Gammaeule
Schädling

Gammaeule

Autographa gamma
Kurzüberblick

Gammaeule – Kurzüberblick

Die Gammaeule (Autographa gamma) ist ein weit verbreiteter Wanderfalter, dessen Raupen zahlreiche Gemüse-, Acker- und Zierpflanzen befressen. Typisch sind unregelmäßige Löcher und Randfraß an Blättern; ältere Raupen können innerhalb kurzer Zeit erhebliche Blattverluste verursachen. In Deutschland tritt der Schädling besonders nach warmen Zuflugperioden und an dicht stehenden Kulturen auf.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileVor allem Blätter und junge Triebe; gelegentlich können auch Früchte oder andere oberirdische Pflanzenteile angefressen werden.
Begünstigende BedingungenWarme Sommerperioden, starker Zuflug, dicht stehende Kulturen, lückige Bestände mit Unkraut- oder Brachepflanzen sowie unkontrollierte Raupenstadien.
Pflanzendoktor

Überblick

Die Gammaeule (Autographa gamma; Familie Noctuidae) ist in Deutschland regelmäßig verbreitet und zugleich ein ausgeprägter Wanderfalter. Die nachtaktiven Falter werden häufig an Blüten beobachtet, während die Raupen versteckt an den Blättern fressen.

Die Art besitzt ein breites Wirtsspektrum. Im Erwerbs- und Gartenbau sind unter anderem Kohl, Rote Bete, Salat, Kartoffeln, Paprika sowie verschiedene Zierpflanzen betroffen. Die Bedeutung schwankt stark nach Region, Witterung, Zuflug und Kultur.

Pflanzendoktor

Symptome und Erkennung

  • Unregelmäßiger Lochfraß zunächst an älteren oder äußeren Blättern.
  • Fraß an Blatträndern und zwischen Blattadern; bei älteren Raupen rasch zunehmende Blattverluste.
  • Dunkle Kotkrümel auf Blättern oder unter der Pflanze.
  • Junge Raupen sitzen häufig an Blattunterseiten; ältere Raupen verstecken sich tagsüber bodennah.

Die Raupen bewegen sich durch eine charakteristische, leicht einziehende „Spannerbewegung“, weil einige Bauchfußpaare reduziert sind. Der Falter selbst verursacht keinen Blattfraß.

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Ursachen und Ausbreitung

Verursacher sind die Raupen von Autographa gamma. Die Falter wandern in Mitteleuropa vor allem aus südlicheren Regionen ein und können mehrere hundert bis über tausend Kilometer zurücklegen. Eiablage und Raupenentwicklung werden durch warme Witterung begünstigt.

Unkraut- und Brachebestände können als zusätzliche Nahrungspflanzen dienen. Die Art ist polyphag und kann deshalb zwischen Wildpflanzen, Gemüsebeständen, Ackerflächen und Zierpflanzen wechseln. Eine Verschleppung durch Pflanzenmaterial ist möglich, spielt gegenüber dem aktiven Falterzuflug jedoch meist eine geringere Rolle.

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Lebenszyklus und Überdauerung

Die Weibchen legen Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an geeigneten Blättern ab. Unter günstigen Bedingungen schlüpfen die Raupen nach ungefähr zwei Wochen. Sie durchlaufen mehrere Larvenstadien und fressen zunächst kleine Fenster oder Löcher, später größere unregelmäßige Blattpartien.

Die ausgewachsene Raupe spinnt zwischen Blättern oder Pflanzenteilen ein lockeres Gespinst und verpuppt sich darin. In Deutschland können je nach Witterung mehrere Generationen auftreten; besonders auffällig sind Befälle nach starkem Falterzuflug im Sommer. Die Überwinterung ist regional und witterungsabhängig, weshalb für Deutschland keine pauschale Zahl von Generationen oder ein einheitlicher Überwinterungsmodus angegeben werden sollte.

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Behandlung und Bekämpfung

Bei geringem Befall reicht meist das Absammeln der Raupen. Stark beschädigte Blätter können entfernt werden, sofern die Kultur dadurch nicht zusätzlich geschwächt wird. Der Behandlungserfolg ist am höchsten gegen junge Raupen; deshalb sollten Pflanzen nach warmen Zuflugperioden engmaschig kontrolliert werden.

Im Erwerbsanbau sind Befallsstärke, Kulturstadium und Bekämpfungsnotwendigkeit nach den Grundsätzen des integrierten Pflanzenschutzes zu bewerten. Eine Behandlung sollte nicht allein aufgrund einzelner Falter erfolgen, sondern auf tatsächlich vorhandenen Raupen und wirtschaftlich relevantem Schaden beruhen.

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Schonende und biologische Bekämpfung

  • Junge Raupen können mit Präparaten auf Basis von Bacillus thuringiensis bekämpft werden, sofern das konkrete Produkt für die betreffende Kultur und Anwendung zugelassen ist.
  • Biologische Gegenspieler wie parasitoide Wespen, Raupenfliegen, Vögel und räuberische Insekten werden durch vielfältige, blütenreiche und pestizidarme Gartenstrukturen unterstützt.
  • Bei geschützten Kulturen können je nach Zulassung und Beratung auch entomopathogene Nematoden oder andere biologische Verfahren in Betracht kommen; ihre Wirksamkeit hängt stark von Raupenstadium, Feuchtigkeit, Temperatur und Applikation ab.
  • Breit wirkende, nicht selektive Maßnahmen möglichst vermeiden, um natürliche Gegenspieler und Bestäuber zu schonen.
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Vorbeugung

  • Kulturen regelmäßig kontrollieren, besonders Blattunterseiten und bodennahe Pflanzenteile.
  • Gemüsebeete bei erwarteten Zuflugperioden mit feinmaschigem Kulturschutznetz abdecken; das Netz muss vor der Eiablage geschlossen und an den Rändern sorgfältig befestigt werden.
  • Unkraut innerhalb und unmittelbar neben empfindlichen Beständen reduzieren, ohne wertvolle Blüh- und Rückzugsflächen unnötig zu beseitigen.
  • Raupen und Gespinste frühzeitig absammeln und außerhalb der Kultur entfernen.
  • Bestände luftig und übersichtlich halten, damit Fraßstellen und Kotspuren früh erkannt werden.
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Wissenswertes

  • Das silbrig glänzende Flügelzeichen des Falters erinnert an den griechischen Buchstaben Gamma.
  • Die Gammaeule gilt als Wanderfalter und kann in günstigen Jahren in großer Zahl nach Mitteleuropa einfliegen.
  • Die Raupen sind sehr polyphag; neben Kulturpflanzen nutzen sie zahlreiche Wildkräuter wie Brennnessel, Löwenzahn und Klee.
  • Die Art ist nicht mit einer Pflanzenkrankheit zu verwechseln: Löcher und Kotspuren weisen auf Raupenfraß hin, nicht auf eine Infektion.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Verwenden Sie in Deutschland ausschließlich Pflanzenschutzmittel, die für die konkrete Kultur und den jeweiligen Schaderreger beziehungsweise die entsprechende Anwendung aktuell zugelassen sind. Maßgeblich sind die aktuelle BVL-Zulassungsdatenbank, das Etikett und die Gebrauchsanweisung; Aufwandmenge, Wartezeit, Anwenderschutz, Abstandsauflagen und Bienenschutz sind strikt einzuhalten. Zulassungen und Anwendungsbestimmungen können sich ändern.