San-José-Schildlaus
Diaspidiotus perniciosusSan-José-Schildlaus – Kurzüberblick
Die San-José-Schildlaus (Diaspidiotus perniciosus, auch Quadraspidiotus perniciosus) ist eine Deckelschildlaus an Apfel, Birne, Pflaume, Pfirsich, Beerenobst und vielen Ziergehölzen. Die mobilen Larven besiedeln Triebe, Blätter und Früchte; später entstehen dunkle Schilde. Rote Höfe an Früchten, geschwächte Äste und Absterbeerscheinungen kennzeichnen stärkeren Befall. In Deutschland ist ein Befallsverdacht der zuständigen Pflanzenschutzbehörde zu melden.
Typische Bedingungen
Überblick
Die San-José-Schildlaus saugt Pflanzensaft an Trieben, Ästen, Blättern und Früchten. Die erwachsenen Weibchen sitzen unter rundlichen, grauschwarzen Schilden und sind dadurch gegen viele Kontaktmaßnahmen geschützt. Besonders problematisch ist der Befall an Früchten, weil die Saugstellen rote Höfe bilden und die Ware unverkäuflich werden kann.
In Deutschland tritt der Schädling regional und lokal, insbesondere in wärmeren Obstbaulagen, auf. Bei Verdacht sollte die Bestimmung durch eine Pflanzenschutzstelle oder ein anerkanntes Labor abgesichert werden. Für Wirtspflanzen besteht in Deutschland eine Meldepflicht gegenüber der zuständigen Behörde.
Symptome und Erkennung
- Kleine, rundliche weiße, graue oder später schwarze Schilde auf Rinde, Trieben, Blättern und Früchten.
- Rote bis purpurrote Höfe um die Saugstellen, besonders deutlich auf Äpfeln, Birnen und Steinobst.
- Schwacher Austrieb, Blattfall, Rinden- und Triebschäden sowie bei starkem Befall das Absterben einzelner Äste.
- Rötlich verfärbtes Bastgewebe unter befallenen Zweigen kann die Diagnose gegenüber manchen anderen Schildläusen unterstützen.
- Früchte mit vielen Schildläusen oder roten Saugflecken sind häufig nicht vermarktungsfähig.
Ursachen und Ausbreitung
Die wichtigste Verschleppung erfolgt über befallene Jungpflanzen, Edelreiser, Schnittgut und andere Pflanzenteile. Im Bestand breiten sich die Wanderlarven über kurze Distanzen selbstständig aus; Wind, Tiere, Arbeitsgeräte und eng stehende Wirtspflanzen können die Ausbreitung unterstützen.
Unzureichend kontrollierte Altbäume, verwilderte Obstgehölze und warme, trockene Lagen erleichtern den Populationsaufbau. Eine sichere Diagnose ist wichtig, weil mehrere Deckelschildlausarten ähnlich aussehen können.
Lebenszyklus und Überdauerung
Die Art überwintert in Deutschland überwiegend als junge Larve unter einem dunklen Schild. Im Frühjahr entwickeln sich die Tiere weiter; nach der Paarung bringen die Weibchen lebende Wanderlarven hervor. Diese gelben Crawler verlassen den Mutterschild, bewegen sich kurze Zeit auf der Pflanze und setzen sich anschließend fest.
Nach der Ansiedlung bilden sie zunächst ein helles, später dunkles Schild und beginnen dauerhaft zu saugen. Je nach Region und Witterung sind eine oder zwei Generationen möglich; in warmen Lagen können weitere Entwicklungswellen auftreten. Die Wanderlarven sind die wichtigste Phase für Monitoring und gezielte Bekämpfung.
Behandlung und Bekämpfung
Die Bekämpfung sollte sich an der Befallsstärke und am Entwicklungsstadium orientieren. Zuerst werden Befallsherde eingegrenzt, stark befallene Pflanzenteile entfernt und benachbarte Wirtspflanzen kontrolliert. Bei Obstgehölzen kann eine fachgerecht durchgeführte Austriebsbehandlung mit einem zugelassenen Ölpräparat gegen überwinternde Stadien in Betracht kommen; eine vollständige Benetzung der Rinde ist entscheidend.
Gegen frisch geschlüpfte Wanderlarven sind zugelassene Verfahren grundsätzlich wirksamer als gegen geschützte Schildstadien. Der genaue Termin hängt von Region, Witterung und Kultur ab und sollte über Monitoring, Warndienst oder Beratung bestimmt werden. Im Erwerbsanbau sind Kontrollen der Frucht- und Astproben sowie die jeweils geltenden Bekämpfungsschwellen zu beachten.
