PurpurfleckenkrankheitQuelle: Wikimedia CommonsHarry Rose from South West Rocks, AustraliaCC BY 2.0
Krankheit

Purpurfleckenkrankheit

Alternaria porri
Kurzüberblick

Purpurfleckenkrankheit – Kurzüberblick

Die Purpurfleckenkrankheit wird durch den Pilz Alternaria porri verursacht und befällt vor allem Zwiebeln, Knoblauch, Schalotten und Porree. Typisch sind ovale, zunächst hellbraune, später violettbraune Blattflecken mit konzentrischen Ringen und gelbem Hof. Wärme, anhaltende Blattnässe, dichter Bestand sowie Verletzungen durch Hagel, Thripse oder andere Krankheiten fördern die Epidemie.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileVor allem ältere Blätter und Blattbasen; gelegentlich Blüten- und Samentriebe sowie verletzte Zwiebelhälsen und Zwiebeln.
Begünstigende BedingungenAnhaltende Blattnässe durch Regen, Tau, Nebel oder Beregnung, hohe relative Luftfeuchte, warme Witterung, dichter Bestand, schlechte Luftzirkulation und verletztes oder durch andere Krankheiten vorgeschädigtes Blattgewebe.
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Überblick

Die Purpurfleckenkrankheit ist eine durch Alternaria porri verursachte Krankheit der Gattung Allium. Besonders häufig betroffen sind Speisezwiebeln; auch Knoblauch, Schalotten und Porree können erkranken. Die Diagnose ist nicht allein anhand der violetten Färbung sicher, da unter anderem Stemphylium-Blattflecken, Botrytis-Blattflecken, Falscher Mehltau, Thripsschäden und abiotische Blattverletzungen ähnlich aussehen können.

Der Befall beginnt meist an älteren oder bereits geschädigten Blättern. Bei günstiger Witterung vergrößern sich die Flecken, verschmelzen und können das Blatt abschnüren. Infektionen von Zwiebelhälsen oder verletzten Zwiebeln sind insbesondere nahe der Ernte und während der Lagerung möglich.

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Symptome und Erkennung

Erste Symptome sind kleine, elliptische, hellbraune bis strohfarbene Flecken auf den Blättern. Sie werden größer, sinken teilweise leicht ein und färben sich zunehmend violett- bis purpurbraun. Häufig sind konzentrische Ringe und ein gelblicher Hof sichtbar; gelbe bis braune Streifen können sich längs des Blattes über den eigentlichen Fleck hinaus ausbreiten.

Bei hoher Befallsstärke verschmelzen die Läsionen, schnüren Blätter ein und führen zu Blattspitzennekrosen, Vergilbung, Welken und vollständigem Absterben des Laubes. Bei feuchter Witterung kann sich auf den Flecken ein dunkelbrauner bis schwarzbrauner, samtig-pudriger Sporenbelag bilden. Verletzte Zwiebeln können braune Fäulen am Hals oder an Wundstellen entwickeln.

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Ursachen und Ausbreitung

Die Krankheit wird durch Konidien von Alternaria porri verbreitet, die aus befallenem Laub, Ernteresten oder Ausschusszwiebeln stammen. Wind und Regenspritzer tragen die Sporen auf neue Blätter. Längere Blattnässe durch Regen, Tau, Nebel oder Überkopfberegnung ermöglicht Keimung und Infektion.

Verletzungen durch Thripse, Hagel, mechanische Arbeiten oder andere Krankheiten erleichtern das Eindringen. Hohe Stickstoffversorgung kann über üppiges, spät abreifendes Gewebe indirekt ungünstig sein; entscheidender sind jedoch Blattnässe, Bestandsdichte, vorhandenes Inokulum und die allgemeine Pflanzengesundheit.

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Lebenszyklus und Überdauerung

Alternaria porri überdauert vor allem in befallenem Allium-Laub, Ernteresten, Ausschusszwiebeln und möglicherweise infiziertem Saat- oder Pflanzgut. Unter feuchten Bedingungen bildet der Pilz auf diesen Substraten Konidien. Wind, Regenspritzer und kontaminierte Arbeitsabläufe verbreiten die Sporen auf benachbarte Pflanzen.

Für die Keimung und Infektion sind lange Blattnässeperioden entscheidend. Älteres, physiologisch nachlassendes oder durch Thripse, Hagel, Falschen Mehltau und andere Ursachen verletztes Gewebe ist besonders anfällig. Nach mehreren Infektionszyklen kann sich der Befall innerhalb weniger Wochen stark ausweiten. Die genaue Bedeutung einzelner Überdauerungsquellen kann je nach Anbausystem und Region variieren.

