FeuerbrandQuelle: Wikimedia CommonsWikimedia Commons közreműködőPublic domain
Krankheit

Feuerbrand

Erwinia amylovora
Kurzüberblick

Feuerbrand – Kurzüberblick

Feuerbrand ist eine schwerwiegende Bakterienkrankheit an Apfel, Birne, Quitte und weiteren Rosengewächsen. Der Erreger dringt meist über offene Blüten, junge Triebspitzen oder Verletzungen ein. Befallene Blüten, Blätter und Triebe wirken wie verbrannt, vertrocknen und bleiben häufig am Ast hängen. Eine sichere Diagnose kann wegen ähnlicher Schadbilder nur durch fachkundige Untersuchung bestätigt werden.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileBlüten, Blütenstiele, junge Triebe, Blätter, Rinde, Äste, Stamm und bei starkem Befall Früchte.
Begünstigende BedingungenOffene Blüten, Temperaturen ab etwa 18 °C, ausreichende Blüten- oder Blattnässe, feuchtwarme Gewitterperioden, starkes Triebwachstum, Hagel- und Schnittwunden sowie anfällige Sorten.
Pflanzendoktor

Überblick

Der Erreger besiedelt zunächst Blüten, junge Triebe oder verletztes Gewebe und kann sich anschließend in Rinde und Leitgewebe ausbreiten. In Deutschland ist Feuerbrand etabliert, tritt aber stark witterungs- und sortenabhängig auf. Ein Verdacht sollte insbesondere bei rasch fortschreitendem, verbrannt wirkendem Befall fachlich abgeklärt werden, da auch Pseudomonas-Infektionen, Monilia-Spitzendürre, Frost- und Trockenschäden ähnliche Symptome verursachen.

Bei gewerblichen Kulturen und Baumschulen sind zusätzlich die pflanzengesundheitsrechtlichen Vorgaben für geregelte Schadorganismen und das Verbringen von Wirtspflanzen zu beachten.

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Symptome und Erkennung

  • Blütenbüschel werden zunächst wässrig, braun bis schwarz und vertrocknen.
  • Junge Triebe welken, verfärben sich dunkel und krümmen sich häufig hakenförmig.
  • Vertrocknete Blätter bleiben oft am Trieb hängen und verleihen dem Gehölz ein verbranntes Aussehen.
  • An Trieben, Ästen oder Stamm können eingesunkene, dunkel verfärbte Canker entstehen.
  • Bei feuchtwarmer Witterung treten an Blüten, Trieben oder Cankern farblose bis bernsteinfarbene Schleimtropfen aus.
  • Früchte können bei starkem Befall ebenfalls erkranken.

Die Symptome sind nicht allein beweisend. Bei begründetem Verdacht sollte die zuständige Pflanzenschutzdienststelle oder ein geeignetes Labor einbezogen werden.

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Ursachen und Ausbreitung

Erwinia amylovora überwintert vor allem in abgestorbenen Rinden- und Gewebebereichen befallener Triebe und Äste. Im Frühjahr kann bakterienhaltiger Schleim austreten. Regen, Wind, bestäubende Insekten, andere Insekten, Schnittwerkzeuge und infiziertes Pflanzmaterial tragen zur Verbreitung bei.

Der wichtigste Infektionsweg führt über offene Blüten. Nach der Blüte sind auch frische, stark wachsende Triebspitzen sowie Wunden durch Hagel, Windbruch oder Schnitt gefährdet. Eine Übertragung ist besonders problematisch, wenn mehrere anfällige Wirtspflanzen in unmittelbarer Nähe stehen.

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Lebenszyklus und Überdauerung

Der Erreger überdauert in Cankern und befallenem Holz. Bei günstiger Frühjahrswitterung vermehrt er sich an den Befallsstellen und bildet Schleim. Offene Blüten werden durch Insekten, Regen oder direkten Kontakt mit kontaminiertem Material besiedelt. Von dort kann sich die Bakterie in Blütenstiele und junge Triebe ausbreiten. Wärme, Feuchtigkeit und starkes Triebwachstum begünstigen die Entwicklung; in Deutschland liegen kritische Phasen meist während der Blüte und bis in den Frühsommer, bei geeigneter Witterung auch später nach Verletzungen.

