ApfelrostmilbeQuelle: Wikimedia CommonsAlfred Nalepa (1856-1929)Public domain
Schädling

Apfelrostmilbe

Aculus schlechtendali
Kurzüberblick

Apfelrostmilbe – Kurzüberblick

Die Apfelrostmilbe (Aculus schlechtendali) ist eine winzige, freilebende Gallmilbe an Apfelbäumen und gelegentlich Birnen. Sie überwintert unter Knospenschuppen und besiedelt im Frühjahr junge Blätter, Blüten- und Fruchtgewebe. Bei starkem Befall entstehen bronzefarbene Blattunterseiten, vorzeitige Blattalterung und mitunter Berostungen an den Früchten. In geringer Dichte ist sie eine Nahrung für Raubmilben.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileVor allem Blattunterseiten, Mittelrippen, junge Blätter, Blütenorgane und gelegentlich junge Apfelfrüchte.
Begünstigende BedingungenHohe Milbendichten werden durch warme, trockene Witterung, anfällige Apfelsorten, dichte Kronen und den Verlust von Raubmilben begünstigt.
Pflanzendoktor

Überblick

Aculus schlechtendali wird im Deutschen Apfelrostmilbe genannt. Der Körper ist länglich, gelblich bis bräunlich und ohne starke Lupe kaum sicher zu erkennen. Die Milbe saugt Pflanzenzellen an jungen Blättern, Blütenorganen und gelegentlich an jungen Früchten aus.

Eine sichere Diagnose allein anhand von Blattverfärbungen ist nicht möglich, da Bronzefärbung und Berostung auch durch Witterung, Krankheiten oder andere Schaderreger entstehen können. Für die Bestätigung sollten Blattunterseiten mit einer starken Lupe oder unter dem Mikroskop untersucht werden.

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Symptome und Erkennung

  • Bronze- bis rostbraune Verfärbung vor allem der Blattunterseiten.
  • Feine Aufhellungen, mattes Blattgrün, vorzeitige Blattalterung und bei starkem Befall Blattkräuselung oder Wachstumshemmung.
  • Bei hoher Dichte kann die Fruchtschale, besonders während der frühen Fruchtentwicklung, stärker berosten.
  • Die Milben sitzen bevorzugt entlang der Mittelrippe und auf der Unterseite junger bis ausgewachsener Blätter.

Geringer Befall verursacht meist keinen nennenswerten Schaden. Die Symptome sind unspezifisch und sollten von Spinnmilben, Spritzschäden, Trockenstress und physiologischer Fruchtberostung abgegrenzt werden.

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Ursachen und Ausbreitung

Die Schäden entstehen durch das Saugen der Milben an Pflanzenzellen. Überwinternde Weibchen wandern beim Knospenaufbruch aus Knospenschuppen, Rindenspalten und ruhenden Knospen in die sich entfaltenden Blätter und Blütenbereiche ein.

Die Ausbreitung erfolgt vor allem durch Kriechen zwischen benachbarten Pflanzenteilen sowie durch Windverdriftung, Arbeitsgeräte und befallenes Pflanzgut. Wiederholte, wenig selektive Insektizidbehandlungen können den Befall indirekt fördern, wenn sie Raubmilben und andere natürliche Gegenspieler dezimieren.

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Lebenszyklus und Überdauerung

Die Apfelrostmilbe überwintert überwiegend als speziell angepasstes Weibchen unter Knospenschuppen und in geschützten Rinden- oder Kurztriebpartien. Ab dem Austrieb besiedelt sie zunächst Blütenknospen, Kelchblätter und junge Blätter, später hauptsächlich die Blattunterseiten.

Im Frühjahr und Sommer entstehen mehrere, teilweise überlappende Generationen. Die Entwicklungsdauer hängt stark von Temperatur und Wirtspflanze ab; bei warmen Bedingungen läuft sie deutlich schneller ab. Ab Juli bis Spätsommer ziehen sich überwinternde Weibchen wieder in geschützte Knospen- und Rindenbereiche zurück.

