Mattenbohne (Vigna aconitifolia) – Pflanzenfoto

Mattenbohne (Vigna aconitifolia) – Pflege

Vigna aconitifolia
Sonniges Gemüsebeet, Hochbeet, geschützter Innenhof, Gewächshaus, Folientunnel oder großer Kübel. Wegen des kriechenden Wuchses nicht in schmale, aufrecht geplante Beete setzen. Ja, bei Wärme, Sonne und gut drainiertem Boden.

Mattenbohne (Vigna aconitifolia) Kurzvorstellung

Die Mattenbohne (Vigna aconitifolia), auch Mottenbohne oder Mückenbohne genannt, ist eine niedrig wachsende, wärmeliebende Vigna-Bohne aus Südasien. Ihre behaarten Triebe bilden dichte Matten, aus denen tief gelappte Blätter, kleine gelbe Schmetterlingsblüten und kurze Hülsen entstehen. In Deutschland eignet sie sich vor allem für sehr warme Lagen, das Gewächshaus, Hochbeete und große Gefäße. Geerntet werden junge Hülsen oder reife, eiweißreiche Samen.

Systematik

Taxonomische Einordnung

PflanzenfamilieFabaceae
GattungVigna
PflanzengruppeAugenbohne
PflanzentypWärmeliebende einjährige Hülsenfrucht
HerkunftIndischer Subkontinent bis Myanmar und Yunnan in China
Akzeptierter wissenschaftlicher NameVigna aconitifolia
Schnellüberblick

Mattenbohne (Vigna aconitifolia) – Pflege

Wichtigste Ansprüche
LichtbedarfVolle Sonne
WasserbedarfGering bis mittel; nach dem Anwachsen trockenheitsverträglich
WinterhärteFrostempfindliche einjährige Pflanze
BodenLockerer, gut drainierter sandiger Lehm oder hochwertige Gemüse- und Kübelerde
GrößeEtwa 20–30 cm × Etwa 60–100 cm, bei stark kriechendem Wuchs auch mehr
BlüteSommerblüte bei Wärme
LuftfeuchtigkeitNiedrige bis mittlere Luftfeuchte genügt. Bei feuchtwarmer Witterung ist gute Luftzirkulation wichtiger als zusätzliche Luftfeuchte.
Boden-pHLeicht sauer bis leicht alkalisch
NährstoffbedarfNährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Erde; als Leguminose keinen stickstoffreichen Dünger verwenden.
MindesttemperaturWachstum unter etwa 10 °C vermeiden; Frost nicht verträglich.
USDA-ZoneIn Deutschland als frostempfindliche einjährige Sommerpflanze kultivieren. Eine verlässliche Freilandernte ist vor allem in sehr warmen Weinbauklimalagen oder unter geschütztem Anbau zu erwarten; in den meisten Regionen empfiehlt sich Voranzucht oder Kultur im Gewächshaus.
WachstumsgeschwindigkeitSchnell bei anhaltender Wärme; Erntereife meist nach etwa 8–12 Wochen.

Licht und Standort

Mindestens 8 Stunden direkte Sonne an einem möglichst warmen, windgeschützten Süd- oder Südweststandort geben. Bei unzureichendem Licht werden die Triebe dünn und die Blüte fällt schwach aus. In sehr heißen Gefäßen kann etwas Nachmittagsschatten helfen, dichter Schatten reduziert jedoch Blüte und Ertrag.

Gießen und Luftfeuchtigkeit

Während der Etablierung tief gießen, sobald die obersten 2–3 cm Erde abgetrocknet sind. Danach die Oberfläche zwischen den Wassergaben abtrocknen lassen. Während Blüte und Hülsenfüllung gleichmäßig, aber nicht dauerhaft nass halten; vor der Ernte etwas trockener kultivieren. Kübel niemals im Wasser stehen lassen.

