Gefleckte WeinbergschneckeQuelle: Wikimedia CommonsMüller, 1774CC0
Schädling

Gefleckte Weinbergschnecke

Cornu aspersum (O. F. Müller, 1774)
Kurzüberblick

Gefleckte Weinbergschnecke – Kurzüberblick

Die Gefleckte Weinbergschnecke (Cornu aspersum) ist eine Gehäuseschnecke, die sich in Deutschland vor allem in wärmeren, siedlungsnahen Regionen sowie in Gewächshaus- und Containerbeständen finden kann. Sie frisst überwiegend welke Pflanzenreste, kann bei hoher Feuchtigkeit und großer Populationsdichte aber auch junge Blätter, Blüten, Früchte und weiche Triebe von Gemüse-, Obst- und Zierpflanzen schädigen.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileVor allem junge Blätter, Keimlinge, bodennahe Triebe, Blüten und weiche Früchte; gelegentlich zarte Zweige und Rinde.
Begünstigende BedingungenFeuchte Böden, nächtliche Nässe, dichter Bewuchs, Mulch- und Pflanzenreste, schattige Verstecke sowie milde Witterung fördern Aktivität und Fraß.
Pflanzendoktor

Überblick

Die Gefleckte Weinbergschnecke, Cornu aspersum, wird auch als Garten- oder Braune Gartenschnecke bezeichnet. Sie stammt aus dem mediterran-westeuropäischen Raum und ist in Deutschland vor allem in wärmebegünstigten Siedlungsbereichen, im Rheintal sowie in verschleppten Populationen an Pflanzen und Pflanzgefäßen zu finden.

Die Art ernährt sich häufig von abgestorbenem Pflanzenmaterial und ist daher nicht grundsätzlich als schädlich einzustufen. In feuchten Gärten, Baumschulen, Gewächshäusern und Containerkulturen kann sie jedoch an zarten Blättern, Keimlingen, Blüten und Früchten fressen. Für eine sichere Bestimmung sollte sie von der heimischen Weinbergschnecke (Helix pomatia) unterschieden werden: Cornu aspersum besitzt meist ein kontrastreich gebändertes, rau und netzartig skulpturiertes Gehäuse.

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Symptome und Erkennung

Typisch sind unregelmäßige, ausgefranste Fraßlöcher in Blättern sowie vollständig abgefressene junge Blätter oder Keimlinge. Gelegentlich werden Blütenblätter, weiche Früchte, zarte Triebe und bei bodennahen Pflanzen auch junge Rindenteile benagt.

  • silbrig glänzende Schleimspuren an Blättern, Töpfen oder Boden;
  • Fraß vor allem über Nacht oder nach Regen;
  • versteckte Tiere unter Töpfen, Brettern, Steinen, Laub und dichtem Bewuchs;
  • Schäden häufig an Jungpflanzen und sukkulenten, bodennahen Pflanzenteilen.

Das Fraßbild allein erlaubt keine sichere Artbestimmung, da auch Weg- und Ackerschnecken ähnliche Schäden verursachen.

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Ursachen und Ausbreitung

Hohe Boden- und Luftfeuchte, dichte Vegetation, Mulch, Pflanzenreste, Bretter, Steine und dauerhaft feuchte Topfunterseiten schaffen geeignete Tagesverstecke. Die Ausbreitung erfolgt lokal durch wandernde Tiere und über den Transport von Topfpflanzen, Containern, Erde oder Pflanzenresten. Besonders gefährdet sind unübersichtliche, wenig bewegte Bestände mit regelmäßiger Oberflächenbewässerung.

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Lebenszyklus und Überdauerung

Cornu aspersum ist zwittrig, benötigt für lebensfähige Gelege jedoch normalerweise einen Paarungspartner. Die Paarung findet bei feuchter Witterung statt. Anschließend werden kugelige, zunächst weiße Eier in flache Erdmulden oder lockeres Substrat abgelegt. Jungtiere schlüpfen im Boden und entwickeln sich über mehrere Jahre bis zur Geschlechtsreife; unter günstigen Bedingungen werden etwa zwei bis drei Jahre genannt.

Adulte Tiere und Jungtiere können Pflanzen schädigen. Die Aktivität liegt überwiegend in der Nacht sowie an kühlen, bedeckten oder regnerischen Tagen. Bei Kälte oder Trockenheit ziehen sich die Schnecken in Bodenverstecke oder ins Gehäuse zurück.

