Jonquille (Narcissus jonquilla) – PflanzenfotoQuelle: Wikimedia CommonsJavier martinCC BY-SA 3.0

Jonquille (Narcissus jonquilla) – Pflege

Narcissus jonquilla
Warme, sonnige Beete, Steingärten, Rabatten, naturnahe Pflanzungen, lichte Gehölzränder und Kübel. Besonders wirkungsvoll ist ein Platz nahe Sitzbereichen oder Wegen, wo der intensive Duft wahrgenommen wird. Sommerlich nasse Senken und tiefer Schatten sind ungeeignet. Ja, wenn der Boden drainiert und das Laub nach der Blüte ungestört gelassen wird.

Jonquille (Narcissus jonquilla) Kurzvorstellung

Die Jonquille (Narcissus jonquilla) ist eine ausdauernde Zwiebelpflanze aus der Gattung der Narzissen. Sie bildet schmale, nahezu runde, binsenartige Blätter und duftende, goldgelbe Blüten, oft mehrere an einem Stängel. In Deutschland gedeiht sie am zuverlässigsten an einem warmen, sonnigen Platz mit durchlässigem Boden, winterlicher Feuchtigkeit während des Wachstums und eher trockenen Bedingungen im Sommer. Das Laub sollte nach der Blüte vollständig einziehen dürfen.

Systematik

Taxonomische Einordnung

PflanzenfamilieAmaryllidaceae
GattungNarcissus
PflanzengruppeNarzissen
PflanzentypSommergrüne, zwiebelbildende Staude
HerkunftSüdliches und östliches Portugal bis Zentral- und Südspanien; außerdem Nordafrika angegeben
Akzeptierter wissenschaftlicher NameNarcissus jonquilla
Schnellüberblick

Jonquille (Narcissus jonquilla) – Pflege

Wichtigste Ansprüche
LichtbedarfSonne bis lichter Halbschatten
WasserbedarfMäßig gießen während Wachstum und Blüte; im Sommer trocken halten
WinterhärteIn vielen deutschen Regionen winterhart; in rauen oder sehr nassen Lagen leichter Winterschutz empfohlen
BodenNährstoffreicher, gut drainierter sandiger, lehmiger oder kalkhaltiger Boden
GrößeEtwa 30–40 cm × Etwa 10–20 cm je ausgewachsenem Horst; Horste können sich durch Tochterzwiebeln ausbreiten
BlüteFrühjahr, in Deutschland meist März bis April
LuftfeuchtigkeitNormale Außenluftfeuchte ist ausreichend; keine besondere Luftfeuchtebehandlung nötig.
Boden-pHschwach sauer bis schwach alkalisch
NährstoffbedarfGering bis mäßig; reifer Kompost oder ein Blumenzwiebeldünger genügt meist.
MindesttemperaturEtwa −15 bis −20 °C an geeigneten, gut drainierten Standorten
USDA-ZoneIn Deutschland meist im Freiland kultivierbar, besonders an warmen, gut drainierten Standorten. Die Winterhärte der Wildart und einzelner Herkünfte kann variieren; in rauen Lagen ist leichter Winterschutz sinnvoll.
WachstumsgeschwindigkeitMittel; Horste vergrößern sich über mehrere Jahre allmählich.

Licht und Standort

Für die stärkste Blüte einen warmen, sonnigen Platz mit mindestens etwa sechs Stunden direkter Sonne wählen. Lichter Halbschatten wird toleriert, tiefer Schatten führt meist zu weniger Blüten. Besonders geeignet sind süd-, südwest- oder westexponierte Beete mit gutem Wasserabzug.

Gießen und Luftfeuchtigkeit

Nach dem Pflanzen und während Austrieb und Blüte bei Trockenheit gründlich gießen. Der Boden darf frisch bis mäßig feucht, aber nie dauerhaft nass sein. Nach dem Vergilben des Laubs die Wassergaben reduzieren und während der Sommerruhe nur bei außergewöhnlicher Trockenheit eingreifen.

Boden und Substrat

Bevorzugt wird ein nährstoffreicher, gut drainierter Boden, der im Frühjahr frisch bis mäßig feucht und im Sommer eher trocken ist. Sandige, lehmige oder kalkhaltige Böden sind geeignet, sofern Staunässe vermieden wird. Schwere Böden mit Splitt, Sand oder Kompost und gegebenenfalls durch ein erhöhtes Beet verbessern.

Düngung

Bei magerem Boden zur Pflanzung etwas reifen Kompost einarbeiten. Im Frühjahr bei Austrieb oder direkt nach der Blüte sparsam einen ausgewogenen Blumenzwiebeldünger nach Packungsangabe geben. Stickstoffreiche Überdüngung vermeiden.

