Große RosenblattlausQuelle: Wikimedia CommonsEmőke DénesCC BY-SA 4.0
Schädling

Große Rosenblattlaus

Macrosiphum rosae
Kurzüberblick

Große Rosenblattlaus – Kurzüberblick

Die Große Rosenblattlaus (Macrosiphum rosae) ist eine saugende Blattlaus, die in Deutschland vor allem Rosen befällt. Kolonien sitzen bevorzugt an jungen Triebspitzen, Blütenknospen und Blattunterseiten. Geringe Bestände bleiben meist folgenlos; starker Befall kann junge Blätter und Knospen verformen, das Triebwachstum bremsen und durch Honigtau Rußtau fördern. Eine sichere Bestimmung erfordert die Abgrenzung von anderen Blattlausarten an Rosen.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileJunge Triebspitzen, Blütenknospen, Blütenstiele, Blattunterseiten und weiche junge Blätter; bei starkem Befall auch angrenzende Triebe.
Begünstigende BedingungenWarme, überwiegend trockene Phasen im Frühjahr und Frühsommer, üppiger weicher Neuaustrieb, stickstoffbetonte Düngung, dichter Pflanzenbestand sowie geschwächte oder wassergestresste Rosen.
Pflanzendoktor

Überblick

Macrosiphum rosae besiedelt hauptsächlich kultivierte und wild wachsende Rosen (Rosa). Die etwa 2,5 bis 3,6 mm großen, weichhäutigen Läuse treten einzeln oder in dichten Kolonien an Triebspitzen, Blütenstielen, Knospen und Blattunterseiten auf. Farblich kommen grüne, rosa bis rötlichbraune Tiere vor; geflügelte Formen besitzen dunkle Fühler, Beine und Siphonen.

Leichter Befall verursacht an etablierten Rosen oft keinen nennenswerten Schaden. Bei hohen Dichten können Knospen und junge Blätter verkrüppeln, Triebe langsamer wachsen und Blütenqualität sowie Blütenzahl abnehmen. Honigtau macht die Pflanze klebrig und kann sekundär Rußtaupilze fördern.

Pflanzendoktor

Symptome und Erkennung

  • Dichte grüne, rosa oder rötliche Blattlauskolonien an jungen Rosentrieben und Knospen.
  • Gekräuselte, verformte oder verkümmerte junge Blätter und Blütenknospen.
  • Klebriger Honigtau auf Blättern, Trieben oder darunterliegenden Flächen.
  • Schwarzer Rußtau als sekundärer Belag auf honigtauverschmutzten Pflanzenteilen.
  • Weiße Häutungsreste nach dem Abwandern der Läuse.
  • Bei starkem Befall: gehemmtes Triebwachstum und verminderte Blütenqualität.

Die Symptome sind nicht artspezifisch. Für die Diagnose müssen die Tiere selbst, ihre Körperform, Färbung und die schwarzen, langen Siphonen berücksichtigt werden.

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Ursachen und Ausbreitung

Der Befall beginnt häufig mit überwinternden Eiern oder zufliegenden geflügelten Weibchen. Die Art vermehrt sich während der Vegetationsperiode überwiegend lebend gebärend, wodurch sich unter günstigen Bedingungen schnell Kolonien bilden. Geflügelte Tiere verbreiten sich aktiv zwischen Rosen und gegebenenfalls zu sekundären Wirtspflanzen. Überdüngung mit Stickstoff, sehr weicher Neuaustrieb, dichter Stand und Trockenstress erhöhen die Anfälligkeit. Ameisen können Kolonien durch ihre Honigtaupflege schützen oder auf neue Triebe ausdehnen.

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Lebenszyklus und Überdauerung

In Mitteleuropa kann die Art einen vollständigen Jahreszyklus mit Wirtswechsel durchlaufen. Überwintert wird überwiegend als Ei an Rosentrieben. Im Frühjahr schlüpfen ungeflügelte Weibchen und bilden durch lebend gebärende, parthenogenetische Generationen rasch Kolonien an jungen Trieben und Knospen.

Bei zunehmender Populationsdichte oder nachlassender Nahrungsqualität entstehen geflügelte Formen, die neue Rosen oder zeitweise sekundäre Wirte aufsuchen können. Als solche werden unter anderem Pflanzen aus den Familien Dipsacaceae und Valerianaceae sowie gelegentlich weitere Rosengewächse wie Erdbeere, Apfel, Birne und Brombeere genannt. Im Herbst entstehen sexuelle Formen; nach der Paarung werden die überwinternden Eier an Rosen abgelegt. Bei mildem Winterwetter ist auch eine längere ungeschlechtliche Entwicklung möglich.

