MaiszünslerQuelle: Wikimedia CommonsKeith WellerPublic domain
Schädling

Maiszünsler

Ostrinia nubilalis
Kurzüberblick

Maiszünsler – Kurzüberblick

Der Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) ist ein bedeutender Schmetterlingsschädling an Mais und kann regional auch Gemüse- und andere Wirtspflanzen befallen. Die Raupen verursachen zunächst Schab- und Lochfraß, später Bohrgänge in Stängeln, Kolbenspindeln und Körnern. Befall führt zu Wachstumshemmung, Stängel- und Kolbenbruch sowie erhöhter Gefahr durch Fäulnispilze und Mykotoxine.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileVor allem Blätter, Stängel, Fahnenschaft, Kolbenspindel, Lieschblätter und Körner; bei weiteren Wirten zusätzlich Triebe, Blattstiele, Früchte oder Hülsen.
Begünstigende BedingungenWarme Vegetationsperioden, unzerkleinerte Maisstoppeln, wiederholter Maisanbau, dichter Befallsherd sowie regional das Auftreten einer zweiten Generation.
Pflanzendoktor

Überblick

Der Maiszünsler ist in Deutschland vor allem im Maisanbau von Bedeutung. Die Falter legen ihre Eigelege bevorzugt an den Blattunterseiten im mittleren bis oberen Pflanzenbereich ab. Die jungen Raupen fressen zunächst an den Blättern und wandern anschließend in den Haupttrieb.

Im Stängel entstehen längliche Fraßgänge, die den Wasser- und Nährstofftransport sowie die Standfestigkeit beeinträchtigen. Bei stärkerem Befall können Fahnenschaft oder Stängel unterhalb des Kolbens abbrechen. Fraßstellen erleichtern außerdem das Eindringen von Stängel- und Kolbenfäulepilzen.

Das tatsächliche Schadpotenzial hängt von Region, Witterung, Befallsdruck, Sorte und Generationenzahl ab. Eine sichere Diagnose erfordert die Kombination aus Schadbild, Bohrmehl beziehungsweise Kotkrümeln, Larven- oder Eigelegefund und regionalem Warndienst.

Pflanzendoktor

Symptome und Erkennung

  • Anfangs quer zur Blattader verlaufende Reihen kleiner Fraßlöcher, besonders an mittleren und oberen Maisblättern.
  • Bohrlöcher im Stängel mit ausgestoßenem Bohrmehl und Kotkrümeln.
  • Fraßgänge im Stängelinneren, im Fahnenschaft, am Stängelgrund oder in der Kolbenspindel.
  • Abknicken des Fahnenschafts oder Stängelbruch unterhalb des Kolbens.
  • Schlecht entwickelte Kolben, beschädigte Körner und erhöhte Fäulnisgefahr.
  • An Paprika, Bohnen oder Kartoffeln sind Stängel-, Frucht-, Hülsen- oder Blattstielbohrungen möglich; solche Funde sind jedoch regional und nicht mit einem typischen Maisbefall gleichzusetzen.
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Ursachen und Ausbreitung

Verursacher sind die Raupen von Ostrinia nubilalis. Die erwachsenen Falter fliegen überwiegend nachts und legen mehrere Eigelege mit dachziegelartig angeordneten Eiern ab. Nach dem Schlupf verteilen sich die Jungraupen nur kurz auf der Pflanze, bevor sie geschützte Bohrstellen aufsuchen.

Die wichtigste Ausbreitungsquelle im Bestand sind befallene Maisstoppeln und Pflanzenreste, in denen die ausgewachsenen Raupen überwintern. Nicht oder grob zerkleinerte Ernterückstände erhöhen daher den Befallsdruck im Folgejahr. Warme, trockene Regionen begünstigen die Entwicklung; bei günstiger Witterung kann eine zweite Generation auftreten.

Der Schädling besitzt ein breites, regional unterschiedlich ausgeprägtes Wirtsspektrum. Neben Mais sind unter anderem Bohnen, Paprika, Kartoffeln und in bestimmten Populationen weitere krautige Kultur- oder Wildpflanzen dokumentiert.

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Lebenszyklus und Überdauerung

Die Überwinterung erfolgt überwiegend als fast ausgewachsene Raupe in Stängelresten und anderen Pflanzenrückständen. Im Frühjahr oder Frühsommer verpuppt sie sich im Pflanzengewebe. Der Falterflug beginnt in Deutschland meist ab Juni, regional früher oder später.

Die Weibchen legen ihre Eigelege an Blattunterseiten ab. Nach etwa 10 bis 14 Tagen schlüpfen die Raupen, fressen zunächst an der Blattoberfläche und bohren sich anschließend in den Stängel ein. Dort durchlaufen sie mehrere Larvenstadien.

