Taro (Colocasia esculenta) Kurzvorstellung
Taro (Colocasia esculenta) beeindruckt mit großen, herzförmigen Blättern und einem üppigen, tropischen Wuchs. In Deutschland wird die frostempfindliche Pflanze meist als Kübelpflanze, saisonaler Beetakzent oder am Teichrand kultiviert. Sie braucht Wärme, nährstoffreiche und gleichmäßig feuchte Erde sowie Schutz vor kaltem Wind. Die Knollen sind nur bei sicherer Bestimmung und nach gründlichem Durchgaren essbar; rohe Pflanzenteile können stark reizen.
Taxonomische Einordnung
Taro (Colocasia esculenta) – Pflege
Licht und Standort
Helles, gefiltertes Licht oder Halbschatten bieten. Morgensonne und Schutz vor intensiver Nachmittagssonne sind im deutschen Sommer zuverlässig. Bei dauerhaft feuchtem Boden ist auch mehr Sonne möglich. Trockene Hitze, Wind und abrupte Sonneneinstrahlung können zu Welken und Blattrandschäden führen.
Gießen und Luftfeuchtigkeit
Sobald die Oberfläche leicht abzutrocknen beginnt, gründlich gießen. Während warmer Wachstumsphasen kann ein großer Kübel täglich Wasser benötigen. Im Winter deutlich weniger gießen, besonders bei eingezogenen Knollen, die niemals nass gelagert werden dürfen.
Boden und Substrat
Ideal ist eine nährstoffreiche, humose und feuchtigkeitsspeichernde Erde. Sie darf gleichmäßig feucht bis nass sein, sollte im Kübel aber nicht dauerhaft sauerstoffarm stehen. Ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert ist geeignet.
Düngung
Von Frühjahr bis Spätsommer alle 3–4 Wochen einen ausgewogenen Flüssigdünger in halber Konzentration geben oder einen geeigneten organischen Dünger nach Packungsangabe verwenden. Nicht bei Kälte, Ruhephase oder starkem Stress düngen.
Wachstum und Wuchsform
Bei warmem Wetter wächst Taro sehr schnell, sofern Knolle und Wurzeln gleichmäßig feucht bleiben und ausreichend Nährstoffe erhalten. Die Pflanze bildet einen Horst aus einer zentralen Knolle und kann Tochterknollen entwickeln. Starker Wind zerreißt die großen Blätter leicht.
Pflanzen und Umtopfen
Im Freien erst nach den Eisheiligen und bei dauerhaft milden Nächten pflanzen. Die Knolle mit der Triebspitze nach oben setzen und nur etwa 3–5 cm mit Erde bedecken. Während des Anwachsens gleichmäßig feucht halten.
Im Frühjahr zu Beginn des Austriebs umtopfen oder teilen. Einen schweren, breiten Topf mit Abzugslöchern wählen und die Knolle ungefähr auf gleicher Höhe einsetzen.
Vermehrung und Schnitt
Vermehrung
Durch Teilung der Knolle sowie durch Tochterknollen oder Ausläufer; jedes Teilstück braucht einen vitalen Austrieb.
Schnitt
Gelbe, eingerissene oder frostgeschädigte Blätter mit sauberem Werkzeug dicht über dem Boden entfernen. Gesunde, teilweise grüne Blätter möglichst stehen lassen.
Überwinterung
Kübel vor den ersten Nachtfrösten hell und frostfrei stellen. Alternativ die Knolle nach dem Einziehen des Laubs ausgraben, trocknen lassen und kühl, dunkel, luftig sowie frostfrei lagern; überschüssige Feuchtigkeit vermeiden. Ab März kann sie warm und hell vorgetrieben werden.
Verwendung
Auffällige Blattschmuckpflanze für Kübel, feuchte Beete, Teichränder und Regengärten. Taro ist außerdem eine bedeutende tropische Nahrungspflanze. Für den Verzehr nur sicher bestimmte essbare Typen verwenden und alle geeigneten Pflanzenteile gründlich durchgaren.
Erscheinungsbild
Aus einer Knolle wachsen lange, fleischige Blattstiele mit sehr großen, glatten, herz- bis pfeilförmigen Blättern. Die Blattstiele setzen nahe der inneren Blattfläche an, wodurch die typische Elefantenohr-Wirkung entsteht. Sorten können dunkle Blätter, kontrastreiche Adern oder bläuliche Töne zeigen.
Bestäubung und Besucher
In der natürlichen Heimat werden die Blütenstände vor allem von spezialisierten Drosophiliden der Gattung Colocasiomyia besucht. Diese Beziehung lässt sich nicht ohne Weiteres auf gewöhnliche Gärten in Deutschland übertragen.
Colocasia esculenta Fotos
Klicke auf ein Foto für die Großansicht. Quelle, Urheber und Lizenz stehen separat.
Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten
Bei kalter, dauerhaft nasser Erde können Knollen- und Wurzelfäule auftreten. Gute Luftbewegung, saubere Werkzeuge und das Entfernen zusammengefallener Blätter helfen. Blattflecken werden durch Hygiene und möglichst wenig Überkopfbewässerung begrenzt.