Boden und Substrat

Ideal ist lockerer, gut drainierter sandiger Lehm oder eine strukturstabile Gemüseerde. Verdichteter Ton und Staunässe behindern die Pfahlwurzel und fördern Wurzel- und Stängelfäule. Ein leicht saurer bis leicht alkalischer pH-Wert wird toleriert. Etwas reifer Kompost verbessert die Etablierung, zu nährstoffreiche Erde fördert jedoch vor allem Blattmasse.

Düngung

Vor der Aussaat bei magerem Boden eine kleine Menge reifen Kompost einarbeiten. Stickstoffreiche Dünger vermeiden, da sie Blattwachstum fördern und die Hülsenbildung verzögern können. Bei schwachem Wachstum im Kübel höchstens einmal nach dem Anwachsen einen ausgewogenen Dünger in halber Konzentration geben.

Wachstum und Wuchsform

Einjährige, kurzlebige Pflanze mit niedrigem, kriechendem und gelegentlich leicht windendem Wuchs. Die behaarten Triebe bilden eine dichte Bodenmatte. Regelmäßiges Ernten junger Hülsen kann die Produktivität verlängern; bei feuchter Witterung auf ausreichenden Abstand und Luftbewegung achten.

Pflanzung

Pflanzen und Umtopfen

PflanzzeitNach den letzten Frösten, meist ab Ende Mai; im geschützten Anbau früher nach Bodenerwärmung
Pflanztiefe2–3 cm
PflanzabstandEtwa 15 cm zwischen den Pflanzen; für die kriechenden Triebe zusätzlich ausreichend Fläche einplanen.

Nach den letzten Frösten und erst bei dauerhaft erwärmtem Boden aussäen. Die Samen etwa 2–3 cm tief legen und die Pflanzen auf rund 15 cm Abstand vereinzeln. Bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht halten, danach sparsamer gießen. In Deutschland ist ein geschützter Standort, ein Folientunnel oder ein Gewächshaus meist zuverlässiger als ein ungeschütztes Freilandbeet.

Umtopfen

Die Mattenbohne wird meist nur saisonal kultiviert. Am besten direkt in das endgültige Gefäß säen, da die junge Pfahlwurzel empfindlich auf Störungen reagiert. Falls ein Umsetzen nötig ist, nur sehr junge Sämlinge mit vollständig intaktem Wurzelballen verpflanzen.

Praktische Pflege

Vermehrung und Schnitt

Vermehrung

Aussaat. Direktsaat ist bei warmem Boden am schonendsten. Frisches, keimfähiges Saatgut verwenden und während der Keimung keine anhaltende Nässe zulassen. Unter warmen Bedingungen reifen die Pflanzen ungefähr zwei bis drei Monate nach der Aussaat.

Schnitt

Ein Rückschnitt ist normalerweise nicht erforderlich. Beschädigte oder kranke Triebe zeitnah entfernen und abgeerntete Pflanzen nach der Samenreife herausnehmen. Während der Blüte nicht stark zurückschneiden, wenn Samen gewünscht sind.

Saisonale Pflege

Überwinterung

Als frostempfindliche Sommerpflanze behandeln. Hülsen und Samen vor dem ersten Frost ernten und die abgestorbenen Pflanzen entfernen. In kühlen Regionen ist eine neue Aussaat im nächsten warmen Jahr meist sinnvoller als eine Überwinterung.

Praktische Verwendung

Verwendung

Junge grüne Hülsen können gegart als Gemüse verwendet werden. Reife Samen werden nach gründlichem Kochen ganz oder geteilt gegessen. Die Pflanze dient außerdem als Futter- und dürretolerante Körnerleguminose. In Deutschland ist sie vor allem eine seltene Spezialkultur für warme Standorte.