Wachstum und Wuchsform

Die Zwiebel treibt saisonal aus, blüht im Frühjahr und zieht im Frühsommer ein. Tochterzwiebeln lassen Horste langsam größer werden. Grünes Laub nicht abschneiden oder zusammenbinden, da es die Zwiebel für die nächste Saison versorgt.

Pflanzung

Pflanzen und Umtopfen

PflanzzeitHerbst, idealerweise September bis November
PflanztiefeEtwa 10–15 cm, beziehungsweise ungefähr 1,5- bis 2-mal die Zwiebelhöhe
PflanzabstandEtwa 10 bis 15 cm Abstand; in Gruppen gepflanzt wirkt die Jonquille natürlicher, während sich die Horste später durch Tochterzwiebeln ausbreiten.

Zwiebeln von September bis November pflanzen, solange der Boden offen und bearbeitbar ist. Die Zwiebelbasis etwa 10 bis 15 cm tief setzen, abhängig von der Zwiebelgröße und der Durchlässigkeit des Bodens. Nach dem Pflanzen angießen und bis zur Blüte bei trockener Witterung mäßig feucht halten.

Umtopfen

Kübelpflanzen müssen nicht jährlich umgetopft werden. Nach dem Vergilben des Laubs kann das Substrat erneuert und ein zu dichter Bestand geteilt werden. Gefäße brauchen Abzugslöcher; die Zwiebeln werden ungefähr so tief wie im Freiland gesetzt.

Praktische Pflege

Vermehrung und Schnitt

Vermehrung

Am einfachsten durch Tochterzwiebeln. Diese im Frühsommer nach dem Einziehen des Laubs vorsichtig abtrennen und umgehend wieder pflanzen. Aussaat ist möglich, dauert aber mehrere Jahre bis zur Blüte.

Schnitt

Verblühte Blütenköpfe entfernen, wenn keine Samen gewünscht sind. Blätter erst abschneiden, wenn sie vollständig vergilbt oder braun und leicht zu lösen sind. Das Laub nicht flechten und während der Sommerruhe nicht unnötig in der Erde graben.

Saisonale Pflege

Überwinterung

Zwiebeln können in den meisten deutschen Gärten im Boden bleiben. In rauen Lagen oder bei wechselnden Frostperioden eine lockere, leichte Laub- oder Reisigabdeckung verwenden, aber keine dauerhaft nasse, dicke Mulchschicht direkt über der Pflanzstelle. Bei schwerem, winterfeuchtem Boden sind Hochbeete oder gut drainierte Kübel sicherer.

Praktische Verwendung

Verwendung

Geeignet für Frühlingsbeete, Rabatten, Steingärten, naturnahe Wiesenbereiche, Bauerngärten, Kübel und duftende Schnittblumen. Das einziehende Laub lässt sich mit später austreibenden Stauden kaschieren. Schnittblumenwasser nicht trinken und von Kindern und Haustieren fernhalten.

Bestimmung und Wuchsform

Erscheinungsbild

Die schmalen, nahezu zylindrischen Blätter erinnern an Binsen und unterscheiden die Jonquille von vielen breitblättrigen Narzissen. Blattlose Blütenstängel tragen Dolden kleiner, goldgelber, stark duftender Blüten.

Ökologische Beziehungen

Bestäubung und Besucher

Die duftenden, nektarreichen Blüten werden von Bienen, Hummeln und anderen Insekten besucht. Für Narcissus jonquilla ist keine obligate Bestäuberart nachgewiesen.

Pflanzenschutz

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten

Mögliche Probleme sind Zwiebelfäule, Blattflecken oder -verbrennungen und Viruskrankheiten. Gesunde Zwiebeln kaufen, Staunässe vermeiden, für Luftbewegung sorgen und sichtbar erkrankte Pflanzen entfernen. Weiche oder stark befallene Zwiebeln nicht weiterverwenden.

Schädlinge

Mögliche Schädlinge sind Narzissenfliege, Narzissennematoden, Zwiebelschalenmilben und Schnecken. Feste, gesunde Zwiebeln kaufen, Staunässe vermeiden und stark befallenes Pflanzgut entsorgen.

Sicherheit und Allergene

Giftigkeit und Pollen

GiftigkeitGiftig bei Verzehr; Pflanzensaft kann die Haut reizen

Alle Pflanzenteile enthalten giftige Amaryllisgewächs-Alkaloide; die Zwiebeln sind besonders problematisch. Beim Verzehr können unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall auftreten. Der Pflanzensaft kann die Haut reizen. Nicht als Nahrung oder Heilpflanze verwenden.

