Monilia-Fruchtfäule durch Monilinia fructicolaQuelle: Wikimedia CommonsMary Ann HansenCC BY 3.0 us
Krankheit

Monilia-Fruchtfäule durch Monilinia fructicola

Monilinia fructicola (G. Winter) Honey
Kurzüberblick

Monilia-Fruchtfäule durch Monilinia fructicola – Kurzüberblick

Monilinia fructicola verursacht die Monilia-Fruchtfäule, eine besonders an Pfirsich, Nektarine, Aprikose, Kirsche und Pflaume wichtige Pilzkrankheit. Befallene Blüten welken, Triebe können einschnüren und Früchte faulen innerhalb kurzer Zeit. Fruchtmumien, infizierte Zweige, Feuchtigkeit und Verletzungen fördern die Ausbreitung. Eine konsequente Hygiene ist im deutschen Gartenbau die wichtigste Grundlage der integrierten Vorbeugung.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileBlüten, Blütenstiele, junge Triebe, Zweige und Früchte; gelegentlich auch Früchte von Kernobst und Beerenobst.
Begünstigende BedingungenFeuchte Blüten- und Fruchtoberflächen, häufige Niederschläge oder Beregnung, mäßige Temperaturen, dichtes Kronenklima, Fruchtverletzungen, reifende Früchte sowie vorhandene Fruchtmumien und infizierte Zweige.
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Überblick

Die Krankheit befällt vor allem Früchte, Blüten und junge Triebe von Steinobst. An Früchten entstehen zunächst kleine, braune, schnell wachsende Fäulnisstellen. Später bilden sich unregelmäßige grau-beige Sporenpolster; die Früchte schrumpfen zu festen Fruchtmumien ein und bleiben häufig am Baum hängen.

Bei feuchter Witterung kann der Pilz bereits während der Blüte Infektionen verursachen. Blüten und kurze Triebe welken, Zweige können eingesunkene Nekrosen und Gummifluss zeigen. In Deutschland ist die Diagnose besonders wichtig, weil ähnliche Symptome auch durch Monilinia laxa oder Monilinia fructigena hervorgerufen werden können.

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Symptome und Erkennung

  • An reifenden oder verletzten Früchten zunächst kleine, hell- bis dunkelbraune, eingesunkene Stellen.
  • Schnelle Ausbreitung der Fäulnis über große Teile oder die gesamte Frucht.
  • Unregelmäßig verteilte, grau-beige bis hellbraune Sporenpolster, nicht zwingend in konzentrischen Ringen.
  • Eintrocknen zu ledrigen Fruchtmumien, die am Baum oder auf dem Boden verbleiben.
  • Verbräunen und Welken von Blüten; befallene Blütenstände können am Zweig haften bleiben.
  • Eingesunkene Trieb- oder Zweignekrosen, gelegentlich mit Gummifluss; oberhalb einer Umschnürung welken Blätter und Triebspitzen.

Fruchtfäule kann nach Hagel, Rissen, Insektenfraß oder anderen Verletzungen besonders rasch einsetzen. Eine Artbestimmung allein nach dem Erscheinungsbild ist unsicher.

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Ursachen und Ausbreitung

Die Krankheit wird durch Sporen aus Fruchtmumien, faulen Früchten und infizierten Zweigen verbreitet. Regen, Tau und Beregnung transportieren Sporen auf Blüten und Früchte. Eine dichte Krone verlängert die Blatt- und Fruchtbenetzung. Hagel, Risse, Insektenfraß und Ernteverletzungen schaffen Eintrittspforten; benachbarte Früchte können sich bei direktem Kontakt gegenseitig anstecken.

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Lebenszyklus und Überdauerung

Der Pilz überwintert hauptsächlich in mumifizierten Früchten am Baum oder auf dem Boden sowie in infizierten Zweigen und Krebsstellen. Im Frühjahr entstehen bei geeigneter Feuchtigkeit Konidien und je nach Standort auch Ascosporen. Wind, Regentropfen und Spritzwasser verbreiten das Inokulum; Insekten können Sporen zusätzlich verschleppen.

Infektionen sind bereits an geöffneten Blüten möglich. Während der Fruchtreife steigt die Anfälligkeit, besonders wenn die Fruchthaut verletzt ist. Befallene Früchte entwickeln neue Sporenpolster und können benachbarte Früchte durch direkten Kontakt infizieren. Nach der Ernte setzt sich die Fäulnis bei verletzten oder feucht eingelagerten Früchten fort.