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Behandlung und Bekämpfung

Behandlungen sind nur bei eindeutig bestätigtem und wirtschaftlich relevantem Befall sinnvoll. Zunächst sollten mehrere Blätter aus verschiedenen Kronenbereichen mit einer Lupe untersucht und der Befallsverlauf dokumentiert werden. Einzelne bronzierte Blätter rechtfertigen in der Regel keine Bekämpfung.

Im Haus- und Kleingarten stehen Kulturmaßnahmen und die Erhaltung natürlicher Gegenspieler im Vordergrund. Bei starkem Befall im Erwerbsanbau ist der richtige Zeitpunkt entscheidend: Die Überwinterungsstadien und die frühe Besiedlung beim Austrieb können je nach Zulassung und Anwendungshinweis besonders relevant sein. Eine fachkundige Beratung durch amtliche Pflanzenschutzdienste oder den Obstbauberater ist empfehlenswert.

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Schonende und biologische Bekämpfung

Die wichtigste biologische Maßnahme ist die Förderung und Schonung räuberischer Milben, insbesondere von Typhlodromus pyri; auch weitere Raubmilben können zur natürlichen Regulation beitragen. Eine vielfältige Begrünung und ein möglichst selektives Pflanzenschutzmanagement unterstützen diese Nützlinge.

Im ökologischen Anbau kommen ausschließlich für die Kultur und den konkreten Schaderreger zugelassene beziehungsweise nach den geltenden Öko-Vorschriften zulässige Mittel infrage. Rapsöl-, Maltodextrin- oder Schwefelpräparate dürfen nur eingesetzt werden, wenn die aktuelle deutsche Zulassung, das Anwendungsspektrum und die Gebrauchsanleitung dies ausdrücklich erlauben. Die vollständige Benetzung der Blattunterseiten ist bei Kontaktmitteln entscheidend; Schäden an empfindlichen Blättern oder bei hoher Hitze sind zu vermeiden.

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Vorbeugung

  • Apfel- und Birnbäume regelmäßig kontrollieren, insbesondere Blattunterseiten, Mittelrippen und junge Fruchtansätze.
  • Vor und während des Austriebs Knospen sowie einjährige Kurztriebe mit einer starken Lupe prüfen.
  • Raubmilben und andere Nützlinge schonen: unnötige Breitbandinsektizide und nicht selektive Behandlungen vermeiden.
  • Für luftige Kronen, ausgeglichene Wasserversorgung und bedarfsgerechte Düngung sorgen; übermäßige Stickstoffgaben vermeiden.
  • Befallenes Pflanzgut nicht verbreiten und Schnittwerkzeuge bei Arbeiten an mehreren Bäumen sauber halten.
  • Bei wiederkehrendem Befall Sortenunterschiede berücksichtigen und möglichst weniger anfällige Sorten wählen.
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Wissenswertes

  • Mit ungefähr 0,15–0,20 mm Körperlänge gehört die Apfelrostmilbe zu den mit bloßem Auge praktisch nicht erkennbaren Pflanzenschädlingen.
  • In geringer Dichte kann sie als alternative Beute für Raubmilben dienen und dadurch indirekt zur Erhaltung natürlicher Gegenspieler beitragen.
  • Die Art wird überwiegend mit Malus in Verbindung gebracht; Funde und Vermehrung auf Pyrus sind ebenfalls dokumentiert, die Bedeutung kann jedoch regional variieren.
  • „Rost“ bezeichnet hier die bronzefarbene Verfärbung durch Saugschäden und nicht zwingend eine Pilzkrankheit.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Verwenden Sie in Deutschland ausschließlich Pflanzenschutzmittel, die zum Zeitpunkt der Anwendung für die betreffende Kultur und den konkreten Schaderreger rechtlich zugelassen sind. Zulassungen, Auflagen, Abstände, Wartezeiten und Anwendungszeiträume können sich ändern; maßgeblich ist stets das aktuelle amtliche Verzeichnis beziehungsweise die aktuelle Produktkennzeichnung. Etikett und Gebrauchsanleitung sind strikt zu befolgen. Keine Mittel allein aufgrund einer historischen Empfehlung oder einer Zulassung für eine andere Kultur einsetzen.