Zuckerrübeneule (Spodoptera exigua)Quelle: Wikimedia CommonsPaulo MartinsCC BY-SA 4.0
Schädling

Zuckerrübeneule (Spodoptera exigua)

Spodoptera exigua (Hübner)
Kurzüberblick

Zuckerrübeneule (Spodoptera exigua) – Kurzüberblick

Die Zuckerrübeneule, auch Heerwurm genannt, ist ein polyphager Nachtfalter aus der Familie der Eulenfalter. Ihre Raupen verursachen Fraßlöcher, Fensterfraß und bei starkem Auftreten weitgehenden Blattverlust an Gemüse-, Feld- und Zierpflanzen. In Deutschland gilt die Art vor allem als gelegentlich einfliegender Schädling; warme Sommer, Unkrautbestände und geschützte Anbausysteme können das Auftreten begünstigen.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileVor allem Blätter, Blattränder und junge Triebspitzen; bei starkem Befall auch ganze Pflanzenbestände durch Entlaubung.
Begünstigende BedingungenWarme Sommer, geschützte Gewächshaus- und Folienkulturen, dichter Unkrautbewuchs, kontinuierliches Pflanzenangebot sowie trockene bis mäßig trockene Witterung fördern Entwicklung und Ausbreitung.
Pflanzendoktor

Überblick

Spodoptera exigua wird im Deutschen vor allem Zuckerrübeneule oder Heerwurm genannt. Die kleinen, graubraun gemusterten Falter sind nachtaktiv; die Raupen variieren in der Färbung von grünlich bis dunkel und besitzen typischerweise eine dunkle Zeichnung oberhalb des zweiten Beinpaares.

Die Art ist nicht auf Zuckerrüben beschränkt. Sie befällt zahlreiche Gemüse-, Feld- und Zierpflanzen. Für Deutschland bewertet das Julius Kühn-Institut sie als vor allem gelegentlich einfliegenden Schädling und nicht als dauerhaft etablierten Freilandschädling.

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Symptome und Erkennung

Junge Raupen sitzen anfangs häufig gruppenweise und schaben die Blattoberfläche ab. Es entstehen helle Fenster, später unregelmäßige Löcher. Mit zunehmender Größe verteilen sich die Raupen und fressen größere Blattbereiche, Blattränder und gelegentlich Triebspitzen.

  • Fraßlöcher und durchscheinende Fenster im Blatt
  • grüne bis schwarze Kotkrümel auf Blättern oder in Blattachseln
  • zusammengefaltete oder versteckte Raupen an der Blattunterseite
  • starker Blattverlust bei Massenauftreten
  • an Jungpflanzen möglich: Wachstumsstockung und Triebspitzenschäden

Das Schadbild ist nicht eindeutig: Ähnliche Fraßstellen verursachen unter anderem andere Spodoptera-Arten, Kohl- und Gammaeulen sowie Erdraupen. Eine Bestimmung sollte deshalb die Raupe oder eine Eiablage einbeziehen.

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Ursachen und Ausbreitung

Der Schaden entsteht durch den Blattfraß der Larven. Die Weibchen legen ihre Eier in Gruppen auf Blätter; die Eipakete sind häufig mit hellen, schuppenartigen Haarrändern bedeckt. Nach dem Schlupf fressen die Jungraupen zunächst in der Nähe der Eiablage und wandern später auf benachbarte Pflanzen.

In Deutschland erfolgt der Befall häufig durch Zuwanderung erwachsener Falter aus wärmeren Regionen. Unkrautbestände wie Gänsefuß- und Amarant-Arten sowie Pflanzenreste können als Entwicklungs- oder Zwischenwirte dienen. Verschleppung mit befallenem Pflanzenmaterial und Gemüse ist möglich, aber für den Gartenbau meist weniger bedeutsam als der Zuflug.

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Lebenszyklus und Überdauerung

Die Zuckerrübeneule durchläuft Ei, mehrere Raupenstadien, Puppe und Falter. Unter warmen Bedingungen schlüpfen die Eier nach wenigen Tagen; die Larvenentwicklung kann etwa zwei bis drei Wochen dauern. Zur Verpuppung zieht sich die ausgewachsene Raupe meist in den Boden oder in geschützte Pflanzenteile zurück.

Weibchen beginnen gewöhnlich wenige Tage nach dem Schlupf mit der Eiablage und können über ihr Leben mehrere hundert Eier ablegen. Die Entwicklungsdauer hängt stark von Temperatur, Wirtspflanze und Nahrungsqualität ab. In Deutschland sind mehrere Generationen im Jahresverlauf möglich, eine sichere Überwinterung im Freiland ist jedoch regional und witterungsabhängig und nicht generell anzunehmen.

