Kiefernschütte durch Lophodermium seditiosumQuelle: Wikimedia CommonsI.Sáček, seniorCC0
Krankheit

Kiefernschütte durch Lophodermium seditiosum

Lophodermium seditiosum
Kurzüberblick

Kiefernschütte durch Lophodermium seditiosum – Kurzüberblick

Die Kiefernschütte durch Lophodermium seditiosum ist eine pilzliche Nadelerkrankung vor allem junger Wald-, Schwarz- und anderer zwei- oder dreinadeliger Kiefern. Gelbe bis rotbraune Flecken werden im Frühjahr zu einer vollständigen Nadelverbräunung; im Sommer fallen die Nadeln vorzeitig ab. Feuchte Nadeln, dichte Bestände und schlechte Luftzirkulation fördern den Befall.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileVor allem Nadeln des laufenden Jahres, zunächst bevorzugt im unteren Kronenbereich; bei starkem Befall auch Zweige junger Kiefern durch Nadelverlust.
Begünstigende BedingungenFeucht-kühle Witterung, häufige Niederschläge im Spätsommer und Herbst, lang anhaltende Nadelnässe, dichte Pflanzungen, schlechte Luftzirkulation und schattige, schlecht abtrocknende Kronenbereiche.
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Überblick

Lophodermium seditiosum verursacht die Kiefernschütte, eine vorzeitige Erkrankung der Nadeln. Befallen werden vor allem die Nadeln des laufenden Jahres; die Symptome werden häufig erst im Spätherbst, Winter oder Frühjahr sichtbar. Anfänglich entstehen gelbe bis rotbraune Flecken, später verfärben sich ganze Nadeljahrgänge rotbraun und werden im Sommer abgeworfen. Starker Befall kann bei Sämlingen und Jungpflanzen das Wachstum deutlich bremsen oder zum Absterben führen. Bei älteren, vitalen Bäumen ist der Schaden oft begrenzt, kann sich bei wiederholten Befallsjahren aber verstärken.

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Symptome und Erkennung

Im Spätsommer oder Herbst erscheinen zunächst kleine gelbe Flecken, oft mit gelbem Hof. Im Winter oder Frühjahr werden die Flecken rotbraun und können zusammenfließen. Die Nadeln verfärben sich anschließend vollständig rotbraun bis strohfarben.

Ab dem späten Frühjahr und besonders im Sommer fallen die befallenen Nadeln vorzeitig ab. Der Befall beginnt häufig an den unteren Ästen und schreitet bei jungen Pflanzen nach oben fort. Stark geschädigte Kiefern tragen nur noch Büschel der jüngsten, grünen Nadeln an den Triebenden.

Auf abgestorbenen Nadeln bilden sich schwarze, länglich-ovale bis fußballförmige Fruchtkörper mit einem charakteristischen Längsspalt. Diese Strukturen sind bei feuchter Witterung besonders auffällig. Das Symptom allein beweist jedoch nicht sicher, dass es sich um L. seditiosum handelt.

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Ursachen und Ausbreitung

Die Krankheit wird durch Sporen aus Fruchtkörpern auf abgestorbenen Kiefernnadeln verbreitet. Wind, Regen und Spritzwasser transportieren die Sporen auf junge Nadeln. Langanhaltende Feuchtigkeit auf der Nadeloberfläche ist für Keimung und Infektion entscheidend. Dichte Bestände, geringe Durchlüftung, schattige Unterkronen und wiederholte feuchte Herbstperioden erhöhen das Befallsrisiko. Stress durch ungeeignete Standorte kann die Folgen des Nadelverlusts verschärfen, ist aber nicht die eigentliche Ursache.

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Lebenszyklus und Überdauerung

Der Pilz überdauert auf befallenen, abgestorbenen und abgefallenen Kiefernnadeln. Auf diesen Nadeln reifen schwarze Fruchtkörper heran. Bei ausreichender Feuchtigkeit werden Sporen freigesetzt und durch Wind oder Spritzwasser auf frische Nadeln übertragen.

Die Infektion erfolgt überwiegend während feuchter Perioden im Spätsommer und Herbst. Die befallenen Nadeln können zunächst weitgehend unauffällig bleiben. Die ersten deutlichen Flecken werden häufig erst im Spätherbst, nach der Schneeschmelze oder im folgenden Frühjahr sichtbar.