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Behandlung und Bekämpfung

Bei wenigen Kolonien genügt meist das Abstreifen oder Abspülen. Anschließend die Rose nach drei bis sieben Tagen erneut an Triebspitzen, Knospen und Blattunterseiten kontrollieren. Stark verformte oder dicht besiedelte junge Triebe können zurückgeschnitten werden. Honigtau lässt sich mit Wasser abwaschen; der Rußtau verschwindet häufig, sobald keine neue Honigtauquelle mehr vorhanden ist.

Eine Behandlung ist vor allem bei anhaltend starkem Befall, deutlicher Knospenverformung oder geschwächtem Wachstum zu erwägen. Vor jeder chemischen Maßnahme zuerst die Artbestimmung und die aktuelle deutsche Zulassung für Rosen prüfen und Nützlinge möglichst schonen.

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Schonende und biologische Bekämpfung

Im Haus- und Kleingarten ist ein integrierter, nützlingsschonender Ansatz meist ausreichend:

  • Befallene Triebspitzen frühzeitig mit den Fingern abstreifen oder stark befallene weiche Triebe zurückschneiden und über den Hausmüll entsorgen.
  • Kolonien mit einem kräftigen, aber pflanzenschonenden Wasserstrahl von Trieben und Blattunterseiten abspülen; die Maßnahme nach einigen Tagen kontrollieren und bei Bedarf wiederholen.
  • Blühende und strukturreiche Begleitpflanzen fördern Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und parasitoide Wespen.
  • Breit wirkende Insektizide vermeiden, solange die Rose vital bleibt und natürliche Gegenspieler sichtbar sind.
  • Bei zugelassenen Präparaten mit Kaliseife oder Pflanzenölen nur die aktuelle deutsche Gebrauchsanleitung beachten; empfindliche Sorten zunächst an wenigen Blättern testen und keine Blüten oder hitzegestressten Pflanzen behandeln.
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Vorbeugung

  • Rosen standortgerecht pflanzen, gleichmäßig wässern und Überdüngung, besonders mit schnell verfügbarem Stickstoff, vermeiden.
  • Junge Triebe und Knospen ab dem Austrieb regelmäßig kontrollieren, insbesondere im Frühjahr und Frühsommer.
  • Stark befallene weiche Triebspitzen früh entfernen und Schnittgut nicht in der Nähe liegen lassen.
  • Eine vielfältige Bepflanzung mit ungefüllten Blüten und Überwinterungsstrukturen für Nützlinge erhalten.
  • Bei wiederkehrendem starkem Befall robuste, standortgeeignete Rosensorten bevorzugen und die Pflanzen nicht unnötig durch Sommerschnitt zu starkem Weichaustrieb anregen.
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Wissenswertes

  • Die Große Rosenblattlaus ist meist an Rosen gebunden, obwohl einzelne Populationen im Sommer weitere, verwandte oder alternative Wirtspflanzen nutzen können.
  • Grüne und rosafarbene Tiere können innerhalb derselben Kolonie vorkommen; die Farbe allein ist daher kein verlässliches Bestimmungsmerkmal.
  • Geflügelte Formen entstehen vor allem bei Überbesatz oder nachlassender Wirtspflanzenqualität und dienen der Ausbreitung.
  • Natürliche Gegenspieler sind unter anderem Marienkäfer, Schwebfliegenlarven, Florfliegenlarven und parasitoide Schlupfwespen wie Aphidius rosae.
  • Ants können Blattlauskolonien wegen des Honigtaus aufsuchen und dadurch die Wirkung natürlicher Gegenspieler indirekt vermindern.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Pflanzenschutzmittel nur verwenden, wenn sie in Deutschland aktuell für die betreffende Kultur und das konkrete Problem zugelassen sind. Maßgeblich ist stets die aktuelle Gebrauchsanleitung und das amtliche Zulassungsregister; Dosierung, Aufwandmenge, Wartezeiten und Anwendungsbedingungen strikt einhalten. Breit wirkende Mittel können Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und parasitoide Wespen schädigen und sollten im Hausgarten nicht routinemäßig eingesetzt werden.