
Kichererbse (Cicer arietinum) Kurzvorstellung
Die Kichererbse (Cicer arietinum) ist eine einjährige Hülsenfrucht aus der Familie der Fabaceae. Sie bildet verzweigte, graugrüne Pflanzen mit kleinen Schmetterlingsblüten und aufgeblasenen Hülsen, die meist ein bis zwei Samen enthalten. In Deutschland gelingt der Anbau besonders in warmen, trockenen Regionen und Weinbaulagen. Entscheidend sind ein sonniger Standort, lockerer Boden, gute Drainage und eine Aussaat ab ausreichend erwärmtem Boden.
Taxonomische Einordnung
Kichererbse (Cicer arietinum) – Pflege
Licht und Standort
Mindestens 6–8 Stunden direkte Sonne täglich. Ein offener, luftiger Standort ist besser als ein stark aufgeheizter Platz mit reflektierter Hitze. In heißen Regionen die Kultur in die kühlere geeignete Jahreszeit legen.
Gießen und Luftfeuchtigkeit
Gießen, sobald die obere Bodenschicht abgetrocknet ist, und den Boden von Auflaufen bis Hülsenfüllung gleichmäßig, aber nicht nass halten. Bei beginnender Reife die Wassergaben reduzieren und vor der Ernte möglichst nicht mehr bewässern.
Boden und Substrat
Ideal ist ein lockerer, gut drainierter Lehm- oder sandiger Lehmboden. Verdichtete, staunasse Böden begünstigen Wurzelkrankheiten. Vor der Aussaat kann reifer Kompost eingearbeitet werden; eine starke Stickstoffdüngung ist nicht empfehlenswert.
Düngung
Vor der Aussaat genügt meist reifer Kompost. Stickstoffreiche Dünger vermeiden, da sie übermäßiges Blattwachstum fördern und die Knöllchenbildung beeinträchtigen können. Nur nach Bodenuntersuchung gezielt düngen und niemals geschwächte oder kranke Pflanzen stark düngen.
Wachstum und Wuchsform
Die einjährige Pflanze entwickelt verzweigte, aufrecht bis leicht ausladende Triebe und ein relativ tief reichendes Wurzelsystem. Meist bleibt sie selbsttragend, kann bei starkem Hülsenbesatz oder Wind jedoch umlegen. Gleichmäßige Feuchte während Blüte und Hülsenbildung unterstützt die Entwicklung; Hitze und feuchtwarme Witterung verkürzen die Ertragsphase.
Pflanzen und Umtopfen
In Deutschland meist ab Mitte April bis Anfang Mai aussäen, sobald der Boden mindestens etwa 7 °C erreicht hat und gut abgetrocknet ist. In milden Weinbaulagen sind je nach Sorte auch spätere Aussaaten möglich. Samen 4–6 cm tief legen, vorsichtig angießen und bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht halten.
Umpflanzen möglichst vermeiden, da die Wurzeln empfindlich auf Störungen reagieren. Für Kübelkultur direkt in einen mindestens 25–30 cm tiefen Topf säen oder sehr junge Pflanzen mit intaktem Wurzelballen umsetzen.
Vermehrung und Schnitt
Vermehrung
Aussaat. Direktsaat ist vorzuziehen, da die Jungpflanzen empfindlich auf Wurzelstörungen reagieren. Möglichst frisches, gesundes und für den Gartenbau geeignetes Saatgut verwenden. Eine passende Rhizobien-Impfung kann die Knöllchenbildung fördern, wenn geeignete Bodenbakterien fehlen.
Schnitt
Kein regelmäßiger Schnitt erforderlich. Beschädigte oder kranke Triebe zeitnah entfernen. Nach der Ernte gesunde Pflanzenreste entsprechend der örtlichen Fruchtfolge- und Hygienepraxis entfernen; während der Blüte keine gesunden Triebe schneiden.
