Zwölfgepunkteter Spargelkäfer
Crioceris duodecimpunctataZwölfgepunkteter Spargelkäfer – Kurzüberblick
Der Zwölfgepunktete Spargelkäfer (Crioceris duodecimpunctata) ist ein rot-orange gefärbter Blattkäfer mit zwölf schwarzen Punkten auf den Flügeldecken. Erwachsene Käfer verursachen vor allem an jungen Spargeltrieben und am Spargelkraut Fraßspuren; die Larven der zweiten Generation fressen bevorzugt an Spargelbeeren. Im Hausgarten bleibt der Schaden meist begrenzt, im Saatgutanbau kann er jedoch relevant werden.
Typische Bedingungen
Überblick
Crioceris duodecimpunctata gehört zu den Blattkäfern (Chrysomelidae) und wird in Deutschland auch Zwölfpunkt-Spargelkäfer, Zwölfgepunkteter Spargelkäfer oder schwarzpunktierter Spargelkäfer genannt. Die 5–7 mm langen Käfer sind orange- bis rotbraun und tragen zwölf unregelmäßige schwarze Punkte auf den Flügeldecken.
Die Art ist an Spargel (Asparagus spp.) gebunden. Im normalen Grünspargelanbau ist der wirtschaftliche Schaden meist gering; empfindlicher sind junge Anlagen und insbesondere Spargelbestände zur Saatgutgewinnung, wenn Larven die Beeren befressen.
Symptome und Erkennung
Typisch sind Schab- und Lochfraß an jungen Spargeltrieben, Kurztrieben und dem feinen Spargelkraut. Stark befressene Triebe können vernarbt, deformiert oder teilweise entblättert erscheinen. An Spargelbeeren verursachen die Larven Fraßstellen, vorzeitiges Abfallen oder eine verminderte Samenqualität.
Zur Abgrenzung: Der Gemeine Spargelkäfer (Crioceris asparagi) ist überwiegend blau-schwarz mit hellen Flecken, während C. duodecimpunctata orange-rot mit schwarzen Punkten ist. In Bayern und süd- oder osteuropäischen Regionen können weitere Spargelkäferarten vorkommen.
Ursachen und Ausbreitung
Der Befall entsteht durch überwinternde Käfer aus Spargelkraut, Bodenstreu, Rinde oder geschützten Bereichen am Pflanzenfuß. Die beweglichen Käfer fliegen zu neu austreibenden Spargelpflanzen, fressen an den Trieben und legen ihre Eier an Kurztrieben, Blättern oder im Bereich der Blütenanlagen ab.
Ungepflegte Spargelreste, Wildspargel und Sämlinge in oder nahe der Anlage können als Entwicklungs- und Überwinterungsorte dienen. Die Ausbreitung erfolgt vor allem durch aktive Wanderung und den Flug erwachsener Käfer.
Lebenszyklus und Überdauerung
In Deutschland erscheinen überwinterte Käfer meist ab Mai; Beobachtungen sind je nach Region und Witterung von April bis Oktober möglich. Nach dem Reifungsfraß erfolgt die Paarung, anschließend werden bläulich-grüne Eier einzeln oder nebeneinander an oberirdischen Spargelteilen abgelegt.
Die Eier schlüpfen nach ungefähr 7–14 Tagen. Die Larven fressen zunächst an Trieben und Blättern; Larven der späteren Generation nutzen besonders Spargelbeeren. Zur Verpuppung lassen sie sich zu Boden fallen und bilden wenige Zentimeter tief eine Puppenwiege. Im Spätsommer kann eine zweite Generation auftreten; danach suchen die Käfer Überwinterungsverstecke auf.
Behandlung und Bekämpfung
Bei geringem Befall genügt meist die mechanische Regulierung: Käfer, Eier und Larven in den frühen Morgenstunden absammeln oder mit einem kräftigen Wasserstrahl von den Trieben lösen. Befallene Beeren und stark besiedelte Triebspitzen können entfernt und über den Restmüll entsorgt werden, sofern keine sichere Kompostierung gewährleistet ist.
Eine Behandlung sollte nur bei wiederholt starkem Befall, deutlichem Fraß an Junganlagen oder gefährdeter Saatgutproduktion erwogen werden. Der Bestand ist zuvor sorgfältig zu bonitieren; die Maßnahmen müssen den Entwicklungszeitpunkt der jungen Larven und die Schonung von Nützlingen berücksichtigen.
Schonende und biologische Bekämpfung
Im Hausgarten und im ökologischen Anbau stehen Absammeln, Abspritzen, Entfernen befallener Pflanzenteile und eine konsequente Bestands- und Reststoffhygiene im Vordergrund. Besonders wirksam ist die Kombination aus früher Kontrolle, Entfernung der ersten Käfer und Reduktion von Überwinterungsplätzen.
Natürliche Gegenspieler wie parasitische Wespen, räuberische Wanzen, Laufkäfer und andere räuberische Arthropoden sollten durch Blüh- und Rückzugsstrukturen gefördert werden. Breite Kontaktinsektizide können diese Nützlinge beeinträchtigen und sind bei meist begrenztem Schaden nicht grundsätzlich gerechtfertigt.
Vorbeugung
- Wildspargel und unerwünschte Spargelsämlinge in unmittelbarer Nähe der Anlage entfernen.
- Altes Spargelkraut nach dem Einziehen der Pflanzen fachgerecht schneiden und aus dem Bestand entfernen oder sachgerecht beseitigen, um Überwinterungsplätze zu reduzieren.
- Im Grünspargel während der Erntezeit einzelne geeignete Fang- oder Ablenkungstriebe stehen lassen und diese regelmäßig kontrollieren.
- Junganlagen und Saatgutbestände ab dem Austrieb wöchentlich auf Käfer, Eier, Larven und Beerenfraß kontrollieren.
- Nur gesundes, kontrolliertes Pflanzgut verwenden und Bestandsränder mit Wildspargel besonders beobachten.
Wissenswertes
- Der Artname duodecimpunctata bezieht sich auf die zwölf schwarzen Punkte auf den Flügeldecken.
- Bei Bedrohung kann der Käfer ein zirpendes Geräusch erzeugen.
- Die Larven der zweiten Generation sind für Spargel-Saatgutbestände wichtiger als für die Ernte von Grünspargel.
- Die Art wird regelmäßig mit dem Gemeinen Spargelkäfer (Crioceris asparagi) und regional mit weiteren Spargelkäferarten verwechselt.
- Die Larvenentwicklung findet bei dieser Art an Spargel statt; fremde, sehr umfangreiche Wirtspflanzenlisten beziehen sich häufig auf die anders benannte nordamerikanische Artengruppe um Diabrotica undecimpunctata und sind nicht auf den europäischen Zwölfpunkt-Spargelkäfer übertragbar.
In Deutschland dürfen ausschließlich Pflanzenschutzmittel verwendet werden, die zum Anwendungszeitpunkt für den konkreten Schaderreger und die betreffende Spargelkultur zugelassen sind. Zulassung, Kultur, Aufwandmenge, Wartezeit, Anwendungszeitpunkt, Bienenschutz- und Gewässerauflagen sind vor jeder Anwendung im amtlichen Zulassungsregister zu prüfen. Die aktuelle Gebrauchsanweisung ist verbindlich; keine Anwendung außerhalb der dort genannten Indikationen.
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