Knollige Kapuzinerkresse (Tropaeolum tuberosum) – Pflanzenfoto

Knollige Kapuzinerkresse (Tropaeolum tuberosum) – Pflege

Tropaeolum tuberosum
Sonniges Gemüsebeet, Hochbeet, großer Kübel oder essbarer Klettergarten mit Rankgerüst Für Einsteiger geeignet, wenn eine lange Kulturzeit, Rankhilfe und frostfreie Überwinterung möglich sind.

Knollige Kapuzinerkresse (Tropaeolum tuberosum) Kurzvorstellung

Die Knollige Kapuzinerkresse (Tropaeolum tuberosum), auch Mashua oder Peruanische Knollenkresse genannt, ist eine dekorative Kletterpflanze aus den südamerikanischen Anden. Sie bildet gelappte Blätter, auffällige Blüten mit langem Sporn und essbare Sprossknollen. In Deutschland braucht sie einen langen, möglichst kühlen Sommer und wird meist nach den Eisheiligen gepflanzt. Vor stärkeren Frösten werden die Knollen ausgegraben und frostfrei gelagert.

Systematik

Taxonomische Einordnung

PflanzenfamilieTropaeolaceae
GattungTropaeolum
PflanzengruppeSauerklee
PflanzentypKletternde, knollenbildende Staude
HerkunftWestliche Anden Südamerikas, insbesondere Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien
Akzeptierter wissenschaftlicher NameTropaeolum tuberosum
Schnellüberblick

Knollige Kapuzinerkresse (Tropaeolum tuberosum) – Pflege

Wichtigste Ansprüche
LichtbedarfSonne bis lichter Halbschatten
WasserbedarfMäßig feucht halten
WinterhärteVor Frost schützen; Knollen vor stärkerem Bodenfrost ausgraben.
BodenLockerer, humoser, fruchtbarer und gut drainierter Boden
GrößeEtwa 2–3 m Trieblänge bei langer, günstiger Kulturzeit × Etwa 60–120 cm, bei kriechendem Wuchs auch breiter
BlüteMehrere Monate nach der Pflanzung; in Deutschland meist Spätsommer bis Herbst.
LuftfeuchtigkeitNormale Außenluftfeuchte genügt; gute Luftzirkulation sicherstellen und dauerhaft stehende, feuchte Luft vermeiden.
Boden-pHLeicht sauer bis neutral
NährstoffbedarfMäßiger Nährstoffbedarf
MindesttemperaturVor Temperaturen um den Gefrierpunkt schützen; Knollen vor stärkerem Frost ausgraben.
USDA-ZoneIn Deutschland überwiegend frostempfindlich; im Freiland meist als einjährige Kultur oder mit frostfreier Knollenüberwinterung.
WachstumsgeschwindigkeitNach dem Anwachsen schnell

Licht und Standort

Für die stärkste Blüte und Knollenbildung einen sonnigen, geschützten Standort wählen. In heißen Lagen ist lichter Schatten am Nachmittag hilfreich. Zu wenig Licht führt zu langen, blassen Trieben und weniger Blüten; Hitzewelke deutet eher auf Trockenstress, Wurzelbegrenzung oder übermäßige Wärme als auf einen Bedarf an tiefem Schatten hin.

Gießen und Luftfeuchtigkeit

Gießen, sobald die obere Erdschicht leicht abgetrocknet ist, und den Wurzelbereich anschließend gründlich durchfeuchten. Während Trieb- und Knollenwachstum gleichmäßig mäßig feucht halten, aber keine Staunässe zulassen. Im Herbst bei natürlichem Einziehen weniger gießen. Kübel häufiger kontrollieren.

Boden und Substrat

Ideal ist ein lockerer, humoser und fruchtbarer Boden, der Feuchtigkeit gleichmäßig hält, aber überschüssiges Wasser rasch ableitet. Schwere Lehmböden mit Kompost und grobem organischem Material verbessern oder in einem Hochbeet kultivieren. In Gefäßen eine hochwertige Gemüse- oder Kübelpflanzenerde verwenden; verdichtete Gartenerde ist ungeeignet.

Düngung

Vor der Pflanzung etwas reifen Kompost einarbeiten. Bei schwachem Wuchs oder magerem Boden sparsam mit einem ausgewogenen organischen Gemüsedünger nach Herstellerangabe nachdüngen. Zu viel Stickstoff fördert Blätter und Ranken zulasten der Knollenbildung. Gegen Saisonende nicht mehr routinemäßig düngen.