Bestimmung und Wuchsform

Erscheinungsbild

Schlanke, steif behaarte Triebe wachsen vom kurzen Zentrum aus waagerecht und können gelegentlich leicht winden. Die dreiteiligen Blätter besitzen lang gestielte, tief eingeschnittene schmale Fiederblättchen. Kleine gelbe Blüten entwickeln sich zu glatten, kurzen zylindrischen Hülsen, die bei Reife braun werden.

Ökologische Beziehungen

Bestäubung und Besucher

Die Blüten können von kleinen Insekten besucht werden, doch für Deutschland ist keine verlässlich typische Besuchergruppe dokumentiert. Die Mattenbohne daher nicht ohne lokale Beobachtung als zentrale Bestäuberpflanze bewerben.

Pflanzenschutz

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten

Sauberes Saatgut, Fruchtwechsel, gute Durchlüftung und schnelle Wasserableitung beugen Problemen vor. Bei kühler, nasser Aussaat kann es zu Umfallkrankheit kommen; Staunässe begünstigt Wurzel- und Stängelfäule. Stark befallene Pflanzen entfernen, statt sie weiter zu bewässern oder zu düngen.

Schädlinge

Junge Triebe und Hülsen auf Blattläuse, blattfressende Insekten, Hülsenbohrer und Spinnmilben kontrollieren. Bei Jungpflanzen können Kulturschutznetze helfen; größere Schädlinge ablesen und stark geschädigte Pflanzenteile entfernen. Während der Blüte keine routinemäßigen Breitbandinsektizide einsetzen.

Sicherheit und Allergene

Giftigkeit und Pollen

GiftigkeitKeine spezifische Giftigkeit nachgewiesen; essbare Pflanzenteile gründlich kochen.

Die grünen Hülsen und reifen Samen werden in den traditionellen Anbaugebieten als Nahrungsmittel genutzt. Rohe Leguminosen können jedoch antinutritive Inhaltsstoffe enthalten; reife Samen deshalb gründlich durchgaren. Verlässliche Daten zu Vergiftungen bei Menschen oder Haustieren nach normalem Gartenkontakt sind begrenzt.

Pollen und AllergieGeringe dokumentierte Relevanz für die Luft
Typischer Zeitraum
Während der Blüte im Hoch- und Spätsommer
Bestäubung / Pollen
Insektenassoziierter Blütenpollen; luftgetragene Relevanz unzureichend dokumentiert

Die Mattenbohne bildet als Schmetterlingsblütler Pollen, aber es liegen keine belastbaren deutschen Messdaten zur Pollenfreisetzung oder klinischen Allergierelevanz vor. Empfindliche Personen sollten während der Blüte übliche Pollenmaßnahmen beachten.

Hunde Keine spezifische Giftigkeit für Hunde belegt. Rohe Samen und ungekochte Hülsenfrüchte nicht verfüttern; gekochte Bohnen ersetzen kein artgerechtes Hundefutter.
Katzen Keine spezifische Giftigkeit für Katzen belegt. Rohe Samen und ungekochte Hülsenfrüchte unzugänglich aufbewahren.
Kinder Keine spezifischen Daten zur Kinder-Toxizität gefunden. Kleine Kinder von rohen Samen und ungekochten Hülsenfrüchten fernhalten.
Betroffene Pflanzenteile Rohe Samen und Hülsenfrüchte; essbare Teile vor dem Verzehr gründlich garen.
Natürliche Umgebung

Natürlicher Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht vom Indischen Subkontinent über Myanmar bis nach Yunnan in China. Die Art wächst in subtropischen Ebenen, Buschland sowie gestörten und kultivierten Flächen. Sie ist an Hitze, saisonale Trockenheit und eher leichte Böden angepasst.

Gut zu wissen

Wissenswertes

Die Mattenbohne stammt aus dem Indischen Subkontinent und angrenzenden Regionen Asiens. Ihre Triebe können den Boden dicht bedecken. Wurzelknöllchen beherbergen stickstofffixierende Bakterien. Der Name bezieht sich nicht auf Motten, sondern auf die Herkunft der Bezeichnung aus dem Hindi.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

12 Fragen

Die wichtigsten Fragen zu dieser Pflanze mit kurzen, direkten Antworten.