Schädlinge
Spinnmilben, Blattläuse, Weiße Fliegen, Wollläuse, Thripse, Raupen und besonders an jungen Blättern Schnecken
Zugehörige Krankheiten und Schädlinge
Hier erscheinen nur Pflanzendoktor-Profile, deren Wirtsdaten auf diese Pflanze passen.
SchädlingLangschwänzige SchmierlausPseudococcus longispinus
KrankheitWurzelhalsgalle (Wurzelkropf)Agrobacterium tumefaciens
UmweltstressWurzelanoxie (Sauerstoffmangel im Wurzelraum)
UmweltstressNährstoffmangel durch Wurzelschäden
SchädlingGemeine SpinnmilbeTetranychus urticae Koch
KrankheitBlattrandvergilbung der ErdbeereStrawberry mild yellow edge virus
KrankheitRhynchosporium-BlattfleckenkrankheitRhynchosporium commune
KrankheitRhizoctonia-Krankheit (Wurzeltöterkrankheit)Rhizoctonia solani Kühn
Giftigkeit und Pollen
Rohe Pflanzenteile enthalten unlösliche Calciumoxalat-Kristalle und können Brennen, Schmerzen, Schwellungen, Speicheln, Erbrechen und Schluckbeschwerden verursachen. Essbare Sorten und Pflanzenteile müssen nach zuverlässiger Bestimmung gründlich gegart werden. Zierpflanzen sollten nicht als Nahrung verwendet werden.
- Typischer Zeitraum
- Nur bei gelegentlicher Blüte im warmen Sommer
- Bestäubung / Pollen
- Im eingeschlossenen Blütenstand; Freisetzung während der Anthese
Pollen entsteht nur bei einer Blüte, die in Kultur selten ist. Er wird innerhalb des Aronstab-Blütenstands freigesetzt und bildet gewöhnlich keine auffällige Pollenwolke. Die niedrige Einstufung bedeutet nicht, dass jedes Allergierisiko ausgeschlossen ist.
Natürlicher Lebensraum
Die Art stammt aus tropischen und subtropischen Regionen Asiens und wird weltweit als Nutz- und Zierpflanze kultiviert. Sie wächst an feuchten Niederungen, Bach- und Teichrändern sowie in sumpfigen oder regelmäßig bewässerten Böden.
Wissenswertes
Taro zählt zu den ältesten kultivierten Knollenpflanzen der Welt. Die Blätter sind stark wasserabweisend. Die Blütenstände können in der Heimat eng mit spezialisierten Fliegenarten verbunden sein.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die wichtigsten Fragen zu dieser Pflanze mit kurzen, direkten Antworten.
🌱Schnellpflege
Wie heißt Colocasia esculenta auf Deutsch?⌄
Der gebräuchliche deutsche Name ist Taro. Im Gartenhandel wird die Art außerdem häufig als Elefantenohr oder Kolokasie angeboten.
Ist Taro für Anfänger geeignet?⌄
Ja, wenn die Pflanze warm steht, regelmäßig Wasser erhält und frostfrei überwintert wird. Die größten Fehler sind Austrocknen und kalte, dauerhaft nasse Erde.
🌤️Umgebung und Standort
Welchen Standort braucht Taro in Deutschland?⌄
Ideal ist ein warmer, windgeschützter Platz in hellem, gefiltertem Licht bis Halbschatten. Ein feuchtes Beet, ein Teichrand oder ein großer Kübel sind geeignete Standorte.
Kann Taro in voller Sonne wachsen?⌄
Ja, bei dauerhaft feuchter Erde und langsamer Gewöhnung. In heißen, trockenen Lagen schützt Halbschatten am Nachmittag die Blätter vor Sonnenbrand und Welken.
Kann Taro am Teich stehen?⌄
Taro eignet sich für feuchte Böden und den Teichrand. Die Knolle sollte jedoch nicht ohne Kenntnis der Sorteneigenschaften dauerhaft tief unter Wasser stehen.
Wie kälteempfindlich ist Taro?⌄
Taro ist in Deutschland nicht zuverlässig winterhart. Bereits längere Kälte um 10 °C kann das Wachstum stoppen, Frost schädigt meist das Laub und kann die Knolle zerstören.
💧Pflege und Probleme
Wie oft muss man Taro gießen?⌄
Gießen Sie, sobald die Erdoberfläche leicht abzutrocknen beginnt, und halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht. Große Pflanzen im Sommer brauchen bei Wärme oft täglich Wasser.
Warum hängen die Blätter meines Taro?⌄
Hängende Blätter weisen meist auf Wassermangel, Hitze, Kälte oder beschädigte Wurzeln hin. Ist die Erde nass und bleibt die Pflanze trotzdem schlaff, sollten Knolle und Wurzeln auf Fäulnis geprüft werden.