Überwinterung
Normalerweise einjährig und nicht zu überwintern. Eine Herbstsaat kommt nur in sehr milden Lagen mit durchlässigem Boden infrage. In kälteren Regionen vor stärkeren Frösten ernten und Pflanzenreste entfernen.
Verwendung
Für frische grüne Samen, getrocknete Kichererbsen, geröstete Snacks und Mehl. Die Kultur kann in Fruchtfolgen als Leguminose eingesetzt werden; ein möglicher Stickstoffbeitrag hängt von einer erfolgreichen Knöllchenbildung ab, während mit den Samen auch Nährstoffe vom Standort entfernt werden.
Erscheinungsbild
Verzweigte grüne Stängel mit graugrünen, gefiederten Blättern und kleinen gezähnten Fiederblättchen. Drüsenhaare können dem Laub ein leicht klebriges Aussehen geben. Nach der Blüte entstehen kurze, aufgeblasene Hülsen mit meist ein bis zwei Samen.
Bestäubung und Besucher
Die Kichererbse ist überwiegend selbstbestäubend. Geöffnete Blüten können Bienen, Schwebfliegen, Wespen, Schmetterlinge und Nachtfalter anlocken. Die tatsächliche Besucherzahl hängt vom regionalen Blütenangebot und der Witterung ab.
Cicer arietinum Fotos
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Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten
Mögliche Probleme sind Umfallkrankheit, Fusarium-Welke, Ascochyta-Brennfleckenkrankheit, Grauschimmel und Wurzelfäulen. Vorbeugend helfen gesundes Saatgut, weite Fruchtfolgen, durchlässiger Boden, gute Luftbewegung und das Vermeiden von Überkopfbewässerung. Stark befallene Pflanzen entfernen und nicht in den Hausgartenkompost geben.
Schädlinge
Mögliche Schädlinge sind Blattläuse, Minierfliegen, Thripse, Erdraupen, Blattkäfer, Schotenwickler und Samenkäfer. Pflanzen regelmäßig kontrollieren, Unkraut entfernen und Nützlinge fördern. Bei starkem Befall nur für Kichererbsen zugelassene Pflanzenschutzmittel nach aktueller deutscher Zulassung verwenden.
Giftigkeit und Pollen
Die reifen Samen sind bei sachgerechter Zubereitung ein etabliertes Lebensmittel. Rohe oder unzureichend gegarte Kichererbsen können Verdauungsbeschwerden verursachen. Bei einer Hülsenfruchtallergie sind allergische Reaktionen möglich; die Pflanze gilt ansonsten nicht allgemein als giftig.
- Typischer Zeitraum
- Während der Blüte von Juni bis August, regional und sortenabhängig
- Bestäubung / Pollen
- Überwiegend in teilweise geschlossenen, von Insekten besuchten Blüten zurückgehaltener Pollen
Der Pollen wird überwiegend innerhalb teilweise geschlossener Blüten übertragen. Dadurch ist die Belastung durch luftgetragenen Pollen vermutlich gering; eine individuelle Empfindlichkeit gegenüber Pflanzenmaterial oder Hülsenfrüchten kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.
Natürlicher Lebensraum
Cicer arietinum ist eine domestizierte Kulturpflanze aus dem Vorderen Orient, insbesondere dem Gebiet der heutigen Türkei, Syriens und des Irans. Die Art wird heute in gemäßigten, mediterranen, subtropischen und trockenen Regionen angebaut und bevorzugt während Fortpflanzung und Hülsenbildung warme, eher trockene Bedingungen.
Wissenswertes
Die Kichererbse wird seit Jahrtausenden kultiviert.
Ihre Blätter bestehen aus mehreren Paaren kleiner Fiederblättchen.
Die aufgeblasenen Hülsen enthalten meist ein bis zwei Samen.
Die Blüten können weiß, rosa oder blassviolett sein.
Viele Blüten bestäuben sich bereits im geschlossenen Zustand selbst.
