Javanisches WurzelgallenälchenQuelle: Wikimedia CommonsScot NelsonCC0
Schädling

Javanisches Wurzelgallenälchen

Meloidogyne javanica
Kurzüberblick

Javanisches Wurzelgallenälchen – Kurzüberblick

Das Javanische Wurzelgallenälchen (Meloidogyne javanica) ist ein mikroskopisch kleiner, bodenbürtiger Pflanzenschädling mit sehr breitem Wirtsspektrum. Es dringt als Junglarve in Wurzeln ein und verursacht dort charakteristische Gallen. Befallene Pflanzen bleiben kümmerlich, vergilben oder welken bei Wärme trotz ausreichender Bodenfeuchte. Eine sichere Artbestimmung erfordert meist eine Laboruntersuchung.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileVor allem junge Seitenwurzeln und Hauptwurzeln; indirekt das gesamte Sprosssystem durch gestörte Wasser- und Nährstoffaufnahme.
Begünstigende BedingungenWarme, feuchte, leichte bis mittelschwere Böden, besonders sandige Substrate und beheizte oder sommerwarme Gewächshausbereiche; dichter Anbau anfälliger Wirtspflanzen und verschleppte Erde fördern den Befall.
Pflanzendoktor

Überblick

Das Javanische Wurzelgallenälchen ist ein obligater, sessiler Endoparasit der Pflanzenwurzeln. Die infektiösen Larven des zweiten Stadiums dringen in junge Wurzeln ein und lösen die Bildung dauerhaft versorgender Riesenzellen aus. Dadurch entstehen Wurzelgallen, die Wasser- und Nährstoffaufnahme beeinträchtigen.

In Deutschland ist die Art vor allem in geschützten Kulturen, warmen Gewächshausbereichen und an eingeschlepptem Pflanzenmaterial relevant. Nachweise auf Freilandstandorten sind möglich, die Entwicklung ist dort jedoch stark von Temperatur und Bodenbedingungen abhängig. Die sichtbaren Symptome sind nicht artspezifisch; für eine belastbare Diagnose sollten Wurzel- und Bodenproben untersucht werden.

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Symptome und Erkennung

An den Wurzeln entstehen je nach Wirt oft große, unregelmäßige oder miteinander verschmelzende Gallen. Befallene Wurzeln können verzweigt, knotig und in ihrer Funktion deutlich eingeschränkt sein. Gallen sind echte Verdickungen des Wurzelgewebes und lassen sich nicht wie bakterielle Leguminosenknöllchen von der Wurzel abstreifen.

  • verzögertes oder kümmerliches Wachstum
  • hellgrüne bis gelbliche Blätter
  • Welke besonders während warmer, sonniger Tageszeiten trotz ausreichender Bodenfeuchte
  • kleinere Blätter, geringerer Fruchtansatz und Ertrag
  • unregelmäßige Befallsnester im Bestand

Die oberirdischen Symptome können auch durch Trockenstress, Nährstoffmangel, Bodenverdichtung oder andere Wurzelkrankheiten verursacht werden. Eine sichere Bestätigung liefert nur die Untersuchung typischer Wurzelgallen zusammen mit Boden- oder Wurzelproben.

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Ursachen und Ausbreitung

Die Ausbreitung erfolgt hauptsächlich durch befallene Erde und infiziertes Pflanzenmaterial. Besonders wichtig sind verschleppte Erde an Jungpflanzen, Töpfen, Schuhen, Geräten und Maschinen. Auch Oberflächenwasser oder Bewässerung kann Bodenpartikel mit Larven und Eiern verlagern.

Die Art besitzt ein breites Wirtsspektrum. Unkraut und stehengebliebene Wurzelreste können Populationen zwischen den Kulturen erhalten. Mischpopulationen verschiedener Meloidogyne-Arten sind möglich; deshalb darf ein Nachweis von Wurzelgallen nicht ohne Weiteres als M. javanica interpretiert werden.

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Lebenszyklus und Überdauerung

Die Eier liegen meist in einer gallertartigen Eimasse an oder nahe der Wurzel. Nach der ersten Häutung schlüpfen Larven des zweiten Stadiums (J2); nur diese frei beweglichen Larven suchen im Boden neue Wurzeln und dringen meist nahe der Wurzelspitze ein.

Im Wurzelgewebe wandern sie in Richtung Zentralzylinder und induzieren Riesenzellen als dauerhafte Nahrungsquelle. Danach bleiben die Tiere überwiegend unbeweglich, häuten sich dreimal und entwickeln sich zu Weibchen oder seltener zu Männchen. Weibchen bleiben in der Wurzel und legen Eier ab. Unter optimal warmen und feuchten Bedingungen kann der Zyklus etwa drei bis vier Wochen dauern; in Deutschland ist er im Freiland meist deutlich langsamer und temperaturabhängig.