Wachstum und Wuchsform

Die Knollige Kapuzinerkresse bildet aus unterirdischen Knollen kräftige, windende oder auf dem Boden kriechende Triebe. Eine Rankhilfe aus Spalier, Zaun oder stabilen Stäben verhindert, dass sie Nachbarpflanzen überwuchert. Die Knollen wachsen vor allem im späteren Saisonverlauf.

Pflanzung

Pflanzen und Umtopfen

PflanzzeitNach den Eisheiligen, meist Mitte Mai; in kurzen Lagen ab März oder April geschützt vortreiben.
Pflanztiefe5–10 cm
PflanzabstandEtwa 45–60 cm Pflanzabstand; für eine kräftige Rankhilfe und seitlich ausbreitende Triebe ausreichend Platz einplanen.

Die ruhenden Knollen in Deutschland nach den Eisheiligen pflanzen, sobald der Boden bearbeitbar und etwas erwärmt ist. Etwa 5–10 cm tief mit den Austriebsaugen nach oben setzen, gut angießen und gleich zu Beginn eine Rankhilfe installieren. In kurzen Lagen können die Knollen ab März oder April geschützt vorgetrieben werden.

Umtopfen

Knollen im Frühjahr in einen tiefen Topf mit Abzugslöchern setzen. Vor dem kräftigen Austrieb in frische Erde umtopfen und sofort eine stabile Rankhilfe anbringen. Nach dem Einziehen die Knollen ernten oder zur Überwinterung herausnehmen.

Praktische Pflege

Vermehrung und Schnitt

Vermehrung

Am zuverlässigsten durch ruhende Knollen oder Knollenstücke mit kräftigen Austriebsaugen. Aussaat ist möglich, aber weniger einheitlich und für die Knollenbildung deutlich zeitaufwendiger. Für den Hausgarten ist vegetative Vermehrung vorzuziehen.

Schnitt

Junge Triebe an die Rankhilfe leiten und nur beschädigte, kranke oder stark verhedderte Partien entfernen. Nach dem Absterben des Laubs die oberirdischen Triebe bodennah zurückschneiden, bevor die Knollen ausgegraben werden. Im Sommer nicht stark zurückschneiden.

Saisonale Pflege

Überwinterung

Nach dem Einziehen des Laubs, spätestens vor stärkerem Frost, die Knollen vorsichtig ausgraben. Kurz abtrocknen lassen und in leicht trockenem Packmaterial kühl, dunkel, frostfrei und luftig lagern. Regelmäßig kontrollieren und weiche oder faulende Knollen aussortieren. Eine Überwinterung im Freiland ist in Deutschland nur in sehr milden, gut drainierten Lagen mit unsicherem Ergebnis möglich.

Praktische Verwendung

Verwendung

Vor allem als ungewöhnliches Knollengemüse und dekorative Kletterpflanze. Die Knollen werden traditionell gekocht oder geröstet und können würzig bis kohlartig schmecken. Nur korrekt bestimmtes und sauber angebautes Material verwenden; medizinische Heilaussagen sind nicht abgesichert.

Bestimmung und Wuchsform

Erscheinungsbild

Krautige, weichtriebige Kletterpflanze mit langen Blattstielen, rundlichen schildförmigen Blättern und flach bis tief gelappten Blattspreiten. Die auffälligen Blüten sind röhrenförmig und gespornte, häufig in warmen Rot-, Orange- und Gelbtönen. Unterirdisch entstehen unregelmäßig längliche Sprossknollen.

Blüte

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Blütenfarben
Rot, Orange, Gelb und mehrfarbige Kombinationen
Blütenform
Röhrenförmige, fünfblättrige Blüten mit langem SpornBlütenform
DuftNicht auffällig duftend
BlütengrößeMittelgroße Blüten

Die Blüten sitzen einzeln in den Blattachseln und besitzen den für Tropaeolum typischen langen Sporn. In Deutschland erscheinen sie meist erst nach mehreren Monaten Wachstum, häufig ab Spätsommer. Später Pflanztermin, Sommerhitze, Trockenheit oder früher Frost können die Blüte deutlich verkürzen.

Ökologische Beziehungen

Bestäubung und Besucher

Die auffälligen, sporntragenden Blüten liefern Nektar und können bestäubende Tiere anziehen. Eine bestimmte Bestäuberart ist für deutsche Gärten nicht ausreichend dokumentiert; Besuche hängen von Region, Blütenfarbe, Witterung und dem örtlichen Blütenangebot ab.

