Begonia boliviensis Kurzvorstellung
Die Begonia boliviensis (Begonia boliviensis) ist eine frostempfindliche, knollenbildende Staude aus den Anden Boliviens und Nordwestargentiniens. Ihre schlanken, überhängenden Triebe tragen schmale, asymmetrische Blätter und leuchtende, längliche Blüten in Orange bis Scharlachrot. In Deutschland gedeiht sie besonders gut in Ampeln und Gefäßen an einem hellen, windgeschützten Platz mit gleichmäßig feuchtem, aber durchlässigem Substrat.
Taxonomische Einordnung
Begonia boliviensis – Pflege
Licht und Standort
Helles, gefiltertes Licht, lichter Halbschatten oder milde Morgensonne mit Schatten am Nachmittag. In Deutschland kann ein sonnigerer Platz funktionieren, wenn die Pflanze langsam eingewöhnt wird und das Gefäß nicht austrocknet. Heiße Mittagssonne hinter Glas oder an einer Südwand kann Blätter und Blüten schädigen.
Gießen und Luftfeuchtigkeit
Gießen, sobald die obere Substratschicht leicht abgetrocknet ist, anschließend gründlich wässern und vollständig ablaufen lassen. Ampeln trocknen schneller aus und müssen im Sommer häufig kontrolliert werden. Beim Einziehen die Wassergaben reduzieren und niemals Wasser im Untersetzer stehen lassen.
Boden und Substrat
Ein lockeres, humoses und strukturstabiles Topfsubstrat verwenden, zum Beispiel hochwertige Balkonpflanzenerde mit Perlite, feiner Pinienrinde oder grobem Sand. Das Substrat soll Feuchtigkeit halten, aber überschüssiges Wasser rasch ableiten. Staunässe begünstigt Knollen- und Stängelfäule.
Düngung
Ab dem etablierten Austrieb alle zwei bis vier Wochen einen ausgewogenen Flüssigdünger in etwa halber Herstellerdosierung geben. Alternativ sparsam einen Langzeitdünger verwenden. Bei Trockenstress, Krankheit, frisch umgetopften oder ruhenden Pflanzen nicht düngen. Mit Beginn der Ruhephase die Düngung einstellen.
Wachstum und Wuchsform
Aus der Knolle entwickeln sich biegsame, sanft überhängende Triebe, die über Gefäßränder hinauswachsen können. Frühes Auskneifen fördert einen buschigeren Aufbau. Im Herbst zieht die Pflanze ein und bleibt nicht ganzjährig dekorativ.
Pflanzen und Umtopfen
Knollen ab Ende Februar oder im März in flachen Gefäßen vortreiben. Nach den Eisheiligen beziehungsweise sobald keine Nachtfröste mehr drohen, die Pflanzen langsam an den Aufenthalt im Freien gewöhnen. Die Vertiefung der Knolle zeigt nach oben; die Knolle nur knapp mit Substrat bedecken.
Im späten Winter oder zeitigen Frühjahr beim Austrieb in ein nur wenig größeres Gefäß umtopfen. Die Knolle vorsichtig behandeln und flach einsetzen. Nach dem Umtopfen zunächst sparsam gießen, bis neue Wurzeln und Triebe erscheinen.
Vermehrung und Schnitt
Vermehrung
Vermehrung durch Samen sowie weiche Kopf- oder Basalstecklinge. Samen nur oberflächlich auf ein feines, feuchtes Substrat säen, da Licht zur Keimung beiträgt. Stecklinge hell, warm und bei erhöhter Luftfeuchtigkeit in einem luftigen, sterilen Medium bewurzeln. Knollenteilung ist möglich, aber wegen Fäulnis an Schnittflächen weniger zuverlässig.
Schnitt
Verblühte Blüten und gelbe Blätter regelmäßig entfernen. Junge Triebspitzen können früh in der Saison ausgekniffen werden, um die Verzweigung zu fördern. Wenn die Pflanze im Herbst einzieht, Triebe vollständig vergilben lassen und anschließend sauber zurückschneiden.
