EichenmehltauQuelle: Wikimedia CommonsS. Rae from Scotland, UKCC BY 2.0
Krankheit

Eichenmehltau

Erysiphe alphitoides
Kurzüberblick

Eichenmehltau – Kurzüberblick

Eichenmehltau ist eine häufige Pilzkrankheit an jungen Eichenblättern, die vor allem durch Erysiphe alphitoides verursacht wird. Ein weißer, mehlartiger Belag überzieht Blattoberseiten und -unterseiten, besonders den Johannistrieb. Stark befallene Blätter verkrüppeln, vertrocknen oder fallen vorzeitig ab. Ältere Eichen überstehen den Befall meist, bei Jungpflanzen kann die Triebentwicklung jedoch deutlich leiden.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileVor allem junge Blätter, Blattunterseiten, Johannistriebe und andere frische Triebe von Eichen.
Begünstigende BedingungenWarme, sonnige und eher trockene Witterung, dichter junger Austrieb, geringe Luftbewegung sowie wiederholte Bildung von Johannistrieben.
Pflanzendoktor

Überblick

Der Eichenmehltau bildet ein oberflächliches, weißes Pilzgeflecht auf jungen Blättern und Trieben. Über Haustorien dringt der Pilz in die Epidermiszellen ein und entzieht ihnen Nährstoffe, während der überwiegende Teil des Myzels auf der Pflanzenoberfläche wächst.

In Deutschland tritt der Befall besonders auffällig an jungen Eichen, in Baumschulen und an wieder austreibenden Pflanzen auf. Große, etablierte Bäume werden meist nicht dauerhaft geschädigt, können bei starkem Befall jedoch Assimilationsfläche und Triebzuwachs verlieren.

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Symptome und Erkennung

  • Weißer, mehlartiger Belag auf jungen Blattober- und -unterseiten.
  • Besonders starker Befall an Johannistrieben und anderem frischem Austrieb.
  • Blätter verformen, rollen sich ein, vergilben oder trocknen bei starkem Befall ein.
  • Stark betroffene junge Triebe können in ihrer Entwicklung zurückbleiben oder teilweise absterben.
  • Im Spätsommer erscheinen gelbliche, braune bis schwarze kugelige Kleistothezien, heute meist Chasmothezien genannt.

Der weiße Belag unterscheidet sich von vielen Blattfleckenkrankheiten durch seine abwischbare, oberflächliche Struktur. Für eine sichere Abgrenzung nah verwandter Eichenmehltau-Arten sind jedoch mikroskopische und gegebenenfalls molekulare Untersuchungen erforderlich.

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Ursachen und Ausbreitung

Die Verbreitung erfolgt vor allem durch luftgetragene Konidien. Befallen werden überwiegend Blätter, die noch weniger als etwa drei Wochen alt sind. Infektionen sind bei warmen Tagen, intensiver Sonneneinstrahlung und vergleichsweise trockener Luft möglich; freies Wasser auf dem Blatt ist für die Sporenkeimung nicht zwingend erforderlich.

Dichter Neuaustrieb, schlecht durchlüftete Kronen, wiederholter Johannistrieb und vorgeschädigte oder unter Trockenstress stehende Jungpflanzen begünstigen auffällige Epidemien. Die Art ist in Europa Teil eines taxonomisch schwierigen Eichenmehltau-Komplexes.

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Lebenszyklus und Überdauerung

Im Frühjahr werden überwinterte sexuelle Fruchtkörper durch Feuchtigkeit und geeignete Temperaturen aktiviert. Die darin gebildeten Ascosporen können junge Eichenblätter infizieren. Anschließend erzeugt das oberflächliche Myzel zahlreiche Konidien, die den Befall während der Vegetationsperiode rasch von Blatt zu Blatt verbreiten.

Im Spätsommer und Herbst entstehen im Myzel Chasmothezien. Sie reifen von gelblich über braun bis schwarz und können an abgefallenen Blättern, an Rinde oder in der Umgebung überdauern. Unter mitteleuropäischen Bedingungen wechseln sich sexuelle Überdauerung und wiederholte ungeschlechtliche Sporulation ab.