Pflanzenschutz

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten

Staunässe, verletzte Knollen und dichter, schlecht belüfteter Bewuchs begünstigen Fäulnis und Blattkrankheiten. In durchlässige Erde pflanzen, am Boden gießen, ausreichend Abstand halten und kranke Pflanzenteile entfernen. Befallene Knollen nicht einlagern.

Schädlinge

Blattläuse, Schnecken, Nacktschnecken und gelegentlich Raupen können junge Blätter und Triebe schädigen. Regelmäßig kontrollieren, größere Schädlinge absammeln und bevorzugt mechanische oder für essbare Kulturen zugelassene Maßnahmen einsetzen.

Sicherheit und Allergene

Giftigkeit und Pollen

GiftigkeitKeine ausreichenden artspezifischen Daten für alle Pflanzenteile

Die Knollen werden traditionell als gegarte Nahrung genutzt. Eine vollständige artspezifische Sicherheitsbewertung für alle Pflanzenteile, Sorten und Zubereitungen liegt jedoch nicht vor. Nur sicher bestimmtes, sauber kultiviertes und ausreichend gegartes Pflanzgut aus vertrauenswürdiger Quelle verwenden; keine medizinischen Anwendungen aus traditionellen Überlieferungen ableiten.

Pollen und AllergieAllergierelevanz unklar
Typischer Zeitraum
Spätsommer bis Herbst bei vorhandener Blüte
Bestäubung / Pollen
Pollen wird in besuchten Blüten präsentiert und nicht überwiegend durch den Wind verbreitet.

Es liegen keine belastbaren deutschen Messdaten zum Pollenflug dieser Art vor. Da die Blüten nicht primär durch Wind bestäubt werden, ist eine großräumige Verbreitung von Pollen wahrscheinlich geringer als bei Gräsern oder Bäumen, ein Allergierisiko von null lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Hunde Keine ausreichenden artspezifischen Daten für Hunde; Aufnahme durch Haustiere verhindern.
Katzen Keine ausreichenden artspezifischen Daten für Katzen; Aufnahme verhindern.
Kinder Rohe Pflanzenteile und Knollen außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
Betroffene Pflanzenteile Als Nahrungsmittel sind vor allem gegarte Knollen überliefert; die Sicherheit von Blättern, Blüten und rohen Pflanzenteilen ist nicht gleichwertig belegt.
Natürliche Umgebung

Natürlicher Lebensraum

Die Art stammt aus den kühlen, saisonal wechselhaften Hochlagen der westlichen Anden in Südamerika. Sie ist an gut drainierte, aber nicht dauerhaft trockene Böden und an eine lange, eher kühle Vegetationszeit angepasst.

Gut zu wissen

Wissenswertes

Sie gehört zu den traditionellen Knollenkulturen der Anden.
Die Pflanze ist mit der Garten-Kapuzinerkresse verwandt.
Ihre Blätter sind rundlich und deutlich gelappt.
Die Blüten besitzen einen auffälligen Nektarsporn.
Unterirdisch entstehen essbare Sprossknollen.
Die Triebe klettern mithilfe biegsamer Blattstiele.
Die Knollenbildung nimmt gegen Herbst zu.
Stärkere Fröste können die Knollen im Boden schädigen.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

18 Fragen

Die wichtigsten Fragen zu dieser Pflanze mit kurzen, direkten Antworten.

🌱Schnellpflege

Was ist die Knollige Kapuzinerkresse?

Die Knollige Kapuzinerkresse ist die knollenbildende Art Tropaeolum tuberosum aus den Anden. Sie wird als ungewöhnliches Gemüse und als dekorative Kletterpflanze kultiviert.

Ist Mashua in Deutschland winterhart?

Nein, in den meisten Regionen Deutschlands ist Mashua nicht zuverlässig winterhart. Die Knollen sollten vor stärkerem Frost ausgegraben und frostfrei überwintert werden.

🌤️Umgebung und Standort

Welcher Standort eignet sich für Tropaeolum tuberosum?

Geeignet ist ein geschützter, sonniger bis halbschattiger Standort mit Rankhilfe. In heißen Lagen schützt lichter Nachmittagsschatten vor übermäßiger Hitze.

Braucht die Knollige Kapuzinerkresse eine Rankhilfe?

Ja, eine stabile Rankhilfe ist empfehlenswert. Die weichtriebige Pflanze kann mehrere Meter lange Ranken bilden und sonst auf dem Boden oder in Nachbarpflanzen wachsen.

💧Pflege und Probleme

Wie wird die Knollige Kapuzinerkresse gegossen?

