Grüne Gurkenblattlaus (Aphis gossypii) und weitere Arten übertragen. Die Übertragung ist nicht-persistent: Ein kurzer Probestich an einer infizierten Pflanze kann ausreichen, und das Virus wird beim nächsten Saugvorgang an eine gesunde Pflanze weitergegeben. Deshalb kann eine Insektizidmaßnahme nach dem Zuflug die Erstinfektion häufig nicht zuverlässig verhindern.

Weitere Ausbreitungswege sind infizierte Jungpflanzen oder vegetatives Vermehrungsmaterial, Pflanzenkontakt mit virushaltigem Saft sowie verunreinigte Hände, Messer, Scheren, Stäbe und andere Arbeitsgeräte. Eine Saatgutübertragung ist je nach Wirt und Virusisolat möglich oder umstritten und sollte nicht pauschal für jede Kultur angenommen werden. Befallene Unkräuter und überwinternde Kulturpflanzen können als Virus- und Blattlausreservoir dienen.

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Lebenszyklus und Überdauerung

Das Virus vermehrt sich ausschließlich in lebenden Pflanzenzellen und breitet sich anschließend systemisch in der Pflanze aus. Nach der Infektion treten erste Symptome häufig innerhalb von etwa zwei Wochen auf, die Dauer variiert jedoch mit Wirt, Temperatur und Virusisolat. Blattläuse erwerben das Virus innerhalb kurzer Zeit beim Probestich an infizierten Pflanzen und können es anschließend für eine begrenzte Zeit weitergeben. In Deutschland sind daher Zuflug und Aktivität geflügelter Blattläuse im Frühjahr und Frühsommer wichtige Risikofaktoren. Auf abgestorbenem Pflanzengewebe überdauert CMV nach den verfügbaren gartenbaulichen Angaben nicht dauerhaft; lebende Wirtspflanzen und Unkräuter sind die wichtigeren Reservoirs.

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Behandlung und Bekämpfung

Eine mit CMV infizierte Pflanze kann nicht geheilt werden. Entfernen Sie eindeutig erkrankte Pflanzen möglichst früh und vorsichtig mitsamt Wurzelballen. Vermeiden Sie dabei starkes Schütteln und unnötigen Kontakt zu Nachbarpflanzen. Befallenes Material sollte nicht zur vegetativen Vermehrung oder zur Gewinnung von Stecklingen verwendet werden.

Bei unklaren Fällen zunächst eine Pflanzenprobe durch ein geeignetes Diagnoselabor untersuchen lassen, insbesondere wenn eine wertvolle Kultur, ein Gewächshausbestand oder eine mögliche Mischinfektion betroffen ist. Nach der Entfernung sind Werkzeuge und Arbeitsflächen zu reinigen und zu desinfizieren. Die weitere Kulturführung sollte auf Blattlausmonitoring, Unkrautregulierung und die Vermeidung von Saftverschleppung ausgerichtet werden.

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Schonende und biologische Bekämpfung

Im ökologischen und biologischen Gartenbau steht die Vorbeugung im Mittelpunkt. Entfernen Sie Virusquellen frühzeitig, halten Sie den Bestand und die Gewächshausumgebung möglichst unkrautfrei und setzen Sie bei geeigneten Kulturen Kulturschutznetze oder reflektierende Mulchmaterialien ein. Im Gewächshaus können Nützlinge wie Florfliegenlarven oder Marienkäferlarven zur Blattlausregulierung beitragen, wobei sie eine bereits erfolgte Virusübertragung nicht rückgängig machen.

Blattläuse können an robusten Pflanzen vorsichtig mit einem Wasserstrahl abgespült oder mechanisch entfernt werden; dabei darf der Saft nicht auf gesunde Pflanzen verschleppt werden. Nützlingseinsatz, Hygiene, regelmäßige Kontrollen und die Entfernung befallener Pflanzen sind wirksamer Bestandteil eines integrierten Ansatzes. Pflanzenstärkungsmittel ersetzen weder Diagnose noch Hygienemaßnahmen und heilen keine CMV-infizierte Pflanze.

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Vorbeugung

  • Virusfreie, geprüfte Jungpflanzen und möglichst zertifiziertes Saatgut verwenden; keine Pflanzen mit Mosaik, Verkrüppelungen oder ungeklärter Welke zukaufen.
  • Bestände regelmäßig auf Blattläuse und typische Symptome kontrollieren. Befallene Pflanzen vorsichtig entfernen, bevor weitere Pflegearbeiten stattfinden.
  • Unkräuter und freiwillig auflaufende Wirtspflanzen im und unmittelbar am Bestand entfernen, ohne dabei Blattläuse unnötig auf gesunde Pflanzen zu verteilen.
  • Scheren, Messer, Stäbe, Hände und andere Arbeitsmittel zwischen verdächtigen und gesunden Pflanzen reinigen und geeignete Desinfektionsmaßnahmen anwenden.
  • Im Gewächshaus Insektenschutznetze, Hygiene und ein konsequentes Monitoring kombinieren. Bei geeigneten Kulturen können reflektierende Mulchmaterialien den Blattlauszuflug verzögern.
  • Widerstandsfähige oder weniger anfällige Sorten wählen, sofern für die jeweilige Kultur verfügbar. Fruchtfolge reduziert nicht alle Risiken, weil CMV zahlreiche nicht verwandte Wirte befällt.
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Wissenswertes

  • CMV besitzt einen der größten bekannten Wirtspflanzenkreise unter Pflanzenviren; betroffen sein können Pflanzen aus zahlreichen, nicht näher verwandten Familien.
  • Der Name geht auf die frühe Beobachtung an Gurken zurück, obwohl das Virus keineswegs auf Gurkengewächse beschränkt ist.
  • Ein einzelner kurzer Probestich einer Blattlaus kann für die Virusübertragung ausreichen. Deshalb kann sich CMV trotz geringer sichtbarer Blattlauszahlen rasch verbreiten.
  • Temperatur und Licht beeinflussen die Sichtbarkeit: Unter bestimmten Bedingungen treten Mosaikmuster deutlicher hervor, während andere Symptome zeitweise abgeschwächt sein können.
  • Verwechslungen mit Zucchinigelbmosaikvirus, Wassermelonenmosaikvirus, Gurkengrünscheckungsmosaikvirus, Herbizidschäden oder Nährstoffproblemen sind möglich; eine Laborbestätigung ist für eine sichere Diagnose entscheidend.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Es gibt keine Pflanzenschutzmittel, die eine bereits mit CMV infizierte Pflanze heilen. Gegen Blattläuse dürfen in Deutschland ausschließlich Produkte eingesetzt werden, die für die konkrete Kultur und Anwendung aktuell zugelassen sind; stets das aktuelle amtliche Etikett, die Anwendungsbestimmungen, Wartezeiten und Auflagen beachten. Wegen der sehr schnellen, nicht-persistenten Virusübertragung verhindert eine Blattlausbekämpfung die Infektion nicht zuverlässig und sollte nur als Teil eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts erfolgen.