RosenrostQuelle: Wikimedia CommonsAfroBrazilianCC BY-SA 3.0
Krankheit

Rosenrost

Phragmidium mucronatum
Kurzüberblick

Rosenrost – Kurzüberblick

Rosenrost durch Phragmidium mucronatum zeigt sich zunächst als gelbliche bis gelb-orange Flecken auf der Blattoberseite. Auf der Blattunterseite entstehen stecknadelkopfgroße orange, später braune bis schwarze Sporenlager. Kühl-feuchte Witterung, lange Blattnässe und dicht stehende Rosen fördern die Krankheit. Starker Befall kann vorzeitigen Blattfall und eine Schwächung der Pflanzen auslösen.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileVor allem Blätter und Blattunterseiten; außerdem Blattstiele, junge Triebe, Knospen und gelegentlich Hagebutten.
Begünstigende BedingungenKühl-feuchte Witterung, mindestens mehrere Stunden Blattnässe, dichter Pflanzenaufbau, schattige Standorte, geringe Luftbewegung und Überkopfbewässerung.
Pflanzendoktor

Überblick

Der Rosenrost befällt Blätter, Blattstiele, junge Triebe und gelegentlich Hagebutten verschiedener Rosen. Typisch sind gelbliche bis gelb-orange Flecken auf der Blattoberseite und auffällige orangefarbene Sporenlager auf der Blattunterseite. Im weiteren Jahresverlauf verfärben sich diese Lager gelblich-braun bis dunkelbraun oder schwarz.

Die Krankheit tritt in Deutschland besonders nach kühlen, niederschlagsreichen Phasen und an schlecht durchlüfteten Rosen auf. Das Schadbild kann dem anderer Rostpilze an Rosen, insbesondere Phragmidium tuberculatum, ähneln; für eine Artbestimmung sind mikroskopische oder molekulare Untersuchungen erforderlich.

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Symptome und Erkennung

  • Zunächst kleine gelbliche, gelb-orange bis rötliche Flecken auf der Blattoberseite.
  • Stecknadelkopfgroße, erhabene orange bis orange-rote Pusteln auf der Blattunterseite, später braun bis schwarz.
  • Bei stärkerem Befall Vergilbung, vorzeitiger Blattfall und insgesamt schwächeres Wachstum.
  • Frühe Infektionen können auch an grünen Trieben, Blattstielen, Knospen oder Hagebutten auftreten; dort sind mitunter längliche Sporenlager und Gewebeverdickungen sichtbar.
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Ursachen und Ausbreitung

Der Erreger ist ein obligater Rostpilz, der lebendes Rosengewebe benötigt. Sporen werden überwiegend durch Wind verbreitet. Neue Infektionen werden durch lang anhaltende Blattnässe begünstigt; besonders kritisch sind im deutschen Gartenjahr kühle, feuchte Perioden im Frühjahr und Sommer.

Infizierte, nicht entfernte Blätter und Triebe können als Ausgangspunkt für den Befall der nächsten Saison dienen. Eng gepflanzte Rosen, dichter Blattbesatz, schattige Lagen und Überkopfbewässerung verlängern die Blattnässe und erhöhen das Risiko.

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Lebenszyklus und Überdauerung

Phragmidium mucronatum besitzt einen vollständigen, einhäusigen Lebenszyklus: Die verschiedenen Sporenstadien entwickeln sich auf derselben Wirtspflanzengattung Rosa. Im Frühjahr können überwinternde Sporen an abgefallenen Blättern oder infizierten Trieben die ersten jungen Blätter und Triebe infizieren. Danach entstehen zunächst orangefarbene Uredosporenlager, die durch Wind weitere Rosen anstecken können.

Später bildet der Pilz dunkle Telien mit Dauersporen. Diese überdauern an Pflanzenresten oder befallenen Trieben und ermöglichen unter geeigneten Bedingungen den Neubeginn des Entwicklungszyklus. Die genaue Abgrenzung zu nah verwandten Phragmidium-Arten ist anhand äußerer Merkmale teilweise unsicher.