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Behandlung und Bekämpfung

Ein bereits stark befallenes Blatt heilt nicht wieder aus. Einzelne frühe Befallsherde können im Hausgarten mitsamt dem Blatt entfernt werden; das Schnittgut gehört in den Restmüll oder wird entsprechend den örtlichen Vorgaben entsorgt. Stark geschädigte Pflanzen sollten aus dem Bestand genommen werden.

Im Erwerbsanbau ist ein integriertes, vorbeugendes Vorgehen wirksamer als eine späte Einzelmaßnahme: Bestandsklima verbessern, Blattnässe reduzieren, Befallsherde überwachen und zugelassene Fungizide nur nach aktueller deutscher Indikation und Etikett anwenden. Wirkstoffgruppen sollten gemäß Zulassung und Resistenzmanagement abgewechselt werden. Die Diagnose sollte vor einer Behandlung möglichst abgesichert werden, da Stemphylium- und Botrytis-Blattflecken ähnlich erscheinen.

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Schonende und biologische Bekämpfung

  • Befallene Blätter und stark erkrankte Pflanzen frühzeitig aus dem Bestand entfernen und nicht auf dem Kompost entsorgen; Erntereste vollständig beseitigen.
  • Gesundes, kontrolliertes Saat- und Pflanzgut verwenden und Ausschuss- oder Lagerzwiebelhaufen nicht neben dem Anbau stehen lassen.
  • Eine mehrjährige Fruchtfolge mit Abstand zu Zwiebeln, Knoblauch, Schalotten und Porree einhalten; als praktische Orientierung mindestens zwei bis drei Jahre, bei wiederkehrendem Befall länger.
  • Reihen nicht zu dicht anlegen, Unkraut entfernen und für rasches Abtrocknen sorgen. Möglichst bodennah oder tropfend bewässern und nicht abends über Kopf beregnen.
  • Sorten mit möglichst guter Blattgesundheit beziehungsweise regional bewährter Toleranz bevorzugen. Eine vollständig sichere Resistenz ist nicht für alle Kulturen und Sorten verfügbar.
  • Biologische Präparate können nur berücksichtigt werden, wenn sie in Deutschland für die betreffende Kultur und Indikation zugelassen beziehungsweise genehmigt sind; ihre Wirkung ist häufig vorbeugend und standortabhängig.
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Vorbeugung

  • Allium-Bestände mit ausreichendem Reihen- und Pflanzenabstand kultivieren und eine gute Durchlüftung sicherstellen.
  • Nur gesundes Saatgut, Steckzwiebeln und Pflanzgut verwenden.
  • Eine Fruchtfolge von mindestens zwei bis drei Jahren ohne Zwiebelgewächse einplanen; bei starkem oder wiederkehrendem Befall längere Pausen wählen.
  • Freiwillig auflaufende Zwiebeln, Knoblauch und andere Allium-Arten sowie kranke Pflanzen entfernen.
  • Blattnässe reduzieren: vorzugsweise morgens und bodennah bewässern, Überkopfberegnung vermeiden und Beete nicht überdüngen.
  • Thripse und andere Schaderreger regelmäßig kontrollieren, weil Fraßwunden die Infektion fördern können.
  • Bei gefährdeten Kulturen ab Vegetationsbeginn wöchentlich kontrollieren, besonders nach warmen, feuchten Wetterperioden.
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Wissenswertes

  • Die violette Färbung entsteht meist erst während der Fleckvergrößerung; frühe Läsionen können zunächst hellbraun und daher leicht mit anderen Blattflecken verwechselt werden.
  • Der Erreger wird häufig durch bereits vorhandene Schäden begünstigt. Deshalb kann die Bekämpfung von Thripsen, Falschem Mehltau und anderen Verletzungsursachen den Krankheitsdruck indirekt senken.
  • Auch wenn Zwiebeln der wichtigste Wirt im Gemüsebau sind, wurden Erkrankungen an mehreren kultivierten Allium-Arten beschrieben.
  • Blattnässe ist für die Epidemie wichtiger als die bloße Lufttemperatur. Dichte Bestände und abendliche Überkopfberegnung verlängern die Nässephase.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Pflanzenschutzmittel dürfen in Deutschland ausschließlich eingesetzt werden, wenn sie für die jeweilige Kultur und die Purpurfleckenkrankheit zugelassen sind. Vor jeder Anwendung die aktuelle Zulassung, Auflagen, Wartezeit, Anwendungsbestimmungen und Gebrauchsanleitung des Etiketts prüfen; Zulassungen und Aufbrauchfristen können sich ändern. Im Haus- und Kleingarten gelten zusätzlich die dort ausdrücklich zugelassenen Anwendungen.

Wirtspflanzen

Betroffene Pflanzen

8 verknüpfte Profile

Die folgenden Pflanzen sind anhand strukturierter Wirtsdaten mit diesem Problem verknüpft. Die Liste wird bei neuen Pflanzenprofilen automatisch aktualisiert.