Warum werden Taro-Blätter gelb?⌄
Ursachen können natürliche Blattalterung, Trockenheit, Kälte, Nährstoffmangel oder Wurzelschäden sein. Bei schneller Vergilbung mehrerer Blätter zuerst Feuchtigkeit, Temperatur und Wurzeln kontrollieren.
Welche Schädlinge befallen Taro?⌄
Häufig kommen Spinnmilben, Blattläuse, Weiße Fliegen, Wollläuse, Thripse und Raupen vor. Im Freien fressen auch Schnecken gern an jungen Blättern.
Soll man gelbe Taro-Blätter abschneiden?⌄
Vollständig gelbe, braune oder zusammengefallene Blätter können Sie dicht über dem Boden entfernen. Teilweise grüne Blätter sollten möglichst bleiben, weil sie weiterhin die Knolle versorgen.
Wie düngt man Taro?⌄
Während des aktiven Wachstums alle 3–4 Wochen mit einem ausgewogenen Flüssigdünger in halber Konzentration düngen. Bei Kälte, Ruhephase oder starkem Stress nicht düngen.
🪴Pflanzen und Umtopfen
Wann pflanzt man Taro ins Freie?⌄
Pflanzen Sie Taro in Deutschland erst nach den Eisheiligen, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind und der Boden warm ist. Knollen können ab März im Haus vorgetrieben werden.
Wie tief wird eine Taro-Knolle gepflanzt?⌄
Setzen Sie die Knolle mit der Triebspitze nach oben und bedecken Sie sie etwa 3–5 cm mit Erde. Anschließend warm halten und gleichmäßig feucht gießen.
Kann Taro im Kübel wachsen?⌄
Ja, ein großer und standfester Kübel mit Abzugslöchern ist sehr geeignet. Verwenden Sie humose, nährstoffreiche Erde und rechnen Sie im Sommer mit häufigem Gießen.
Welche Erde braucht Taro?⌄
Taro bevorzugt nährstoffreiche, humose und feuchtigkeitsspeichernde Erde mit einem leicht sauren bis neutralen pH-Wert. Das Substrat soll feucht bleiben, aber im Kübel nicht dauerhaft anaerob sein.
✂️Vermehrung und Schnitt
Wie vermehrt man Colocasia esculenta?⌄
Am einfachsten wird Taro im Frühjahr durch Tochterknollen oder durch Teilung der Knolle vermehrt. Jedes Teilstück muss einen vitalen Austrieb besitzen.
Kann man Taro aus einem Blatt vermehren?⌄
Nein, ein einzelnes Blatt oder ein Blattstiel bildet normalerweise keine neue Pflanze. Für die Vermehrung werden eine Knolle, ein Knollenstück oder eine Tochterknolle mit Austrieb benötigt.
Wie überwintert man Taro im Haus?⌄
Kübelpflanzen vor dem ersten Frost hell und frostfrei aufstellen und im Winter weniger gießen. Eingezogene Knollen können trocken, kühl, dunkel und frostfrei gelagert und ab März wieder vorgetrieben werden.
Muss Taro zurückgeschnitten werden?⌄
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht nötig. Entfernen Sie lediglich alte, beschädigte oder frostgeschädigte Blätter sauber an der Basis.
⚠️Giftigkeit und Sicherheit
Ist Taro giftig?⌄
Roher Taro ist wegen unlöslicher Calciumoxalat-Kristalle giftig und stark reizend. Rohe Blätter, Blattstiele, Knollen und Pflanzensäfte dürfen nicht gegessen werden.
Kann man Taro aus dem Zierpflanzenhandel essen?⌄
Nein, darauf sollte man sich nicht verlassen. Zierpflanzen können falsch bestimmt oder mit Pflanzenschutzmitteln behandelt sein; für Lebensmittel nur sicher bestimmte essbare Sorten verwenden und gründlich garen.
Was tun, wenn Hund oder Katze Taro gefressen hat?⌄
Mögliche Symptome sind Maulschmerzen, Speicheln, Erbrechen und Schluckbeschwerden. Pflanzenteile entfernen, kein Erbrechen auslösen und bei Beschwerden sofort eine Tierarztpraxis kontaktieren.
Sollte man beim Schneiden von Taro Handschuhe tragen?⌄
Ja, Handschuhe sind beim Schneiden, Teilen und Umtopfen sinnvoll, da Pflanzensaft die Haut reizen kann. Danach Hände waschen und Werkzeuge reinigen.
🌸Blüte und Besonderheiten
Blüht Taro in Deutschland?⌄
Taro kann einen kleinen Blütenkolben mit hellgrünlichem Hüllblatt bilden, blüht in deutscher Kultur aber nur gelegentlich. Wärme, Reife und kräftiger Wuchs begünstigen die Blüte.
Warum blüht mein Taro nicht?⌄
Viele Exemplare blühen unregelmäßig oder gar nicht, besonders junge Pflanzen und Zimmerpflanzen. Ausreichende Wärme, helles Licht, Feuchtigkeit und ein großer, gut entwickelter Knollenstock können die Wahrscheinlichkeit erhöhen.
Quelle: 