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Behandlung und Bekämpfung

Eine bereits systemisch infizierte Pflanze lässt sich nicht zuverlässig durch Spritzungen heilen. Befallene Triebe sollten bei trockenem Wetter großzügig bis deutlich in gesundes Holz zurückgeschnitten werden; bei starkem oder stammnahem Befall kann die vollständige Entfernung des Gehölzes erforderlich sein. Schnittgut aus der Anlage entfernen und nicht mulchen oder liegen lassen. Werkzeuge zwischen Bäumen und insbesondere nach jedem Verdachtsfall gründlich reinigen und desinfizieren.

Bei größeren Anlagen, Baumschulbeständen, starkem Befall oder unklarer Diagnose ist der zuständige Pflanzenschutzdienst einzuschalten. Nacharbeiten und Kontrollen sind wichtig, weil Symptome verzögert sichtbar werden können.

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Schonende und biologische Bekämpfung

Im ökologischen und hausgärtnerischen Anbau stehen vorbeugende und hygienische Maßnahmen im Vordergrund: widerstandsfähige Sorten wählen, Blüh- und Triebphasen überwachen, Befallsherde früh entfernen, Werkzeuge desinfizieren und Schnittgut aus dem Bestand verbringen. In Erwerbsanlagen können zugelassene biologische Antagonisten oder andere biologische Präparate Bestandteil einer integrierten Strategie sein; ihre Wirksamkeit hängt stark vom Präparat, dem Entwicklungsstadium und der Infektionsprognose ab. Eine Anwendung sollte nur nach aktueller Beratung und entsprechend der Zulassung erfolgen.

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Vorbeugung

  • Beim Kauf nur gesundes, kontrolliertes und möglichst widerstandsfähiges Pflanzgut verwenden.
  • Anfällige Apfel- und Birnensorten sowie stark wachsende Junganlagen besonders aufmerksam überwachen.
  • Während der Blüte und im Anschluss bis weit in den Frühsommer regelmäßig kontrollieren; Randbereiche und benachbarte Wirtspflanzen einbeziehen.
  • Starkes, unnötiges Triebwachstum durch standortgerechte Düngung und ausgewogene Pflege vermeiden.
  • Schnittarbeiten nicht in feuchtwarme Infektionsphasen legen und unnötige Verletzungen vermeiden.
  • Verdächtige Gehölze markieren, nicht ohne fachliche Einschätzung vermehren oder weitergeben und die regionalen pflanzengesundheitlichen Hinweise beachten.
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Wissenswertes

  • Der Name Feuerbrand beschreibt das verbrannt wirkende Erscheinungsbild der befallenen Triebe.
  • Apfel und Birne gehören zu den wirtschaftlich wichtigsten Wirtspflanzen, doch auch Felsenbirne, Zierquitte, Zwergmispel, Weiß- und Rotdorn, Feuerdorn, Mispel, Eberesche und weitere Rosengewächse können betroffen sein.
  • Die Anfälligkeit unterscheidet sich deutlich zwischen Arten und Sorten; bei Apfel gelten unter anderem manche stark wachsenden Sorten als besonders gefährdet.
  • Feuerbrand ist in Deutschland nicht mehr allgemein als meldepflichtiger Quarantäneschadorganismus geregelt, kann aber weiterhin pflanzengesundheitliche Maßnahmen und Verbringungsauflagen auslösen.
  • Die sichere Unterscheidung von ähnlichen Schäden ist besonders wichtig, weil hakenförmige Triebe, Nekrosen und Welkesymptome auch andere Ursachen haben können.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

In Deutschland dürfen ausschließlich aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel für die jeweilige Kultur und Anwendung eingesetzt werden. Zulassung, Kultur, Indikation, Aufwandmenge, Anwendungszeitpunkt, Abstandsauflagen und Bienenschutz sind vor jeder Anwendung im amtlichen Pflanzenschutzmittelverzeichnis beziehungsweise auf dem aktuellen Produktetikett zu prüfen. Antibiotikahaltige Feuerbrandmittel sind im deutschen Pflanzenbau nicht als allgemeine Hausgartenlösung anzusehen; keine nicht zugelassenen Mittel oder Eigenmischungen verwenden.