An den Wurzeln können sich stickstoffbindende Knöllchen bilden.
In Deutschland ist die Kultur noch vergleichsweise wenig etabliert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die wichtigsten Fragen zu dieser Pflanze mit kurzen, direkten Antworten.
🌱Schnellpflege
Wie wird Cicer arietinum auf Deutsch genannt?⌄
Cicer arietinum heißt auf Deutsch Kichererbse. Die Gattung Cicer wird als Kichererbsen bezeichnet.
Ist die Kichererbse einjährig oder mehrjährig?⌄
Die Kichererbse ist eine einjährige Hülsenfrucht. Sie wird in Deutschland jedes Jahr neu aus Samen gezogen.
🌤️Umgebung und Standort
Welchen Standort braucht die Kichererbse?⌄
Sie benötigt einen vollsonnigen, warmen und luftigen Standort. Besonders günstig sind geschützte Lagen und Weinbaugebiete mit eher trockenen Sommern.
Welcher Boden ist für Kichererbsen geeignet?⌄
Geeignet sind lockere, fruchtbare und gut drainierte Lehm- oder sandige Lehmböden. Staunässe und verdichtete Böden sollten vermieden werden.
Welchen pH-Wert bevorzugt die Kichererbse?⌄
Ein pH-Wert von etwa 6,0 bis 8,0 ist meist geeignet. Vor der Aussaat kann eine Bodenuntersuchung klären, ob eine Kalkung oder andere Bodenverbesserung nötig ist.
💧Pflege und Probleme
Wie oft müssen Kichererbsen gegossen werden?⌄
Gießen Sie mäßig, sobald die obere Bodenschicht abgetrocknet ist. Während Blüte und Hülsenbildung sollte der Boden gleichmäßig feucht, aber niemals nass sein.
Brauchen Kichererbsen Dünger?⌄
Meist genügt reifer Kompost vor der Aussaat. Stickstoffreiche Düngung vermeiden, da sie viel Laub fördern und die Knöllchenbildung stören kann.
Benötigen Kichererbsen eine Rankhilfe?⌄
Normalerweise nicht. Bei stark ausladenden Pflanzen, hoher Hülsenlast oder windigen Standorten kann eine einfache Stütze dennoch hilfreich sein.
Warum werden die Blätter meiner Kichererbse gelb?⌄
Mögliche Ursachen sind Staunässe, Wurzelschäden, Nährstoffstress oder Krankheiten. Prüfen Sie zuerst Bodenfeuchte und Wurzeln und entfernen Sie stark geschädigte Pflanzen bei Verdacht auf Welke oder Wurzelfäule.
Welche Krankheiten treten bei Kichererbsen auf?⌄
Häufige Probleme sind Ascochyta-Brennfleckenkrankheit, Fusarium-Welke, Umfallkrankheit und Wurzelfäulen. Gesundes Saatgut, Fruchtwechsel, gute Drainage und das Vermeiden von Überkopfbewässerung senken das Risiko.
Welche Schädlinge können Kichererbsen befallen?⌄
Möglich sind unter anderem Blattläuse, Minierfliegen, Thripse, Erdraupen und schotenbefallende Raupen. Kontrollieren Sie die Pflanzen regelmäßig und bevorzugen Sie mechanische Maßnahmen sowie die Förderung von Nützlingen.
🪴Pflanzen und Umtopfen
Wann sät man Kichererbsen in Deutschland aus?⌄
Die Aussaat erfolgt meist ab Mitte April bis Anfang Mai, wenn der Boden mindestens etwa 7 °C warm und ausreichend abgetrocknet ist. In milden Regionen kann der Termin je nach Sorte abweichen.
Wie tief werden Kichererbsen gesät?⌄
Die Samen werden etwa 4–6 cm tief gelegt. Zu nasse oder stark verdichtete Erde kann den Aufgang trotz passender Saattiefe beeinträchtigen.