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Behandlung und Bekämpfung

Bei Verdacht zunächst mehrere Pflanzen mit Wurzeln aus unterschiedlichen Befallsnestern ausgraben, Erde vorsichtig abwaschen und Gallen fotografisch dokumentieren. Für die Artbestimmung und Populationsabschätzung sind Boden- und Wurzelproben an ein geeignetes pflanzenpathologisches oder nematologisches Labor zu senden.

Stark befallene einjährige Pflanzen werden am besten vollständig entfernt. Nach der Ernte sollten Wurzeln und Erntereste nicht im Beet verbleiben. In geschützten Kulturen können ein kontrollierter Kulturwechsel, der Austausch oder die fachgerechte Behandlung des Substrats sowie eine längere Anbaupause die Population senken. Maßnahmen müssen an Wirt, Bodentyp, Temperatur und Befallsstärke angepasst werden; keine einzelne Methode beseitigt den Schädling zuverlässig.

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Schonende und biologische Bekämpfung

Im Hausgarten und im ökologischen Anbau stehen vorbeugende und kulturtechnische Maßnahmen im Vordergrund. Geeignet sind hygienisches Pflanzgut, konsequente Unkrautkontrolle, Entfernung befallener Wurzeln, Fruchtfolge mit möglichst wenig geeigneten Wirten und die Auswahl nachweislich resistenter oder weniger anfälliger Sorten.

Je nach Betriebssystem können Biofumigation mit geeigneten Senf- oder anderen Zwischenfrüchten, organische Bodenverbesserung und zugelassene biologische Nematodenpräparate ergänzend eingesetzt werden. Ihre Wirkung ist standort- und anwendungsabhängig; Tagetes kann Populationen unter bestimmten Bedingungen reduzieren, ist aber keine verlässliche Einzelmaßnahme und nicht jede Tagetes-Art oder Sorte wirkt gleich. Vor einer größeren Anwendung sind regionale Versuchsergebnisse und die konkrete Zulassung zu prüfen.

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Vorbeugung

  • Nur untersuchtes, gesundes Pflanzgut und saubere Topferde verwenden.
  • Wurzeln vor dem Pflanzen auf Gallen prüfen; verdächtige Pflanzen nicht weitervermehren.
  • Werkzeuge, Schuhe, Kisten und Geräte nach Arbeiten in befallenen Bereichen reinigen und möglichst desinfizieren.
  • Befallene Pflanzen samt möglichst viel Wurzelmasse entfernen und nicht kompostieren, wenn eine sichere Abtötung nicht gewährleistet ist.
  • Wirtspflanzen in Befallsflächen rotieren und dabei auch Unkräuter konsequent entfernen.
  • Für Gemüse resistente oder tolerante Sorten nur dann einsetzen, wenn die Resistenz ausdrücklich gegen die vorhandene Meloidogyne-Art beziehungsweise Population geprüft ist.
  • In Gewächshäusern Substrat, Pflanztische und Bewässerungssysteme hygienisch trennen; Erde nicht zwischen Abteilen verschleppen.
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Wissenswertes

  • Meloidogyne javanica wird auf EPPO-Ebene als bedeutender Wurzelgallenälchen-Schädling mit sehr breitem Wirtsspektrum geführt; historische Zusammenstellungen nennen mehrere hundert Wirtspflanzen und Sorten, darunter zahlreiche Unkräuter.
  • Die auffälligen Gallen entstehen nicht durch die Körpermasse des Fadenwurms allein, sondern durch tiefgreifende Veränderungen pflanzlicher Zellen am dauerhaften Futterplatz.
  • Eine gegen M. incognita resistente Sorte muss nicht automatisch gegen M. javanica resistent sein.
  • Die Artbestimmung ist morphologisch schwierig und wird bei kritischen Nachweisen häufig durch molekulare oder enzymatische Verfahren abgesichert.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Pflanzenschutzmittel gegen bodenbürtige Nematoden dürfen in Deutschland ausschließlich verwendet werden, wenn sie für die konkrete Kultur und das konkrete Problem aktuell zugelassen beziehungsweise rechtlich anwendbar sind. Nur das amtliche Zulassungsregister und das jeweils aktuelle Etikett beziehungsweise die Gebrauchsanweisung sind maßgeblich. Aufwandmenge, Anwendungszeitpunkt, Wartezeit, Anwenderschutz und Auflagen strikt nach Etikett einhalten; keine Wirkstoff- oder Behandlungsprogramme ohne aktuelle Zulassungsprüfung empfehlen.

Wirtspflanzen

Betroffene Pflanzen

8 verknüpfte Profile

Die folgenden Pflanzen sind anhand strukturierter Wirtsdaten mit diesem Problem verknüpft. Die Liste wird bei neuen Pflanzenprofilen automatisch aktualisiert.