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Behandlung und Bekämpfung

Bei einzelnen Pflanzen ist Absammeln die sicherste Maßnahme. Stark befressene Blätter können entfernt werden, sofern die Pflanze dadurch nicht zusätzlich geschwächt wird. Entscheidend ist eine frühe Behandlung gegen junge Raupen, bevor sie sich verteilen und größere Schäden verursachen.

Im Erwerbsanbau sollte die Entscheidung auf Bestandskontrollen, Befallsverlauf und der Kulturverträglichkeit beruhen. Pheromonfallen können den Falterflug anzeigen, ersetzen aber nicht die Kontrolle von Eiern und Raupen. Bei Verdacht auf ein ungewöhnliches oder umfangreiches Auftreten in Deutschland empfiehlt sich die Rücksprache mit dem zuständigen Pflanzenschutzdienst des Bundeslandes.

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Schonende und biologische Bekämpfung

Im integrierten und ökologischen Anbau stehen Vorbeugung und frühe Erkennung im Vordergrund. Junge Raupen können durch zugelassene Präparate auf Basis von Bacillus thuringiensis bekämpft werden, sofern das jeweilige Produkt für Kultur und Schadorganismus zugelassen ist. Die Wirkung ist stadienabhängig und bei größeren Raupen meist geringer.

Natürliche Gegenspieler wie parasitoide Schlupfwespen, räuberische Wanzen und Vögel können die Population begrenzen. Breit wirkende, nicht erforderliche Behandlungen sollten vermieden werden, weil sie Nützlinge schädigen und bei Spodoptera-Arten Resistenzprobleme fördern können.

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Vorbeugung

  • Bestände ab Frühsommer regelmäßig kontrollieren, besonders Blattunterseiten, Blattachseln und junge Blätter.
  • Eiablagen und junge Raupen frühzeitig abstreifen oder mechanisch entfernen.
  • Unkräuter innerhalb und unmittelbar neben dem Bestand beseitigen, ohne blühende Randstrukturen pauschal zu zerstören.
  • Nach der Ernte Pflanzenreste zügig entfernen oder fachgerecht einarbeiten, damit keine Raupen und Puppen zurückbleiben.
  • Gemüsebestände mit feinmaschigem Kulturschutznetz gegen zufliegende Falter schützen; Blüh- und Nützlingsbereiche außerhalb der bedeckten Kultur erhalten.
  • Fruchtfolge und räumliche Trennung aufeinanderfolgender Wirtspflanzen nutzen, auch wenn dies bei der großen Wirtspflanzenbreite allein keinen vollständigen Schutz bietet.
  • Im Gewächshaus neu eingebrachte Pflanzen sorgfältig auf Eier und Raupen kontrollieren.
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Wissenswertes

  • Die Art ist stark polyphag und wurde an zahlreichen Gemüse-, Feld-, Zier- und Unkrautpflanzen dokumentiert.
  • Der deutsche Name Heerwurm beschreibt das gelegentlich massenhafte Auftreten wandernder Raupen, nicht eine besondere Verwandtschaft zu echten Würmern.
  • Die Wirtspflanze beeinflusst Entwicklungsgeschwindigkeit, Überleben und Eiablage deutlich; eine breite Wirtspflanzenliste bedeutet daher nicht, dass alle Pflanzen gleichermaßen attraktiv oder gefährdet sind.
  • In Deutschland ist der Nachweis im Freiland oft mit warmen Einflugjahren verbunden, während geschützte Kulturen günstigere Entwicklungsbedingungen bieten können.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Pflanzenschutzmittel nur verwenden, wenn sie in Deutschland aktuell für die betreffende Kultur und den betreffenden Schädling beziehungsweise die betreffende Anwendung zugelassen sind. Vor jeder Anwendung die aktuelle Zulassung, Kultur, Aufwandmenge, Wartezeit, Anwendungsbedingungen und Auflagen im amtlichen Pflanzenschutzmittelverzeichnis prüfen und das Etikett genau befolgen. Keine Wirkstoffgruppe wiederholt einsetzen; Resistenzmanagement und Nützlingsschutz beachten.

Wirtspflanzen

Betroffene Pflanzen

8 verknüpfte Profile

Die folgenden Pflanzen sind anhand strukturierter Wirtsdaten mit diesem Problem verknüpft. Die Liste wird bei neuen Pflanzenprofilen automatisch aktualisiert.