🌱Schnellpflege

Was ist die Mattenbohne?

Die Mattenbohne ist die in Deutschland gebräuchliche Bezeichnung für Vigna aconitifolia, eine einjährige, wärmeliebende Hülsenfrucht aus Südasien. Sie wird wegen ihrer grünen Hülsen und reifen Samen kultiviert.

Ist die Mattenbohne für Anfänger geeignet?

Bei viel Sonne, Wärme und durchlässigem Boden ist sie relativ unkompliziert. In kurzen oder kühlen deutschen Sommern kann die Kultur jedoch schwierig sein.

🌤️Umgebung und Standort

Kann die Mattenbohne in Deutschland im Freiland wachsen?

Ja, aber zuverlässig nur in sehr warmen, geschützten Lagen und nach vollständig erwärmtem Boden. In vielen Regionen sind Folientunnel, Gewächshaus oder ein großer Kübel günstiger.

💧Pflege und Probleme

Wie viel Wasser braucht Vigna aconitifolia?

Nach dem Anwachsen benötigt sie vergleichsweise wenig Wasser und verträgt kurze Trockenphasen. Während Blüte und Hülsenfüllung verbessert eine gleichmäßige, nicht übermäßige Wasserversorgung den Ertrag.

Braucht die Mattenbohne Dünger?

Meist reicht etwas reifer Kompost vor der Aussaat. Stickstoffreiche Dünger vermeiden; bei schwachem Kübelwachstum genügt eine einmalige schwache Gabe eines ausgewogenen Düngers.

Wie viel Platz benötigt die Mattenbohne?

Die Pflanzen werden nur etwa 20–30 cm hoch, wachsen aber kriechend. Pro Pflanze sollte ungefähr 60–100 cm Ausbreitungsfläche eingeplant werden.

🪴Pflanzen und Umtopfen

Wann wird die Mattenbohne in Deutschland ausgesät?

Im Freiland meist ab Ende Mai, sobald keine Fröste mehr drohen und der Boden warm ist. Unter Schutz kann die Aussaat früher erfolgen.

Wie tief werden die Samen gesät?

Die Samen etwa 2–3 cm tief säen. Bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht halten, aber Staunässe vermeiden.

✂️Vermehrung und Schnitt

Wie wird die Mattenbohne vermehrt?

Sie wird durch Samen vermehrt. Direktsaat in den endgültigen Kübel oder in warmen Boden ist meist besser als ein späteres Verpflanzen.

⚠️Giftigkeit und Sicherheit

Sind die Samen der Mattenbohne essbar?

Ja, reife Samen und junge Hülsen werden traditionell gegessen. Reife Samen sollten vor dem Verzehr gründlich gekocht werden; rohe oder unzureichend gegarte Hülsenfrüchte sind nicht empfehlenswert.

Ist die Mattenbohne giftig für Haustiere?

Eine spezifische Giftigkeit für Hunde oder Katzen ist nicht belegt, die Datenlage ist jedoch begrenzt. Rohe Samen und ungekochte Hülsenfrüchte vorsichtshalber unzugänglich aufbewahren.

🌸Blüte und Besonderheiten

Wann blüht die Mattenbohne?

Bei später Aussaat und ausreichend Wärme blüht sie in Deutschland meist im Hoch- bis Spätsommer. Der genaue Zeitpunkt hängt stark von Standort und Witterung ab.

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Nachvollziehbarkeit

Quellen und Datenzuverlässigkeit

88 % insgesamt; Taxonomie, deutscher Name und grundlegende Kulturmerkmale sind gut belegt. Aussagen zu deutscher Freilandtauglichkeit, Bestäubern, Pollen und Toxizität bleiben teilweise unsicher.