Schwarze Pflaumensägewespe
Schädling

Schwarze Pflaumensägewespe

Hoplocampa minuta
Kurzüberblick

Schwarze Pflaumensägewespe – Kurzüberblick

Die Schwarze Pflaumensägewespe (Hoplocampa minuta) ist ein kleiner Blattwespen-Schädling an Pflaumen und anderen dokumentierten Prunus-Arten. Die Weibchen legen ihre Eier während der Blüte in den Kelchbereich. Die Larven bohren sich kurz nach dem Blütenblattfall in junge Früchte, fressen den noch weichen Samen und wechseln häufig in weitere Fruchtansätze. Befallene Früchte fallen vorzeitig ab.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileBlütenkelch, junge Fruchtansätze, Fruchtfleisch und weiches Kerngewebe; anschließend Fallobst und oberflächennahe Bodenschicht.
Begünstigende BedingungenWarme, zeitlich zur Pflaumenblüte passende Frühjahrswitterung, reichlicher Blüten- und Fruchtansatz sowie ungeräumtes Fallobst und ungestörter Boden unter befallenen Bäumen begünstigen die Entwicklung.
Pflanzendoktor

Überblick

Hoplocampa minuta wird in Deutschland als Schwarze Pflaumensägewespe bezeichnet. Der etwa 3–5 mm große, dunkel gefärbte adulte Hautflügler erscheint im Frühjahr kurz vor beziehungsweise während der Pflaumenblüte. Der wirtschaftlich relevante Schaden entsteht nicht durch den erwachsenen Falter – es handelt sich nicht um einen Schmetterling –, sondern durch die Larven in den jungen Früchten.

Die Art ist von der Gelben Pflaumensägewespe (Hoplocampa flava) im Feld nicht immer sicher zu unterscheiden. Eine belastbare Bestimmung kann eine mikroskopische Untersuchung erfordern.

Pflanzendoktor

Symptome und Erkennung

  • Kleine, meist rundliche Einbohröffnung am jungen Fruchtansatz, häufig im Bereich der Kelchgrube.
  • Fraßgänge im Fruchtfleisch und bis zum noch weichen Samen beziehungsweise Kern.
  • Dunkle, sägemehlartige Larvenausscheidungen und bei zerdrückten Larven oft ein charakteristischer, wanzenähnlicher Geruch.
  • Befallene Pflaumen- oder Zwetschgenfrüchte bleiben klein, verfärben sich und fallen meist kurz nach dem Blütenblattfall vorzeitig ab.
  • Eine Larve kann nacheinander mehrere, oft etwa zwei bis fünf, junge Früchte schädigen.

Verwechslungsgefahr besteht insbesondere mit dem Pflaumenwickler. Die runden Einstich- beziehungsweise Ausbohröffnungen und der sehr frühe Fruchtfall sprechen eher für Pflaumensägewespen.

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Ursachen und Ausbreitung

Die Weibchen legen ihre Eier während der Blüte einzeln oder in geringer Zahl in den Kelchbereich der Blüten. Nach einer etwa 10–14-tägigen Embryonalentwicklung schlüpfen die Larven ungefähr zum Ende des Blütenblattfalls und dringen in die jungen Früchte ein.

Nach dem Verzehr des Samenanlagengewebes wechseln die Larven in benachbarte Fruchtansätze. Voll entwickelte Larven verlassen die Früchte, gelangen in den Boden und bilden dort einen Kokon. Der Befall wird daher durch die Nähe befallener Fallfrüchte und durch günstige Überwinterungsbedingungen im Boden unterstützt. In Deutschland ist gewöhnlich eine Generation pro Jahr zu erwarten; bei verzögerter Entwicklung kann die Ruhephase länger dauern.

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Lebenszyklus und Überdauerung

  1. Frühjahr: Adulte Sägewespen erscheinen in Deutschland je nach Witterung meist im April bis Mai, zeitgleich mit der Blüte von Pflaumen und Zwetschgen.
  2. Eiablage: Das Weibchen schneidet mit dem Legeapparat eine kleine Tasche in den Kelchbereich und legt dort das Ei ab.
  3. Larve: Nach dem Blütenblattfall dringt die weißlich bis gelbgrüne Larve in junge Früchte ein und frisst Samenanlage, Kerngewebe und angrenzendes Fruchtfleisch.
  4. Verpuppung und Überwinterung: Nach etwa 25–38 Tagen verlässt die ausgewachsene Larve die Frucht und bildet in ungefähr 5–10 cm Bodentiefe einen festen Kokon. Die Verpuppung erfolgt im folgenden Frühjahr.
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Behandlung und Bekämpfung

Im Haus- und Kleingarten ist zunächst zu prüfen, ob der Befall tatsächlich wirtschaftlich relevant ist. Ein leichter Fruchtfall kann bei sehr starkem Fruchtansatz eine natürliche Ausdünnung darstellen. Bei starkem Befall werden befallene Jungfrüchte nach der Blüte wiederholt abgesammelt und entfernt.