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Behandlung und Bekämpfung

Bereits verfaultes Fruchtgewebe kann nicht geheilt werden. Befallene Früchte sofort pflücken und entsorgen; auch trockene Fruchtmumien aus der Krone und vom Boden entfernen. Bei Trieb- und Zweigbefall bis deutlich in gesundes Holz zurückschneiden und die Werkzeuge zwischen Schnitten beziehungsweise Bäumen reinigen.

Im Erwerbsanbau kann bei nachgewiesenem Befallsdruck eine fachgerecht geplante, integrierte Pflanzenschutzstrategie erforderlich sein, insbesondere zur Blüte und vor der Reife. Wirkstoffwechsel zur Resistenzvermeidung, Witterungsprognosen und Wartezeiten sind zu beachten. Im deutschen Gartenbau gilt ausschließlich die aktuelle Zulassung für Kultur und Schadorganismus.

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Schonende und biologische Bekämpfung

  • Fruchtmumien während der Vegetationsruhe und spätestens vor der Blüte vollständig aus der Krone entfernen und nicht kompostieren.
  • Auf dem Boden liegende faulende Früchte regelmäßig aufnehmen und über den Bioabfall oder entsprechend den örtlichen Vorgaben entsorgen.
  • Befallene Zweige bei trockenem Wetter deutlich unterhalb der sichtbaren Nekrose bis ins gesunde Holz zurückschneiden; Schnittgut aus dem Bestand entfernen.
  • Die Krone luftig erziehen, übermäßige Stickstoffgaben vermeiden und eine rasche Abtrocknung fördern.
  • Früchte vor Hagel, Rissen, Insektenfraß und mechanischen Verletzungen schützen; reife Früchte zeitnah und schonend ernten.
  • Im Haus- und Kleingarten können Fruchtbeutel oder Regenschutz bei geeigneten Kulturen die Benetzungsdauer und den direkten Sporenkontakt verringern.

Biologische Präparate können je nach Kultur und Zulassung unterstützend eingesetzt werden, ersetzen aber keine Sanitation. In Deutschland ausschließlich aktuell zugelassene Mittel und Verfahren verwenden.

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Vorbeugung

  • Im Winter alle Fruchtmumien und abgestorbenen Fruchtspieße entfernen.
  • Befallene Triebe und Zweige bis in gesundes Holz zurückschneiden und Schnittgut aus dem Garten entfernen.
  • Krone regelmäßig auslichten, damit Blüten und Früchte nach Regen schnell abtrocknen.
  • Früchte kontrollieren und beschädigte, rissige oder bereits faulende Früchte sofort aus dem Bestand nehmen.
  • Keine Überkopfberegnung während Blüte und Fruchtreife; Bewässerung möglichst bodennah durchführen.
  • Reifezeitpunkte überwachen und Früchte schonend, trocken und mit möglichst wenigen Druckstellen ernten.
  • Bei wiederkehrendem Befall robuste, standortgeeignete Sorten bevorzugen und benachbarte verwilderte oder ungepflegte Rosengewächse als mögliche Inokulumquellen berücksichtigen.
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Wissenswertes

  • Monilinia fructicola stammt ursprünglich aus Amerika und ist in Europa pflanzengesundheitlich besonders relevant.
  • Der Wirtspflanzenbereich umfasst vor allem Prunus, aber auch bestimmte Kernobstarten und weitere Rosengewächse.
  • Fruchtmumien sind nicht nur ein sichtbares Symptom, sondern eine wichtige Quelle für Neuinfektionen im Folgejahr.
  • Die Art kann symptomatisch anderen Monilinia-Erregern sehr ähnlich sehen; für phytosanitäre oder wissenschaftliche Nachweise sind molekulare Diagnoseverfahren hilfreich.
  • Durch sorgfältige Ernte und rasches Kühlen lässt sich die Nachernteausbreitung zwar bremsen, bereits infizierte Früchte werden jedoch nicht wieder gesund.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Pflanzenschutzmittel dürfen in Deutschland ausschließlich verwendet werden, wenn sie für die betreffende Kultur und das betreffende Schadproblem aktuell zugelassen sind. Vor jeder Anwendung das amtliche BVL-Verzeichnis und das aktuelle Etikett prüfen; Aufwandmenge, Anwendungszeitpunkt, Wartezeit, Abstände zu Gewässern und alle weiteren Auflagen strikt einhalten. Keine Anwendung außerhalb der zugelassenen Indikation.