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Behandlung und Bekämpfung

Bei älteren, vitalen Eichen ist meist keine direkte Behandlung erforderlich. Entscheidend sind die Förderung des Pflanzenvitalität, die Vermeidung von Trockenstress und das Entfernen stark geschädigter junger Triebe.

  • Bei Jungpflanzen oder wertvollen Baumschulbeständen stark befallene Blätter und Triebspitzen frühzeitig entfernen.
  • Werkzeuge nach jedem Schnitt reinigen und die Schnittreste aus dem Bestand entfernen.
  • Keine unnötig starken Rückschnitte durchführen, da kräftiger Neuaustrieb erneut besonders anfällig sein kann.
  • Bei wiederkehrendem starkem Befall die Standortbedingungen, Pflanzdichte und Düngung überprüfen.

Eine chemische Behandlung ist im Hausgarten an großen Eichen meist unverhältnismäßig. Bei gefährdeten Jungpflanzen kann eine fachlich begründete Behandlung sinnvoll sein, wenn sie rechtzeitig am jungen Austrieb ansetzt.

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Schonende und biologische Bekämpfung

Im Vordergrund stehen nichtchemische Maßnahmen: Befall früh erkennen, stark befallene Jungtriebe ausschneiden, Falllaub aus dem unmittelbaren Wurzel- und Kronenbereich entfernen und die Krone beziehungsweise Pflanzung luftig halten. Eine ausgewogene Wasserversorgung unterstützt die Regeneration, beseitigt den Pilz aber nicht direkt.

Biologische oder pflanzenstärkende Präparate dürfen nur eingesetzt werden, wenn sie in Deutschland für die konkrete Kultur und Anwendung zugelassen beziehungsweise rechtlich verkehrsfähig sind. Ihre Wirkung ist bei starkem Eichenmehltau nicht mit einer sicheren Heilung gleichzusetzen; Versuche an wenigen Blättern und eine frühe Anwendung sind sinnvoller als eine späte Behandlung eines vollständig überzogenen Austriebs.

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Vorbeugung

  • Junge Eichen mit ausreichendem Pflanzabstand und guter Kronendurchlüftung kultivieren.
  • Übermäßige Stickstoffdüngung vermeiden; gleichmäßig und bedarfsgerecht wässern, besonders bei Jungpflanzen.
  • Stark befallene, noch kleine Triebspitzen bei trockenem Wetter ausschneiden und nicht kompostieren, wenn der Kompost keine sichere Hygienisierung gewährleistet.
  • Abgefallenes, stark befallenes Laub im Herbst entfernen, insbesondere in Baumschulen und bei kleinen Jungbäumen.
  • Regelmäßig den frischen Austrieb kontrollieren und erste Befallsherde frühzeitig entfernen.

Eine vollständige Ausrottung ist im Freiland nicht realistisch, da Sporen weit verbreitet sind und mehrere Eichenmehltau-Arten beteiligt sein können.

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Wissenswertes

  • Der heute verwendete Name Erysiphe alphitoides wurde in älteren Quellen häufig als Microsphaera alphitoides angegeben.
  • In Europa können mehrere nahe verwandte Mehltaupilze auf Eichen vorkommen; die sichtbare Symptomatik erlaubt daher nicht immer eine sichere Artzuordnung.
  • Die Stieleiche (Quercus robur) wird häufig stärker befallen als die Traubeneiche (Quercus petraea), möglicherweise unter anderem wegen ihres ausgeprägteren Johannistriebs.
  • Bei starkem Befall können Eichen aus größerer Entfernung weißlich erscheinen.
  • Der Befall ist an älteren Bäumen oft auffällig, führt dort aber meist nicht zum Absterben. Kritischer ist er für junge Pflanzen, deren frischer Austrieb wiederholt geschädigt wird.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Pflanzenschutzmittel nur verwenden, wenn ein Produkt in Deutschland aktuell für die konkrete Kultur und das konkrete Problem zugelassen ist. Zulassung, Anwendungsgebiet, Aufwandmenge, Wartezeit, Abstandsauflagen und Schutzvorschriften des aktuellen Etiketts beziehungsweise der amtlichen Datenbank beachten. Keine Mittel aus anderen Kulturen, Ländern oder veralteten Empfehlungen übertragen; bei großen Bäumen fachkundige Beratung hinzuziehen.