In den meisten deutschen Anbaugebieten entwickelt sich eine Generation pro Jahr. In Süddeutschland und anderen wärmebegünstigten Regionen kann eine zweite Generation vorkommen; deren Larven können im Spätsommer auch Kolben und Körner stärker schädigen.

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Behandlung und Bekämpfung

Im integrierten Pflanzenschutz steht die Terminierung nach Flugüberwachung und Larvenschlupf im Mittelpunkt. Der günstigste Zeitpunkt liegt vor dem Einbohren der Jungraupen in den Stängel. Im Hausgarten sollten einzelne Eigelege, Jungraupen sowie sichtbar befallene Stängel und Kolben entfernt werden.

Bei größeren Maisbeständen kommen je nach Kultur, Befallsstärke und regionaler Empfehlung biologische Verfahren mit Trichogramma-Schlupfwespen oder zugelassene Pflanzenschutzmittel infrage. Trichogramma wirkt gegen die Eier und muss deshalb passend zum Falterflug und zur Eiablage ausgebracht werden.

Nach einem Befall sind eine sorgfältige Erntekontrolle und die konsequente Bearbeitung der Stoppeln besonders wichtig. Stark durchbohrte Kolben sollten auf Fäulnis und Qualitätsschäden geprüft werden.

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Schonende und biologische Bekämpfung

  • Trichogramma brassicae oder andere geeignete Trichogramma-Arten können gegen die Eigelege eingesetzt werden. Die Ausbringung erfolgt timinggenau nach regionaler Prognose, häufig über Trichogramma-Karten oder andere Trägersysteme.
  • Präparate auf Basis von Bacillus thuringiensis können gegen junge, noch oberflächlich fressende Raupen wirksam sein, bevor diese in den Stängel eindringen. Die Wirksamkeit ist stark vom richtigen Termin und der vollständigen Benetzung abhängig.
  • Nützlinge wie Florfliegen, Raubwanzen, Marienkäfer und parasitische Wespen durch blütenreiche Randstrukturen und einen möglichst schonenden Pflanzenschutz fördern.
  • Stoppeln unmittelbar nach der Ernte zerkleinern und einarbeiten, um überwinternde Raupen mechanisch zu schädigen und die Rotte zu beschleunigen.
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Vorbeugung

  • Maisstoppeln und Ernterückstände nach der Ernte tief und möglichst vollständig zerkleinern, sodass überlebende Raupen und Puppen zerstört oder dem Abbau ausgesetzt werden.
  • Eine vielfältige Fruchtfolge und das Vermeiden von Mais nach Mais können den Befallsdruck reduzieren, ersetzen bei starkem regionalem Druck jedoch keine Bestandeskontrolle.
  • Befallene Stängel und Kolbenreste im Hausgarten nicht auf dem Kompost belassen, wenn keine sichere Rotte erreicht wird; besser klein schneiden und fachgerecht entsorgen.
  • Ab Juni regelmäßig Blattunterseiten, Blatttrichter und Stängel auf Eigelege, Jungraupen und frische Bohrspuren kontrollieren.
  • Regionale Hinweise des amtlichen Pflanzenschutzdienstes, Fallenfänge und den Larvenschlupf beachten. Maßnahmen müssen vor dem Einbohren der Larven erfolgen.
  • Robuste, standfeste Sorten und eine ausgewogene Bestandesführung können Folgeschäden durch Stängelbruch begrenzen.
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Wissenswertes

  • Der Maiszünsler ist kein Käfer, sondern ein Kleinschmetterling aus der Familie der Crambidae.
  • Die auffälligen Schäden werden fast ausschließlich durch die Raupen verursacht; die Falter nehmen an den Pflanzen keinen vergleichbaren Fraß vor.
  • Die Raupen sind zunächst hell, später gelblich bis rötlichbraun und erreichen etwa 2 bis 3 cm Länge.
  • In warmen Regionen kann die zweite Generation besonders problematisch sein, weil sie Kolben und Körner direkt befällt und dadurch das Risiko für Pilzbefall und Mykotoxine erhöht.
  • Der regionale Befallsverlauf ist nicht einheitlich: Generationenzahl, Flugbeginn und Bekämpfungstermin unterscheiden sich innerhalb Deutschlands deutlich.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Verwenden Sie in Deutschland ausschließlich Pflanzenschutzmittel, die für die jeweilige Kultur und die Anwendung gegen den Maiszünsler aktuell zugelassen sind. Zulassungen, Auflagen, Wartezeiten, Anwendungsbedingungen und Zulassungsfristen können sich ändern; prüfen Sie daher vor jeder Anwendung die amtliche Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie den aktuellen regionalen Warndienst. Befolgen Sie vollständig das geltende Etikett und vermeiden Sie routinemäßige Spritzungen ohne Befalls- und Terminprognose.