Für Erwerbsanlagen ist eine gezielte Überwachung der Blüte und des Fruchtfalls sinnvoll. Da die Larven nach dem Eindringen in die Frucht nur schwer erreichbar sind, liegt das wirksame Bekämpfungsfenster – falls eine Maßnahme erforderlich und zugelassen ist – vor allem im Zeitraum von Blüte bis Blütenblattfall. Entscheidungen sollten anhand von Warndienstinformationen, Betriebsmonitoring und der tatsächlichen Befallsstärke getroffen werden.

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Schonende und biologische Bekämpfung

  • Befallene und abgefallene Jungfrüchte mehrmals wöchentlich aufsammeln und aus dem Anlagenbereich entfernen.
  • Während und nach der Blüte Äste vorsichtig kontrollieren und den Fruchtfall dokumentieren.
  • Den Boden unter dem Baum sauber und übersichtlich halten, damit Fallfrüchte mit möglichen Larven nicht übersehen werden.
  • Natürliche Gegenspieler durch Blühpflanzen, Heckenstrukturen und einen möglichst vielfältigen Garten fördern. Für eine spezifische biologische Präparation gegen Hoplocampa minuta im deutschen Hausgarten ist keine pauschale, verlässlich wirksame Standardempfehlung abzuleiten.
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Vorbeugung

  • Während der Blüte und bis etwa zwei Wochen danach die Fruchtansätze regelmäßig kontrollieren.
  • Abgefallene, verdächtige Jungfrüchte zeitnah vollständig aufsammeln und nicht unter dem Baum liegen lassen.
  • Fallobst nicht kompostieren, wenn Larven oder deutliche Fraßgänge vorhanden sind; über den örtlich zulässigen Bioabfall oder Restabfall entsorgen.
  • Bei wiederkehrendem Befall den Boden unter der Krone möglichst kurz halten und die Kulturführung so organisieren, dass Fallfrüchte gut auffindbar sind.
  • Weiße Blüten und eine hohe Blühstärke können bei verschiedenen Sägewespen das Befallsrisiko erhöhen; bei Neupflanzungen robuste, standortgerechte Sorten und eine gute Bestandsbeobachtung bevorzugen.
  • Blühende Begleitpflanzen und strukturreiche Gartenbereiche erhalten, um natürliche Gegenspieler zu fördern; während der Obstblüte keine unnötigen breit wirkenden Insektizide einsetzen.
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Wissenswertes

  • Hoplocampa minuta ist eine echte Blattwespe und keine Fliege oder Schmetterlingsraupe.
  • Die erwachsenen Tiere ernähren sich unter anderem von Nektar und Pollen, während die Larven in jungen Früchten leben.
  • Eine einzelne Larve kann mehrere Fruchtansätze nacheinander zerstören.
  • In Deutschland kommt die Art zusammen mit der Gelben Pflaumensägewespe vor; beide Arten verursachen ähnliche Schäden und können im Feld verwechselt werden.
  • Die Larven überwintern typischerweise in Kokons im Boden und nicht als ausgewachsene Wespen in der Frucht.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Pflanzenschutzmittel nur einsetzen, wenn eine Bekämpfung fachlich erforderlich ist und das konkrete Produkt in Deutschland aktuell für die betreffende Kultur und den betreffenden Schaderreger beziehungsweise die entsprechende Indikation zugelassen ist. Vor jeder Anwendung die aktuelle Zulassung und Gebrauchsanleitung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie das Produktetikett prüfen; Aufwandmenge, Anwendungszeitpunkt, Abstände, Bienenschutz- und Anwenderschutzauflagen strikt einhalten. Keine Anwendung während des Bienenflugs oder in blühenden Beständen entgegen der Kennzeichnung.