Pollen und AllergieGeringe Belastung durch luftgetragenen Pollen
Typischer Zeitraum
Spätwinter bis Frühjahr in Deutschland
Bestäubung / Pollen
Insektenbestäubter Pollen

Als insektenbestäubte Pflanze bildet die Jonquille keine großen, windverfrachteten Pollenwolken. Empfindliche Personen können dennoch auf Blüten oder Pflanzensaft reagieren.

Hunde Giftig bei Verzehr; Zwiebeln stellen das größte Risiko dar. Bei Verdacht auf Aufnahme tierärztlichen Rat einholen.
Katzen Giftig bei Verzehr; besonders die Zwiebeln von Katzen fernhalten und bei Verdacht tierärztlichen Rat einholen.
Kinder Giftig bei Verzehr; Zwiebeln und Pflanzenteile außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Bei Aufnahme ein Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe kontaktieren.
Betroffene Pflanzenteile Zwiebeln, Blätter, Stängel und Blüten; alle Pflanzenteile bei Aufnahme als giftig behandeln.
Natürliche Umgebung

Natürlicher Lebensraum

Im natürlichen Verbreitungsgebiet auf der Iberischen Halbinsel wächst die Art in offenen, saisonal feuchten Lebensräumen, an Gehölzrändern und in wärmeren Lagen. Im Garten benötigt sie während des Wachstums Feuchtigkeit, aber meist trockenere Bedingungen in der Sommerruhe.

Gut zu wissen

Wissenswertes

Der Name Jonquille verweist auf das binsenartige, fast runde Laub.
Mehrere duftende Blüten können an einem Stängel erscheinen.
Die Wildart stammt von der Iberischen Halbinsel.
Jonquillen gehören zu den duftenden Narzissen.
Die Zwiebeln ruhen im Sommer nach dem Einziehen des Laubs.
Aus der Art und ihren Verwandten entstanden viele Jonquilla-Sorten.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

24 Fragen

Die wichtigsten Fragen zu dieser Pflanze mit kurzen, direkten Antworten.

🌱Schnellpflege

Was ist Narcissus jonquilla?

Narcissus jonquilla ist die Jonquille, eine duftende, ausdauernde Zwiebelpflanze aus der Gattung der Narzissen. Sie bildet schmale, binsenartige Blätter und kleine gelbe Blüten.

Wann blüht die Jonquille in Deutschland?

In Deutschland blüht die Jonquille meist im März und April. In kühlen Regionen oder bei spätem Frühjahr kann sich die Blüte etwas verschieben.

🌤️Umgebung und Standort

Welchen Standort braucht die Jonquille?

Ideal ist ein warmer, sonniger Standort mit mindestens etwa sechs Stunden direkter Sonne. Lichter Halbschatten wird toleriert, tiefer Schatten verringert meist die Blüte.

Welcher Boden ist für Narcissus jonquilla geeignet?

Die Jonquille bevorzugt nährstoffreichen, gut drainierten Boden, der im Frühjahr frisch und im Sommer eher trocken ist. Staunässe, besonders im Winter und während der Sommerruhe, sollte vermieden werden.

Kann die Jonquille in Lehmboden wachsen?

Ja, sofern überschüssiges Wasser ablaufen kann. Verdichteten Lehmboden mit Kompost und mineralischem Material verbessern oder die Zwiebeln in ein erhöhtes Beet setzen.

💧Pflege und Probleme

Wie wird die Jonquille gegossen?

Während Austrieb und Blüte mäßig gießen, sobald die obere Bodenschicht abzutrocknen beginnt. Nach dem Vergilben des Laubs die Wassergaben reduzieren und die Zwiebeln im Sommer eher trocken halten.

Braucht Narcissus jonquilla Dünger?

Meist reicht ein nährstoffreicher Boden mit etwas reifem Kompost. Bei Bedarf im Frühjahr oder direkt nach der Blüte sparsam Blumenzwiebeldünger nach Packungsangabe verwenden und eine stickstoffreiche Überdüngung vermeiden.

Wann darf ich das Laub der Jonquille abschneiden?

Erst wenn das Laub vollständig vergilbt oder braun ist und sich leicht lösen lässt. Grünes Laub versorgt die Zwiebel und ist wichtig für die Blüte im folgenden Jahr.

Soll ich verblühte Jonquillen zurückschneiden?

Verblühte Blütenköpfe können entfernt werden, wenn keine Samen gewünscht sind. Die grünen Blätter und der untere Stängel bleiben jedoch stehen, bis die Pflanze einzieht.

Warum blüht meine Jonquille nicht?