Welcher Pflanzabstand ist bei Kichererbsen sinnvoll?⌄
Zwischen den Pflanzen sind etwa 10–15 cm sinnvoll, zwischen den Reihen 30–60 cm. Ein etwas größerer Abstand verbessert die Luftzirkulation.
Soll man Kichererbsensaatgut impfen?⌄
In deutschen Böden fehlen passende Knöllchenbakterien häufig. Eine speziell für Kichererbsen geeignete Rhizobien-Impfung kann deshalb die Knöllchenbildung unterstützen; die Anwendung sollte nach Herstellerangaben erfolgen.
✂️Vermehrung und Schnitt
Wie vermehrt man Kichererbsen?⌄
Die Vermehrung erfolgt durch Samen. Direktsaat ist meist besser als spätes Pikieren oder Umpflanzen, weil die Wurzeln empfindlich reagieren können.
Kann man getrocknete Kichererbsen aus dem Supermarkt aussäen?⌄
Das ist manchmal möglich, aber die Keimfähigkeit ist unsicher. Zertifiziertes Gartensaatgut ist zuverlässiger und bietet eher bekannte Reifezeiten und Sorteneigenschaften.
Wie gewinnt man Saatgut für das nächste Jahr?⌄
Lassen Sie gesunde Hülsen vollständig an der Pflanze trocknen, bis die Samen darin rascheln. Danach die Samen gegebenenfalls nachtrocknen und trocken, kühl sowie luftdicht lagern.
⚠️Giftigkeit und Sicherheit
Sind Kichererbsen für Menschen giftig?⌄
Kichererbsen gelten bei sachgerechter Zubereitung als unbedenkliches Lebensmittel. Rohe oder unzureichend gegarte trockene Samen können jedoch Beschwerden verursachen, und Allergien gegen Hülsenfrüchte sind möglich.
Kann man Kichererbsen roh essen?⌄
Getrocknete Kichererbsen sollten nicht roh gegessen werden. Sie müssen eingeweicht und anschließend vollständig durchgegart werden.
Sind Kichererbsen für Hunde und Katzen giftig?⌄
Eine allgemeine Einstufung als Giftpflanze besteht nicht. Trotzdem können Samen bei Haustieren Verdauungsbeschwerden oder allergische Reaktionen auslösen; rohe trockene Samen sind außerdem eine mögliche Verschluckungsgefahr.
Wie lagert man selbst geerntete Kichererbsen?⌄
Nur vollständig trockene, unbeschädigte Samen einlagern. In einem luftdichten Behälter kühl, trocken und dunkel aufbewahren und Samen mit Schimmel, Schädlingsbefall oder ungewöhnlichem Geruch entsorgen.
🌸Blüte und Besonderheiten
Wann blühen Kichererbsen?⌄
Je nach Aussaat und Sorte beginnt die Blüte meist im Juni oder Juli und kann bis August andauern. Die Blüten sind klein und weiß, rosa oder blassviolett.
Wer bestäubt die Kichererbse?⌄
Die Kichererbse bestäubt sich überwiegend selbst, meist schon in teilweise geschlossenen Blüten. Bienen, Schwebfliegen und andere Insekten können geöffnete Blüten zusätzlich besuchen.
Wie lange dauert es bis zur Ernte?⌄
Bis zur Ernte trockener Samen vergehen häufig etwa 90–120 Tage. Sorte, Aussaattermin, Temperatur, Trockenheit und Krankheiten können die Dauer verändern.
Wann sind Kichererbsen erntereif?⌄
Für die Trockenernte sind sie reif, wenn die meisten Hülsen braun und trocken sind und die Samen beim Schütteln rascheln. Bei feuchtem Wetter können die Pflanzen geschützt nachtrocknen.
Kann man Kichererbsen grün ernten?⌄
Ja, pralle grüne Hülsen können geerntet werden, solange die Samen noch zart sind. Grüne Kichererbsen sollten kühl gelagert und rasch verbraucht werden.