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Behandlung und Bekämpfung

Bei leichtem Befall genügt häufig eine konsequente Sanierung: befallene Blätter laufend abnehmen, Falllaub entfernen, infizierte Triebe zurückschneiden und die Krone auslichten. Bereits geschädigte Blätter werden nicht wieder gesund; Ziel ist es, Neuinfektionen und eine starke Entlaubung zu begrenzen.

Bei wiederkehrendem oder starkem Befall sollten Standort, Sortenwahl, Luftzirkulation und Bewässerung zuerst verbessert werden. Eine Behandlung ist am wirksamsten, wenn sie nach der Diagnose und möglichst früh im Befallsverlauf erfolgt. Mittel gegen andere Rosenblattkrankheiten können je nach zugelassener Indikation ebenfalls Rostpilze erfassen, dies darf jedoch nicht vorausgesetzt werden.

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Schonende und biologische Bekämpfung

Im Haus- und Kleingarten stehen vorbeugende und mechanische Maßnahmen im Vordergrund: befallenes Laub und Falllaub konsequent entfernen, kranke Triebe ausschneiden, die Krone luftig halten und nur an den Wurzelbereich gießen. Befallene Pflanzenteile sollten sicherheitshalber über den Hausmüll entsorgt werden, da ein gewöhnlicher Kompost möglicherweise nicht ausreichend heiß wird.

Pflanzenstärkungsmittel können die allgemeine Widerstandsfähigkeit unterstützen, ersetzen aber keine robuste Sortenwahl, Hygiene und Standortverbesserung. Für biologische Präparate ist ausschließlich die konkrete Zulassung und Gebrauchsanweisung für Rosen und die betreffende Krankheit maßgeblich.

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Vorbeugung

  • Für Neupflanzungen möglichst robuste, im deutschen ADR-Verfahren geprüfte Rosensorten auswählen; vollständige Resistenz ist nicht garantiert.
  • Rosen sonnig und mit ausreichendem Abstand pflanzen, damit Blätter nach Regen rasch abtrocknen.
  • Zu dicht stehende sowie nach innen wachsende Triebe regelmäßig auslichten.
  • Beim Gießen nur den Bodenbereich bewässern und die Blätter möglichst trocken halten.
  • Befallene und abgefallene Blätter während der Saison vollständig entfernen und nicht auf dem Beet liegen lassen.
  • Stark befallene Triebe bis deutlich unterhalb der letzten sichtbaren Symptome in gesundes Holz zurückschneiden und Schnittgut aus dem Garten entfernen.
  • Rosen ausgewogen, aber nicht übermäßig stickstoffreich düngen; weiches, mastiges Gewebe ist häufig krankheitsanfälliger.
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Wissenswertes

  • Rosenrost ist nicht auf eine einzige Rosensorte beschränkt; dokumentierte Wirte umfassen Wildrosen und Kulturrosen der Gattung Rosa.
  • Rosa canina, die Hundsrose, und Rosa rubiginosa, die Weinrose, gehören zu den dokumentierten Wirtsarten.
  • Rostpilze können mehrere deutlich unterschiedliche Sporenstadien auf derselben Wirtspflanze ausbilden.
  • Das orange bis rostbraune Sporenpulver auf der Blattunterseite ist diagnostisch auffälliger als die zunächst unscheinbaren Flecken auf der Blattoberseite.
  • Ein ähnliches Schadbild kann durch andere Phragmidium-Arten verursacht werden; eine exakte Artbestimmung anhand eines Gartenfotos ist daher mit Unsicherheit behaftet.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Pflanzenschutzmittel nur verwenden, wenn sie in Deutschland aktuell für Rosen und die betreffende Anwendung beziehungsweise Krankheit gesetzlich zugelassen sind. Vor jeder Anwendung das amtliche Zulassungsregister und das aktuelle Etikett prüfen; Aufwandmenge, Anwendungszeitpunkt, Anzahl der Anwendungen, Warte- und Abstandsauflagen sowie Schutzvorschriften strikt einhalten. Keine Mittel in Gewässer oder Kanalisation gelangen lassen. Eine routinemäßige Spritzfolge ohne gesicherte Indikation ist nicht empfehlenswert.