Blattbräune der Platane
Krankheit

Blattbräune der Platane

Apiognomonia veneta
Kurzüberblick

Blattbräune der Platane – Kurzüberblick

Die Blattbräune der Platane, auch Blattnervenkrankheit oder Platanen-Anthraknose genannt, ist eine pilzliche Erkrankung durch Apiognomonia veneta. Sie tritt in Deutschland besonders nach kühlen, feuchten Frühjahren auf und verursacht Welke, braune Nekrosen entlang der Blattadern, Triebsterben und vorzeitigen Blattfall. Betroffene Bäume treiben meist im Sommer erneut aus.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileKnospen, junge Triebe, einjährige Zweige, Blattstiele, Blattadern und Blattspreiten; bei stärkerem oder wiederholtem Befall auch ältere Äste.
Begünstigende BedingungenKühle, lang anhaltend feuchte Frühjahre, häufige Niederschläge, lange Blattnässe, dichter Kronenaufbau und liegen gebliebenes Befallslaub.
Pflanzendoktor

Überblick

Apiognomonia veneta befällt vor allem Platanen (Platanus spp.). In Deutschland zeigt sich die Krankheit meist im zeitigen bis mittleren Frühjahr beziehungsweise Frühsommer nach kühler, feuchter Witterung. Junge Triebe und frisch entfaltete Blätter welken plötzlich; ältere Blätter entwickeln braune, zackenartig begrenzte Nekrosen entlang der Hauptadern. Wiederholter Befall kann die Vitalität und die Kronenform beeinträchtigen, einzelne Befallsjahre werden von etablierten Bäumen jedoch meist gut überstanden.

Die Symptome können mit Spätfrost verwechselt werden. Für die Diagnose sprechen zusätzlich eingesunkene Rindennekrosen an Trieben sowie dunkle Fruchtkörper oder punktförmige Sporenträger an befallenem Gewebe.

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Symptome und Erkennung

  • Plötzlich welkende, herabhängende Blätter und junge Triebe im Frühjahr.
  • Braune bis schwarzbraune, oft zackige Nekrosen entlang der Blattadern; später können größere Blattbereiche absterben.
  • Vorzeitiger Blattfall, häufig zunächst im unteren oder inneren Kronenbereich.
  • Absterbende Knospen, Triebspitzen und einjährige Zweige; bei wiederholtem Befall Krüppelwuchs oder besenartige Verzweigungen.
  • Eingesunkene Canker an Zweigen und gelegentlich stärkeren Ästen; mit Lupe können dunkle Fruchtkörper sichtbar sein.

Eine Platane kann nach starkem Blattverlust im Sommer erneut austreiben. Das mindert den Zierwert vorübergehend, bedeutet aber nicht automatisch einen nachhaltigen Baumschaden.

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Ursachen und Ausbreitung

Der Erreger überwintert vor allem in befallenen Zweigen, Knospen, Blattnarben und abgefallenem Laub. Bei feuchtem Gewebe entstehen Sporen, die durch Regentropfen, Spritzwasser und windgetragenen Regen auf austreibende Knospen, junge Triebe und Blätter gelangen. Langanhaltende Blattnässe und kühle, feuchte Frühjahre fördern Infektionen und die Ausbreitung innerhalb der Krone.

Die Anfälligkeit unterscheidet sich zwischen Arten und Sorten. Besonders empfindlich gilt die Amerikanische Platane; viele London-Platanen zeigen eine mittlere oder sortenabhängige Anfälligkeit. Die genaue Wirtsspanne wird in der Literatur nicht völlig einheitlich angegeben; für die praktische Diagnose sollte daher vor allem Platanus berücksichtigt werden.

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Lebenszyklus und Überdauerung

Im Herbst und Winter bleibt der Pilz in abgestorbenen oder erkrankten Blatt- und Zweigpartien erhalten. Zum Austrieb im Frühjahr werden bei ausreichender Feuchtigkeit Sporen freigesetzt. Sie infizieren zunächst Knospen und junge Triebe; daraus entstehen Knospen- und Triebsterben. Nach dem Blattaustrieb kann der Erreger über Blattstiele und Blattadern in die Blattspreite vordringen. Während feuchter Frühjahrsperioden entstehen neue Infektionszyklen durch Sporen aus befallenem Gewebe. Mit wärmerem, trockenerem Sommerwetter nimmt die Aktivität gewöhnlich ab.