Den Boden gleichmäßig mäßig feucht halten und gießen, sobald die obere Schicht abgetrocknet ist. Staunässe vermeiden, da sie Wurzel- und Knollenfäule begünstigt.

Welcher Boden ist für Mashua geeignet?

Am besten wächst sie in lockerem, humosem, fruchtbarem und gut drainiertem Boden. Schwere Lehmböden sollten verbessert oder durch ein Hochbeet beziehungsweise einen großen Kübel ersetzt werden.

Muss Tropaeolum tuberosum gedüngt werden?

Eine Kompostgabe vor der Pflanzung reicht häufig aus. Bei magerem Boden sparsam ausgewogen düngen und stickstoffreiche Überdüngung vermeiden, weil sie die Knollenbildung beeinträchtigen kann.

🪴Pflanzen und Umtopfen

Wann wird die Knollige Kapuzinerkresse gepflanzt?

Im Freiland nach den Eisheiligen, meist ab Mitte Mai, wenn keine stärkeren Fröste mehr zu erwarten sind. In kurzen Lagen können die Knollen einige Wochen vorher geschützt vorgetrieben werden.

Wie tief werden Mashua-Knollen gepflanzt?

Die Knollen etwa 5–10 cm tief in lockere Erde setzen, mit sichtbaren Austriebsaugen nach oben. Anschließend angießen und den Boden während des Anwachsens mäßig feucht halten.

Kann man Mashua im Kübel anbauen?

Ja, wenn der Kübel tief genug ist, über Abzugslöcher verfügt und eine stabile Rankhilfe besitzt. Eine fruchtbare, lockere Kübelerde und regelmäßige Wasserkontrolle sind wichtig.

Wann werden die Knollen geerntet?

Geerntet wird im Herbst, wenn das Laub einzieht oder nach leichtem Frost welkt, aber bevor der Boden durchfriert. Vorsichtig ausgraben, da sich die Knollen seitlich von der Pflanzstelle ausbreiten können.

✂️Vermehrung und Schnitt

Wie wird die Knollige Kapuzinerkresse vermehrt?

Am zuverlässigsten durch gesunde Knollen oder Knollenstücke mit Austriebsaugen. Eine Aussaat ist möglich, dauert aber länger und liefert weniger einheitliche Pflanzen.

Wie werden Mashua-Knollen überwintert?

Gesunde Knollen kühl, dunkel, frostfrei und leicht trocken in geeignetem Packmaterial lagern. Regelmäßig kontrollieren und weiche, schimmelige oder faulende Knollen entfernen.

⚠️Giftigkeit und Sicherheit

Sind Mashua-Knollen essbar?

Die Knollen werden traditionell gekocht oder geröstet gegessen. Wegen begrenzter artspezifischer Sicherheitsdaten nur korrekt bestimmte, sauber kultivierte und gut gegarte Knollen aus vertrauenswürdiger Quelle verwenden.

Kann man Blätter und Blüten der Knolligen Kapuzinerkresse essen?

Für Blätter und Blüten liegen weniger verlässliche artspezifische Hinweise vor als für gegarte Knollen. Daher nicht automatisch von der Essbarkeit anderer Kapuzinerkressen auf alle Pflanzenteile schließen.

Ist Tropaeolum tuberosum giftig für Hunde und Katzen?

Dazu gibt es keine ausreichenden artspezifischen Daten. Haustiere sollten die Pflanze und insbesondere die Knollen nicht unbeaufsichtigt fressen; bei Aufnahme tierärztlichen Rat einholen.

🌸Blüte und Besonderheiten

Wann blüht die Knollige Kapuzinerkresse?

Bei früher Pflanzung blüht sie in Deutschland meist ab Spätsommer und kann bis in den Herbst hinein blühen. Ein später Start oder früher Frost verkürzt die Blütezeit.

Warum blüht meine Knollige Kapuzinerkresse nicht?

Häufige Ursachen sind ein zu später Pflanztermin, zu wenig Licht, Hitze, Trockenheit oder eine zu kurze Saison. Ein heller Standort, gleichmäßige Wasserversorgung und frühes Vortreiben können helfen.

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Nachvollziehbarkeit

Quellen und Datenzuverlässigkeit

82 % insgesamt; Taxonomie, deutsche Benennung und Andenherkunft sind gut belegt. Deutsche Kulturzeit, Frostverträglichkeit, Giftigkeit, Pollenrisiko und Bestäuberspektrum sind weniger sicher und wurden entsprechend vorsichtig formuliert.