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Behandlung und Bekämpfung

Bei kleinen Befallsherden ist das abendliche oder morgendliche Absammeln die zielgenaueste Maßnahme. Verstecke können gezielt mit einem Brett oder umgedrehten Gegenstand geschaffen und regelmäßig kontrolliert werden. Stark befallene Pflanzenteile sowie unnötige Pflanzenreste sollten entfernt werden.

Kupferbänder oder andere für Schnecken geeignete Barrieren können an Hochbeeten, Tischen und einzelnen Gefäßen helfen, müssen aber lückenlos, sauber und dauerhaft wirksam angebracht werden. Fallen können zur Überwachung und Reduktion beitragen, ersetzen bei starkem Befall jedoch keine Versteck- und Feuchtereduktion.

Vor einer Bekämpfung muss die Art möglichst sicher bestimmt werden. Die Gefleckte Weinbergschnecke darf nicht mit der geschützten Weinbergschnecke (Helix pomatia) verwechselt werden.

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Schonende und biologische Bekämpfung

Im ökologischen und naturnahen IPM stehen Habitatmanagement, Absammeln, Barrieren und eine bedarfsgerechte Bewässerung im Vordergrund. Hecken, strukturreiche Randbereiche und geeignete Rückzugsräume für Vögel, Kröten, Laufkäfer und andere natürliche Gegenspieler können langfristig zur Regulation beitragen, auch wenn sie bei starkem Befall keine sofortige vollständige Kontrolle garantieren.

Salz, Natron, ungelöschter Kalk, aggressive Hausmittel und großflächig ausgebrachte Asche sind nicht empfehlenswert: Sie schädigen Bodenorganismen, Pflanzen oder andere Tiere und liefern keine verlässliche Dauerwirkung. Schneckenköder können auch harmlose Gehäuseschnecken, Schnegel und geschützte Arten treffen und sollten daher nur nach sorgfältiger Prüfung und als Ausnahme eingesetzt werden.

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Vorbeugung

  • Beete und Container regelmäßig kontrollieren, besonders nach Regen und in den Abendstunden.
  • Bretter, Säcke, Steine, abgestorbenes Laub und andere Tagesverstecke im unmittelbaren Pflanzenbereich reduzieren.
  • Wenn möglich morgens oder gezielt in den Wurzelbereich bewässern; häufige Beregnung der gesamten Oberfläche vermeiden.
  • Topfränder, Palettenunterseiten und Transportflächen vor dem Einräumen oder Verkauf auf Schnecken und Gelege prüfen.
  • Jungpflanzen durch erhöhte, trockener gehaltene Kulturflächen und geeignete Barrieren schützen.
  • Unproblematische Gehäuseschnecken und geschützte Arten nicht vorschnell bekämpfen; bei Unsicherheit die Bestimmung anhand eines Fotos prüfen.
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Wissenswertes

  • Der ältere Name Helix aspersa wird in älterer Fach- und Gartenliteratur noch häufig verwendet; heute wird die Art meist als Cornu aspersum geführt.
  • Die Gefleckte Weinbergschnecke kann mit Helix pomatia verwechselt werden, unterscheidet sich aber typischerweise durch die kontrastreichere Bänderung und die rauere, netzartig strukturierte Schale.
  • Die Art ist nicht automatisch bei jedem Auftreten ein Pflanzenschädling, weil sie häufig totes Pflanzenmaterial nutzt.
  • Feuchte, geschützte Bereiche unter Pflanzgefäßen sind wichtige Kontrollstellen und können bei Containerkulturen zur Verschleppung beitragen.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Verwenden Sie in Deutschland ausschließlich Pflanzenschutzmittel, die für die konkrete Kultur, Anwendung und das festgestellte Problem aktuell zugelassen sind. Maßgeblich sind die jeweils gültige BVL-Zulassungsdatenbank, das zugelassene Anwendungsgebiet und die aktuelle Kennzeichnung. Die Packungsbeilage und alle Anwendungsbestimmungen sind strikt einzuhalten. Viele Schneckenköder sind nur gegen Nacktschnecken zugelassen und können dennoch Gehäuseschnecken einschließlich geschützter Arten gefährden. Eine pauschale Wirkstoff- oder Dosierempfehlung ist daher nicht angezeigt.

Wirtspflanzen

Betroffene Pflanzen

8 verknüpfte Profile

Die folgenden Pflanzen sind anhand strukturierter Wirtsdaten mit diesem Problem verknüpft. Die Liste wird bei neuen Pflanzenprofilen automatisch aktualisiert.