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Behandlung und Bekämpfung

Bei einem einmaligen Befall ist meist keine intensive Behandlung erforderlich. Vitalen Bäumen hilft vor allem, wenn sie nach dem Frühjahr wieder austreiben können. Abgestorbene Zweige sollten fachgerecht während der Winterruhe entfernt werden; bei stärkeren Ästen oder Bäumen im öffentlichen Verkehrsraum gehört die Beurteilung in die Hände einer qualifizierten Baumkontrolle.

Bei wiederholtem starkem Befall sind Standort, Kronendichte, Wasserversorgung und Sortenwahl zu überprüfen. Eine sichere Unterscheidung von Spätfrost, anderen Blattkrankheiten und Rindenschäden kann eine Labor- oder Fachdiagnose erfordern.

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Schonende und biologische Bekämpfung

  • Falllaub und abgestorbene Zweige konsequent aus dem Umfeld entfernen, um überwinterndes Infektionsmaterial zu reduzieren.
  • Bei Trockenheit den Wurzelbereich durchdringend und bedarfsgerecht wässern; häufiges oberflächliches Benetzen der Krone vermeiden.
  • Für gute Durchlüftung sorgen, ohne die Platane durch radikales Auslichten oder Kappung zu schwächen.
  • Bei Neupflanzungen weniger anfällige Sorten und ausreichend große, nicht verdichtete Standorte bevorzugen.

Für Apiognomonia veneta stehen im Haus- und Kleingarten keine verlässlich kurativen biologischen Standardverfahren zur Verfügung. Kultur- und Hygienemaßnahmen sind daher die tragenden Bestandteile des integrierten Managements.

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Vorbeugung

  • Für Neupflanzungen möglichst weniger anfällige, standortgeeignete Platanen-Sorten auswählen; die Sortenanfälligkeit kann jedoch variieren.
  • Abgefallenes Platanenlaub im Herbst gründlich entfernen und fachgerecht entsorgen, statt es unter dem Baum liegen zu lassen.
  • Abgestorbene oder deutlich befallene Zweige während der Winterruhe bis in gesundes Holz zurückschneiden; Schnittgut aus dem Bestand entfernen.
  • Nur bei fachlicher Notwendigkeit auslichten lassen, damit die Krone nach Regen schneller abtrocknet. Keine starken, unnötigen Rückschnitte durchführen.
  • Den Baum durch geeigneten Standort, ausreichenden Wurzelraum und bedarfsgerechte Bewässerung bei Trockenheit vital halten. Staunässe vermeiden.
  • Schnittwerkzeuge zwischen Bäumen reinigen und größere Schnittmaßnahmen bei trockenem Wetter ausführen.
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Wissenswertes

  • Die Erkrankung wird im Deutschen sowohl Blattbräune als auch Blattnervenkrankheit oder Platanen-Anthraknose genannt.
  • Der auffällige Blattverlust tritt häufig früh in der Saison auf, doch viele etablierte Platanen bilden bis zum Sommer neue Blätter.
  • Spätfrost verursacht ein ähnliches Welken, bildet aber normalerweise keine charakteristischen Canker oder Verfärbungen im Holz unterhalb geschädigter Knospen.
  • Die Empfindlichkeit ist nicht bei allen Platanen gleich; einige London-Platanen-Sorten wurden als vergleichsweise widerstandsfähig beschrieben.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Pflanzenschutzmittel nur einsetzen, wenn sie in Deutschland aktuell für die betreffende Kultur beziehungsweise das konkrete Problem zugelassen sind. Zulassung, Anwendungsgebiet, Aufwandmenge, Anwendungszeitpunkt, Abstände und Auflagen ändern sich; ausschließlich das aktuelle amtliche Etikett und die Hinweise des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit beachten. Eine vorbeugende Spritzfolge ist bei großen Platanen in der Regel nicht die erste Maßnahme und sollte nur nach fachlicher Prüfung erfolgen.