Überwinterung
Außerhalb sehr milder, frostfreier Lagen als nicht winterharte Staude behandeln. Vor dem ersten Frost Düngung einstellen und die Wassergaben reduzieren. Nach dem Einziehen die Knolle aus dem Gefäß nehmen, einige Tage trocken und frostfrei abtrocknen lassen und anschließend luftig, dunkel und kühl bei etwa 5–10 °C lagern. Im Frühjahr auf Fäulnis prüfen und flach in frisches Substrat setzen.
Verwendung
Ideal für Blumenampeln, Balkonkästen, Kübel, geschützte Terrassen, Wintergärten und saisonale Pflanzungen im lichten Schatten. Die Blüten wirken besonders schön, wenn sie von unten betrachtet werden. Nicht als Speise- oder Heilpflanze verwenden; eine Nutzung zu diesen Zwecken ist für den Hausgarten nicht ausreichend sicher dokumentiert.
Erscheinungsbild
Schlanke, überhängende Triebe tragen längliche bis leicht eiförmige, asymmetrische und gezähnte Blätter. Die lockeren Blütenstände hängen unterhalb des Laubs und verleihen der Pflanze in Ampeln einen luftigen, kaskadenartigen Charakter.
Bestäubung und Besucher
Die offenen, pollenführenden männlichen Blüten können von kleinen Insekten besucht werden, darunter Bienen, Hummeln und Schwebfliegen. Für Begonia boliviensis liegen jedoch keine ausreichend belastbaren, artspezifischen Bestäuberaufzeichnungen vor; deshalb wird keine einzelne Insektenart als Hauptbestäuber festgelegt.
Begonia boliviensis Fotos
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Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten
Mögliche Probleme sind Grauschimmel, Echter Mehltau, bakterielle Blattflecken sowie Stängel-, Wurzel- und Knollenfäule. Für gute Luftzirkulation sorgen, nicht über die Blätter gießen und befallene Pflanzenteile rasch entfernen. Weiche, dunkel verfärbte Triebe deuten meist auf zu viel Nässe hin.
Schädlinge
Aphiden, Wollläuse, Thripse, Spinnmilben, Raupen sowie Dickmaulrüssler können auftreten. Neue Triebe und Blattunterseiten regelmäßig kontrollieren. Befallene Pflanzen isolieren und zugelassene Präparate, etwa Kaliseifen- oder Neemprodukte, nur nach Etikettangabe anwenden. Bei möglicher Ausbringung im Freien Bestäuber- und Anwendungshinweise beachten.
Zugehörige Krankheiten und Schädlinge
Hier erscheinen nur Pflanzendoktor-Profile, deren Wirtsdaten auf diese Pflanze passen.
UmweltstressSonnenbrand an Blättern
KrankheitTomatenbronzefleckenvirusOrthotospovirus tomatomaculae
SchädlingBreitmilbePolyphagotarsonemus latus (Banks)
SchädlingErdbeermilbePhytonemus pallidus (Banks)
SchädlingDrazänenthripsParthenothrips dracaenae
KrankheitImpatiens-Nekrosefleckenvirus (INSV)Orthotospovirus impatiensnecromaculae
SchädlingSchwarzer GewächshausblasenfußHeliothrips haemorrhoidalis
KrankheitSchwarze Wurzelfäule (Berkeleyomyces basicola)Berkeleyomyces basicola
Giftigkeit und Pollen
Begonien enthalten lösliche Calciumoxalate. Der Verzehr kann Brennen und Reizungen im Maul, Speicheln, Erbrechen oder Schluckbeschwerden auslösen; die Knolle gilt als besonders problematisch. Alle Pflanzenteile sollten von Haustieren und kleinen Kindern ferngehalten werden. Bei Verzehr ärztlichen oder tierärztlichen Rat einholen.