Häufige Ursachen sind zu wenig Licht, zu dichter Bestand, sehr junge Zwiebeln, zu viel Stickstoff oder zu früh abgeschnittenes Laub im Vorjahr. Die Zwiebeln erst nach dem Einziehen teilen und an einen sonnigeren Platz setzen.

🪴Pflanzen und Umtopfen

Wann pflanze ich Jonquille-Zwiebeln?

Am besten von September bis November, solange der Boden noch offen und bearbeitbar ist. Die Herbstpflanzung ermöglicht die Wurzelbildung vor dem Frühjahrswachstum.

Wie tief werden Jonquille-Zwiebeln gepflanzt?

Die Zwiebelbasis etwa 10 bis 15 cm tief setzen, abhängig von der Zwiebelgröße und der Bodendrainage. In schwerem, feuchtem Boden eher für guten Wasserabzug sorgen, statt besonders tief zu pflanzen.

Wie viel Abstand brauchen Jonquille-Zwiebeln?

Etwa 10 bis 15 cm Abstand sind geeignet. Gruppen aus mehreren Zwiebeln wirken voller; bei größerem Abstand können sich die Horste mit der Zeit ausbreiten.

Können Jonquille-Zwiebeln ganzjährig im Boden bleiben?

Ja, in den meisten deutschen Gärten können sie dauerhaft im Boden bleiben. Ausgraben ist nur bei zu dichtem Bestand, nachlassender Blüte oder problematischer Bodenfeuchte nötig.

✂️Vermehrung und Schnitt

Wie wird Narcissus jonquilla vermehrt?

Die einfachste Methode ist das Abtrennen von Tochterzwiebeln nach dem Einziehen des Laubs im Frühsommer. Gesunde Tochterzwiebeln sofort wieder in normaler Pflanztiefe setzen.

Kann man die Jonquille aus Samen ziehen?

Ja, aber die Aussaat ist deutlich langsamer als die Vermehrung durch Tochterzwiebeln. Sämlinge benötigen meist mehrere Jahre bis zur ersten Blüte.

Wann teilt man Jonquille-Horste?

Am besten im Frühsommer, sobald das Laub vollständig eingezogen ist. Nur gut entwickelte, gesunde Tochterzwiebeln abtrennen und beschädigte Zwiebeln aussortieren.

⚠️Giftigkeit und Sicherheit

Ist Narcissus jonquilla giftig?

Ja, alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die Zwiebeln. Beim Verzehr können Magen-Darm-Beschwerden auftreten; bei Verdacht auf Aufnahme ärztliche oder tierärztliche Hilfe beziehungsweise ein Giftinformationszentrum kontaktieren.

Ist die Jonquille für Hunde und Katzen giftig?

Ja, insbesondere die Zwiebeln sind für Hunde und Katzen giftig. Pflanzgut und Pflanzenreste außer Reichweite halten und bei möglicher Aufnahme umgehend eine Tierarztpraxis kontaktieren.

Kann der Saft der Jonquille die Haut reizen?

Ja, der Pflanzensaft kann bei empfindlichen Personen Hautreizungen verursachen. Beim Pflanzen, Teilen oder Schneiden besser Handschuhe tragen und die Hände anschließend waschen.

Ist der Pollen der Jonquille ein starkes Allergierisiko?

Als insektenbestäubte Pflanze verbreitet die Jonquille ihren Pollen nicht in großen Windwolken. Empfindliche Menschen können dennoch auf Blüten oder Pflanzensaft reagieren; eine individuelle Allergie lässt sich daraus nicht sicher ableiten.

🌸Blüte und Besonderheiten

Ist die Jonquille stark duftend?

Ja, die kleinen goldgelben Blüten duften auffallend intensiv. Der Duft ist an warmen, windstillen Tagen und bei mehreren gemeinsam gepflanzten Zwiebeln besonders deutlich.

Wie viele Blüten trägt ein Jonquillen-Stängel?

Je nach Pflanze und Herkunft können häufig zwei bis sechs Blüten an einem Stängel sitzen. Die Blüten sind klein, gelb und besitzen eine kurze, schalenförmige Nebenkrone.

Kann die Jonquille verwildern?

An geeigneten, sonnigen und gut drainierten Standorten kann sie sich durch Tochterzwiebeln langsam ausbreiten. In Wiesen erst mähen, wenn das Laub vollständig vergilbt ist.

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Nachvollziehbarkeit

Quellen und Datenzuverlässigkeit

88 % insgesamt; Blühzeit, Winterhärte und Ausbreitung hängen in Deutschland von Region, Mikroklima, Zwiebelherkunft und Drainage ab.