Schonende und biologische Bekämpfung
Im Haus- und Kleingarten sollten zunächst stark befallene Triebe ausgeschnitten und über den Restmüll entsorgt werden; nicht auf den Kompost geben. Einzelne Schildläuse können an jungen Gehölzen vorsichtig abgebürstet oder abgewischt werden, ohne die Rinde zu verletzen.
Natürliche Gegenspieler wie Prospaltella perniciosi sowie allgemeine Nützlinge werden durch einen vielfältigen Bestand, blühende Begleitpflanzen und den Verzicht auf unnötige Breitbandbehandlungen geschont. Im ökologischen Anbau kommen – sofern für Kultur und Schaderreger in Deutschland aktuell zulässig – zugelassene Öl- oder andere geeignete Präparate nur nach Beratung und Etikett zum Einsatz. Die Wirkung ist am besten gegen mobile Larven und bei vollständiger Benetzung.
Vorbeugung
- Nur gesundes, kontrolliertes und möglichst zertifiziertes Pflanz- und Vermehrungsmaterial verwenden.
- Neue Pflanzen vor dem Einpflanzen und während der ersten Vegetationsperiode regelmäßig an Trieben, Blattunterseiten und Früchten kontrollieren.
- Im zeitigen Frühjahr Astproben auf überwinternde Schilde untersuchen; bei Vorjahresbefall die Wanderlarven im Frühjahr und Frühsommer gezielt überwachen.
- Befallene Zweige frühzeitig entfernen und Schnittwerkzeuge zwischen befallenen und gesunden Pflanzen reinigen.
- Stark befallene Einzelgehölze nicht durch Veredelungs- oder Steckmaterial weitervermehren.
- Bei bestätigtem Verdacht in Deutschland unverzüglich die zuständige Pflanzenschutzbehörde informieren.
Wissenswertes
- Die Art gehört zu den Deckelschildläusen; das sichtbare Schild ist kein einzelnes Körperteil wie bei einem Käfer, sondern eine Schutzabdeckung der Schildlaus.
- Ein Weibchen kann mehrere hundert lebende Wanderlarven hervorbringen.
- Die mobilen Wanderlarven sind nur kurze Zeit ungeschützt und deshalb für die Befallsüberwachung besonders wichtig.
- Die San-José-Schildlaus besitzt ein sehr breites Wirtsspektrum mit mehr als 150 dokumentierten Wirtspflanzen in der internationalen Fachliteratur.
- Die spezialisierte Zehr- beziehungsweise Schlupfwespe Prospaltella perniciosi kann zur natürlichen Regulierung beitragen.
Pflanzenschutzmittel dürfen in Deutschland ausschließlich verwendet werden, wenn sie für die betreffende Kultur und den konkreten Schaderreger zugelassen oder genehmigt sind. Maßgeblich ist stets die aktuelle Gebrauchsanleitung einschließlich Kultur, Aufwandmenge, Anwendungszeitpunkt, Wartezeit, Bienenschutz- und Auflagen. Keine Behandlung allein anhand allgemeiner Wirkstoffempfehlungen durchführen; im Zweifel die zuständige Pflanzenschutzberatung einbeziehen.
Betroffene Pflanzen
Die folgenden Pflanzen sind anhand strukturierter Wirtsdaten mit diesem Problem verknüpft. Die Liste wird bei neuen Pflanzenprofilen automatisch aktualisiert.
Feldahorn (Acer campestre) – PflegeAcer campestre
Zimt-Ahorn (Acer griseum) – PflegeAcer griseum
Japanischer Ahorn (Acer japonicum) – PflegeAcer japonicum
Eschen-Ahorn (Acer negundo) – PflegeAcer negundo
Fächer-Ahorn (Acer palmatum) – PflegeAcer palmatum
Spitzahorn (Acer platanoides) – PflegeAcer platanoides
Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) – PflegeAcer pseudoplatanus
Rot-Ahorn (Acer rubrum) – PflegeAcer rubrum
Silber-Ahorn (Acer saccharinum) – PflegeAcer saccharinum
Zucker-Ahorn (Acer saccharum) – PflegeAcer saccharum
Tatarischer Steppen-ahorn (Acer tataricum) – PflegeAcer tataricum
Feuer-Ahorn (Acer tataricum ginnala) – PflegeAcer tataricum ginnala
Quelle: