
Gemeines Spargelhähnchen
Crioceris asparagiGemeines Spargelhähnchen – Kurzüberblick
Das Gemeine Spargelhähnchen (Crioceris asparagi) ist ein spezialisierter Blattkäfer des Spargels. Käfer und Larven fressen an Spargeltrieben und am späteren Kraut. Fraßstellen, Eier und Larven können die Verkaufsqualität der Stangen mindern; starker Krautfraß schwächt die Pflanzen und kann den Austrieb im Folgejahr verringern. Besonders gefährdet sind junge und schlecht überwachte Anlagen.
Typische Bedingungen
Überblick
Das Gemeine Spargelhähnchen ist ein auf Spargel spezialisierter Käfer. In Deutschland tritt es vor allem in Spargelbeständen, Hausgärten und an verwildertem Spargel auf. Die erwachsenen Käfer erscheinen im Frühjahr mit dem Austrieb. Sie fressen an den jungen Stangen, legen längliche, meist dunkel gefärbte Eier einzeln oder in kleinen Reihen ab und wechseln später auch auf das Spargelkraut.
Neben dem Gemeinen Spargelhähnchen kann am Spargel der ähnlich lebende Zwölfpunkt-Spargelkäfer (Crioceris duodecimpunctata) vorkommen. Für eine belastbare Diagnose sollten Käferfarbe, Zeichnung, Eiform und Befallsort gemeinsam beurteilt werden.
Symptome und Erkennung
- Kerben, Schabstellen und unregelmäßige Fraßlöcher an jungen Spargelstangen.
- Dunkle, längliche Eier, die meist aufrecht an Stangen oder Trieben haften.
- Blaugraue bis graugrüne, weichhäutige Larven mit dunklem Kopf an Trieben und Spargelkraut.
- Bei stärkerem Befall ausgedünntes, vergilbendes oder vorzeitig braun werdendes Kraut.
- Eier und Fraßstellen können die Vermarktungsqualität der Spargelstangen unmittelbar mindern.
Starker Krautverlust reduziert die Assimilationsleistung und kann dadurch den Austrieb und die Ertragskraft im Folgejahr schwächen.
Ursachen und Ausbreitung
Die Ausbreitung erfolgt hauptsächlich durch überwinternde adulte Käfer, die im Frühjahr aus Pflanzenresten, altem Spargelkraut oder geschützten Schlupfwinkeln hervorkommen. Sie laufen oder fliegen zu benachbarten Spargelpflanzen und beginnen bald mit Fraß und Eiablage.
Begünstigt wird der Befall durch unaufgeräumte Spargelreste, angrenzende alte oder verwilderte Spargelbestände und eine geringe Überwachung während des Austriebs. Der Käfer ist jedoch kein Generalist: Als zuverlässig dokumentierte Futterpflanze gilt Spargel (Asparagus officinalis).
Lebenszyklus und Überdauerung
Die Käfer überwintern als adulte Tiere in geschützten Bereichen, unter Pflanzenresten und insbesondere im alten Spargelkraut. Im Frühjahr erscheinen sie mit dem Austrieb. Die Eier werden einzeln oder in kleinen Reihen an Spargelstangen und später am Kraut befestigt. Unter warmen Bedingungen schlüpfen die Larven nach wenigen Tagen.
Die Larven fressen zunächst an den Triebspitzen und am Kraut. Nach ungefähr zwei Wochen Fraßzeit lassen sie sich zu Boden fallen, dringen wenige Zentimeter in die Erde ein und verpuppen sich. Je nach Witterung und Region können im Jahresverlauf mehrere Aktivitäts- beziehungsweise Generationenabschnitte auftreten; der genaue Zeitablauf ist temperaturabhängig.
Behandlung und Bekämpfung
Bei leichtem Befall genügt meist eine Kombination aus regelmäßiger Kontrolle, Absammeln und dem Entfernen stark besetzter Triebe. Während der Ernte sollten nur Maßnahmen eingesetzt werden, die die Lebensmittelhygiene und die Wartezeitvorgaben einhalten.
In Ertrags- und Junganlagen ist der Befallsdruck anhand von Käferzahl, Eiern, Larven und sichtbarem Krautschaden zu bewerten. Behandlungen sollten nicht vorsorglich, sondern nur nach tatsächlicher Befallserfassung und unter Einbeziehung der Nützlingssituation erfolgen. Eine regionale Beratung kann bei der Festlegung einer wirtschaftlichen Schadensschwelle helfen.
Nach der Ernte ist der Schutz des Spargelkrauts besonders wichtig, weil anhaltender Fraß die Reservestoffbildung für das Folgejahr beeinträchtigen kann.
Schonende und biologische Bekämpfung
- Adulte Käfer, Larven und deutlich belegte Triebe regelmäßig absammeln.
- Abgeerntete und abgestorbene Spargelreste aus dem Bestand entfernen, um Überwinterungsplätze zu verringern.
- Den Bestand häufig, aber schonend kontrollieren und bei Bedarf Randbereiche sowie angrenzende Spargelpflanzen einbeziehen.
- Nützlinge wie räuberische Wanzen, Laufkäfer und parasitische Organismen durch blütenreiche Randstrukturen und einen möglichst zurückhaltenden Pflanzenschutz fördern.
- Biologische Präparate oder Nützlingsanwendungen nur einsetzen, wenn sie für den konkreten Schaderreger, die Kultur und den Anwendungszeitpunkt nachweislich geeignet und in Deutschland zulässig sind.
Vorbeugung
- Spargelbestände ab dem Austrieb regelmäßig kontrollieren, zunächst an sonnigen Randbereichen und an jungen Trieben.
- Einzelne Käfer und Larven frühzeitig von Hand ablesen und in Seifenwasser geben; Eier an nicht zur Ernte vorgesehenen Trieben entfernen.
- Nach dem vollständigen Einziehen des Spargelkrauts abgestorbene oberirdische Reste aus dem Bestand entfernen und sachgerecht entsorgen, sofern dies mit den örtlichen Anbau- und Naturschutzvorgaben vereinbar ist.
- Verwilderten oder nicht mehr bewirtschafteten Spargel in unmittelbarer Nähe beobachten, da er als Überwinterungs- und Vermehrungsort dienen kann.
- Den Bestand nicht unnötig dicht halten und das Kraut nach der Ernte gesund und ausreichend lange erhalten, damit die Pflanzen Reservestoffe einlagern können.
Wissenswertes
- Das Gemeine Spargelhähnchen ist eng an Spargel gebunden und wird häufig mit dem ähnlich gefärbten Zwölfpunkt-Spargelkäfer verwechselt.
- Die Käferzeichnung besteht typischerweise aus bläulich-schwarzen Flügeldecken mit hellen Flecken und rötlichen Randpartien; die Merkmale können jedoch variieren.
- Nicht nur die erwachsenen Käfer, sondern auch die Larven verursachen Fraßschäden.
- Die Eier haften ungewöhnlich fest an der Pflanze und sind deshalb nicht immer einfach zu entfernen.
- Der wirtschaftlich wichtigste Schaden entsteht nicht nur durch den direkten Fraß an Stangen, sondern auch durch die Schwächung des Spargelkrauts vor dem Folgejahr.
Pflanzenschutzmittel dürfen in Deutschland ausschließlich verwendet werden, wenn das konkrete Produkt aktuell für Spargel und den betreffenden Schaderreger beziehungsweise die zugelassene Indikation genehmigt ist. Zulassung, Kultur, Anwendungszeitpunkt, Aufwandmenge, Wartezeit, maximale Zahl der Anwendungen und Auflagen können sich ändern. Daher stets die aktuelle Kennzeichnung und das amtliche Zulassungsverzeichnis beachten; niemals Präparate aus anderen Kulturen oder Ländern übertragen. Chemische Maßnahmen nur als letzte, integrierte Option und unter Schonung von Bestäubern und Nützlingen einsetzen.
Betroffene Pflanzen
Die folgenden Pflanzen sind anhand strukturierter Wirtsdaten mit diesem Problem verknüpft. Die Liste wird bei neuen Pflanzenprofilen automatisch aktualisiert.