- Typischer Zeitraum
- Während der Blüte, meist Sommer bis Frühherbst
- Bestäubung / Pollen
- Pollen aus freiliegenden männlichen Blüten, überwiegend insektverbreitet
Die Art wird durch Insekten bestäubt und gibt gewöhnlich keine großen Pollenmengen an die Luft ab. Eine vollständig risikofreie Pflanze ist sie deshalb nicht: Empfindliche Personen können auf Pollen oder Pflanzenkontakt reagieren. Nach dem Umgang Hände waschen und Hautkontakt bei gereizter Haut vermeiden.
Natürlicher Lebensraum
Im natürlichen Verbreitungsgebiet wächst die knollenbildende Art in den Anden Boliviens und Nordwestargentiniens, unter anderem in montanen Nebelwald- und saisonal trockenen Lebensräumen. Sie besiedelt Felsspalten, Hänge und Bachnähe, wo zeitweise Feuchtigkeit mit sehr guter Drainage zusammentrifft.
Wissenswertes
Das Epitheton boliviensis verweist auf Bolivien als Teil des natürlichen Verbreitungsgebiets. Die Art gehört zu den wichtigen Ausgangsarten moderner Knollenbegonien. Ihre schmalen, hängenden Blüten unterscheiden sich deutlich von den großen, schalenförmigen Blüten vieler Knollenbegonien-Hybriden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die wichtigsten Fragen zu dieser Pflanze mit kurzen, direkten Antworten.
🌱Schnellpflege
Wie wird Begonia boliviensis auf Deutsch genannt?⌄
Begonia boliviensis wird im deutschen Gartenbau meist als Hängebegonie bezeichnet. Der botanische Name sollte beim Kauf zusätzlich beachtet werden, da viele angebotene Pflanzen Sorten oder Hybriden aus diesem Formenkreis sind.
Ist Begonia boliviensis winterhart?⌄
Nein. In Deutschland ist Begonia boliviensis frostempfindlich und wird gewöhnlich saisonal kultiviert. Die Knolle kann frostfrei überwintert und im Frühjahr neu angetrieben werden.
🌤️Umgebung und Standort
Welcher Standort eignet sich für Begonia boliviensis?⌄
Ideal ist ein heller, windgeschützter Platz mit gefiltertem Licht, lichten Schatten oder milder Morgensonne. Heiße Mittagssonne, trockener Wind und stark aufgeheizte Gefäße sollten vermieden werden.
Eignet sich Begonia boliviensis für eine Blumenampel?⌄
Ja. Die überhängenden Triebe und hängenden Blüten kommen in Blumenampeln, hohen Gefäßen und Balkonkästen besonders gut zur Geltung.
💧Pflege und Probleme
Wie wird Begonia boliviensis richtig gegossen?⌄
Gießen Sie, sobald die obere Substratschicht leicht abgetrocknet ist, und lassen Sie überschüssiges Wasser vollständig ablaufen. Das Substrat soll gleichmäßig feucht, aber niemals nass sein.
Warum bekommt Begonia boliviensis gelbe Blätter?⌄
Gelbe Blätter können durch Staunässe, schlechte Drainage, zu wenig Licht oder den natürlichen Beginn der Ruhephase entstehen. Im Herbst ist ein langsames Vergilben normal; dann die Wassergaben reduzieren.
Wie wird Begonia boliviensis gedüngt?⌄
Während des aktiven Wachstums alle zwei bis vier Wochen einen ausgewogenen Flüssigdünger etwa in halber Dosierung geben. Mit dem Einziehen der Pflanze die Düngung einstellen.
Warum blüht meine Hängebegonie nicht?⌄
Häufige Ursachen sind zu wenig Licht, unregelmäßiges Gießen, Nährstoffmangel oder noch nicht ausreichend entwickeltes Wachstum. Ein heller, geschützter Standort und gleichmäßige Feuchtigkeit fördern die Blütenbildung.