Im Verlauf des Frühjahrs sterben die Nadeln ab; im Frühsommer und Sommer werden sie abgeworfen. Die Fruchtkörper auf den toten Nadeln bilden anschließend weiteres Sporenmaterial. Der genaue Zeitablauf variiert mit Witterung, Höhenlage, Kiefernart und Bestandesstruktur.

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Behandlung und Bekämpfung

Bereits vollständig braune Nadeln werden nicht wieder grün. Bei einzelnen Zierkiefern und Jungpflanzen können stark befallene, abgestorbene Triebabschnitte bei trockener Witterung entfernt werden; Schnittwerkzeuge anschließend reinigen.

In Baumschulen und Christbaumkulturen sollte die Bekämpfungsentscheidung auf Befallsstärke, Witterungsverlauf und Entwicklungsstadium der neuen Nadeln beruhen. Entscheidend ist die Vorbeugung weiterer Infektionen, nicht die Behandlung bereits abgestorbener Nadeln.

Chemische Maßnahmen kommen in Deutschland nur in Betracht, wenn für die konkrete Kiefernkultur beziehungsweise das Objekt und den relevanten Schaderreger eine aktuelle Zulassung besteht. Die Anwendung muss exakt nach dem aktuellen Etikett erfolgen; für Haus- und Kleingärten gelten zusätzliche Einschränkungen.

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Schonende und biologische Bekämpfung

  • Befallene Jungpflanzen frühzeitig beobachten und stark geschädigte, abgestorbene Triebe aus hygienischen Gründen entfernen.
  • Abgefallene, deutlich befallene Nadeln aus Baumschulen, Christbaumkulturen und kleinen Gartenbeständen entfernen und nicht in dichtem Bestand liegen lassen.
  • Dichte Pflanzungen auslichten und beim Neupflanzen ausreichende Abstände wählen, damit Nadeln und Kronen nach Regen rasch abtrocknen.
  • Standorte mit Staunässe, Kaltluft und dauerhaft schlechter Luftbewegung vermeiden; Bewässerung möglichst bodennah und nicht über die Krone ausbringen.
  • Bei Nachpflanzungen möglichst weniger anfällige, standortgerechte Herkünfte und gesunde, kontrollierte Jungpflanzen verwenden. Eine biologische Behandlung mit einem bestimmten Präparat sollte nur nach aktueller deutscher Zulassung und belastbarer Indikation erfolgen.
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Vorbeugung

  • Kiefern sonnig und mit guter Luftbewegung pflanzen; enge Reihen und dauerhaft dichte Unterbestände vermeiden.
  • Bei Jungpflanzen regelmäßig die unteren Kronenbereiche und die Nadelstreu auf gelbe Flecken, Nadelverbräunung und schwarze Spaltlippen kontrollieren.
  • Abgefallene befallene Nadeln aus kleinen Kulturen, Baumschulen und Zierpflanzenbeständen möglichst entfernen.
  • Überkopfberegnung und Arbeiten an nassem Pflanzenbestand vermeiden, um die Verbreitung von Sporen durch Spritzwasser zu begrenzen.
  • Bei wiederkehrendem Befall die Kiefernart, Herkunft, Pflanzdichte, Standortentwässerung und Luftzirkulation überprüfen.
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Wissenswertes

  • Lophodermium seditiosum wurde früher teilweise mit Lophodermium pinastri verwechselt; diese Arten unterscheiden sich jedoch in ihrer Bedeutung als Krankheitserreger.
  • Die auffälligen schwarzen Spaltlippen auf toten Nadeln sind Fruchtkörper und nicht automatisch ein Hinweis auf einen aktuell fortschreitenden Befall.
  • Junge Waldkiefern, Schwarzkiefern und andere zwei- oder dreinadelige Kiefern können besonders empfindlich reagieren, während die Anfälligkeit je nach Art, Herkunft und Standort variiert.
  • Ein starker Nadelverlust kann der Kiefer ein vorübergehendes „Bürsten-“ oder „Löwenschwanz“-Aussehen verleihen, weil vor allem die älteren Nadeljahrgänge fehlen.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Für Deutschland dürfen ausschließlich Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, die für die jeweilige Kultur beziehungsweise das Objekt und den betreffenden Schaderreger aktuell zugelassen sind. Vor einer Anwendung ist die Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zu prüfen. Maßgeblich sind stets das aktuelle Etikett, die Anwendungsbestimmungen und die Zulassung für Haus- und Kleingarten oder berufliche Anwendung. Keine Behandlung nach pauschalen Wirkstoff- oder Dosierempfehlungen.