Welche Schädlinge treten bei Begonia boliviensis auf?⌄
Möglich sind Blattläuse, Wollläuse, Thripse, Spinnmilben, Raupen und Dickmaulrüssler. Kontrollieren Sie besonders junge Triebe und Blattunterseiten regelmäßig und behandeln Sie Befall nach den Angaben eines zugelassenen Präparats.
Wie lässt sich Knollenfäule verhindern?⌄
Verwenden Sie ein luftiges Substrat, ein Gefäß mit Abzugslöchern und eine bedarfsgerechte Wassermenge. Lassen Sie kein Wasser im Untersetzer stehen und bedecken Sie die Knolle nicht tief.
🪴Pflanzen und Umtopfen
Wann darf Begonia boliviensis in Deutschland ins Freie?⌄
Nach den letzten Nachtfrösten, in vielen Regionen meist ab Mitte Mai. Vorgezogene Pflanzen sollten über etwa ein bis zwei Wochen schrittweise an Wind, Sonne und Außenbedingungen gewöhnt werden.
Wie tief wird die Knolle gepflanzt?⌄
Die konkave oder eingedellte Seite zeigt nach oben. Die Knolle wird nur flach eingesetzt und zunächst knapp mit Substrat bedeckt, damit die Krone nicht zu nass bleibt.
Wann wird Begonia boliviensis vorgetrieben?⌄
Das Vortreiben beginnt meist ab Ende Februar oder im März. Sobald neue Triebe und Wurzeln kräftig entwickelt sind, kann die Pflanze nach der Frostgefahr ins Freie umziehen.
✂️Vermehrung und Schnitt
Wie kann man Begonia boliviensis vermehren?⌄
Sie lässt sich durch Samen sowie weiche Kopf- oder Basalstecklinge vermehren. Stecklinge sind für ausgewählte Pflanzen meist praktischer; Knollenteilung ist möglich, aber anfälliger für Fäulnis.
Kann Begonia boliviensis aus Stecklingen gezogen werden?⌄
Ja. Stecklinge knapp unterhalb eines Knotens schneiden und in ein steriles, luftiges und leicht feuchtes Bewurzelungsmedium setzen. Helles indirektes Licht und erhöhte Luftfeuchtigkeit unterstützen die Bewurzelung.
Wie wird die Hängebegonie überwintert?⌄
Vor dem ersten Frost die Pflanze einräumen oder die Knolle nach dem Einziehen aus dem Topf nehmen. Die Knolle trocken, dunkel, luftig und frostfrei bei etwa 5–10 °C lagern und im Frühjahr neu antreiben.
⚠️Giftigkeit und Sicherheit
Ist Begonia boliviensis giftig für Hunde und Katzen?⌄
Ja, sie sollte bei Verzehr als giftig für Hunde und Katzen behandelt werden. Besonders die Knolle kann durch lösliche Calciumoxalate Maulreizungen, Speicheln, Erbrechen und Schluckbeschwerden verursachen.
Was ist nach dem Verzehr durch ein Haustier zu tun?⌄
Entfernen Sie Pflanzenteile aus dem Maul, verhindern Sie weiteren Zugang und kontaktieren Sie eine Tierarztpraxis. Erbrechen sollte nur ausgelöst werden, wenn eine tiermedizinische Fachperson dazu auffordert.
🌸Blüte und Besonderheiten
Wann blüht Begonia boliviensis in Deutschland?⌄
Bei früher Anzucht beginnt die Blüte meist im Mai oder Juni und reicht bei guter Pflege bis zum ersten Frost. Der genaue Beginn hängt von Anzuchtzeit, Standort und Witterung ab.
Welche Blütenfarbe hat Begonia boliviensis?⌄
Die Artform blüht typischerweise orange bis scharlachrot. Im Handel erhältliche Sorten und Hybriden können zusätzlich rosa, weiße oder andere Farbtöne zeigen.
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