Birnenpockenmilbe
Schädling

Birnenpockenmilbe

Eriophyes pyri
Kurzüberblick

Birnenpockenmilbe – Kurzüberblick

Die Birnenpockenmilbe (Eriophyes pyri) ist eine mikroskopisch kleine Gallmilbe an Birnbäumen. Ihr Befall zeigt sich kurz nach dem Austrieb durch zunächst grünliche oder rötliche, später braune bis schwarze Blasen und Pocken auf den Blättern. Meist bleibt der Schaden begrenzt; bei starkem Befall können sich Blätter kräuseln, Knospen vertrocknen und Früchte vernarben oder verformen.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileVor allem junge Blätter und Knospen; gelegentlich Früchte und junge Triebe.
Begünstigende BedingungenDichter, schlecht kontrollierter Birnenbestand, wiederholter Austrieb, befallenes Pflanzmaterial und milde Winter fördern den Aufbau der Population.
Pflanzendoktor

Überblick

Eriophyes pyri lebt zunächst geschützt unter den Knospenschuppen und wandert beim Austrieb auf die sich entfaltenden Blätter. Durch die Saugtätigkeit entstehen kleine, erhabene Blattgallen. Die Pocken sind anfangs hellgrün bis rötlich und verfärben sich später dunkelbraun oder schwarz. Die Milben selbst sind ohne starke Vergrößerung nicht sicher zu erkennen.

Die Bezeichnung und Abgrenzung zu verwandten Gallmilben kann in der Literatur variieren. Für eine zuverlässige Diagnose sind deshalb Wirtspflanze, Form der Pocken, Jahreszeit und – falls erforderlich – eine mikroskopische Untersuchung zusammen zu bewerten.

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Symptome und Erkennung

  • Kleine, flache bis gewölbte Pocken auf der Ober- und Unterseite junger Birnenblätter.
  • Zunächst grünliche, gelbliche oder rötliche Färbung; später braune bis schwarze, eintrocknende Flecken.
  • Gelegentlich gekräuselte oder deformierte Blätter.
  • Bei stärkerem Befall können Knospen vertrocknen oder im Frühjahr schlecht austreiben.
  • An Früchten sind seltener eingesunkene, braune, korkige Narben, Verformungen oder Schalenverfärbungen möglich.

Verwechslungen mit anderen Gallmilben, Blattkrankheiten, Frostschäden oder mechanischen Verletzungen sind möglich. Charakteristisch sind die blasigen Gallen mit einer kleinen Öffnung, meist an der Blattunterseite.

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Ursachen und Ausbreitung

Die Schäden entstehen durch die Saugtätigkeit der Milben in den jungen Blättern und Knospen. Die Tiere werden vor allem mit befallenem Pflanzgut, Schnittgut oder durch direkten Kontakt zwischen benachbarten Trieben verbreitet. Eine Ausbreitung innerhalb des Baumes erfolgt, wenn Milben aus überwinterten Knospen auf neu austreibende Blätter wechseln. Windverfrachtung über kurze Entfernungen ist möglich, aber für den Hausgarten meist weniger bedeutsam als befallenes Pflanzenmaterial.

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Lebenszyklus und Überdauerung

Die überwinternden Weibchen sitzen unter Knospenschuppen. Kurz nach dem Austrieb besiedeln sie die jungen Blätter und regen durch ihre Ernährung die Bildung der Pocken an. Innerhalb der Gallen entwickeln sich Eier, Nymphen und erwachsene Milben. Die Art durchläuft im Jahresverlauf mehrere Generationen. Eine kleine Öffnung an der Galle ermöglicht das Verlassen der Milben; anschließend können weitere junge Blätter und später wieder Knospen besiedelt werden. Die stärkste Sichtbarkeit der Symptome liegt in Deutschland meist vom späten Frühjahr bis zum Sommer.

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Behandlung und Bekämpfung

Bei geringem Befall ist normalerweise keine Behandlung erforderlich. Der Baum kann die befallenen Blätter meist problemlos ersetzen; entscheidend ist die Vitalität des gesamten Baumes. Bei jungen Bäumen oder wiederholt starkem Befall sollten die ersten befallenen Blätter und Triebspitzen möglichst früh entfernt werden. Eine sichere Wirkung auf bereits geschlossene Blattgallen ist begrenzt, da die Milben dort geschützt sitzen. Bei unklaren oder ungewöhnlich starken Symptomen kann eine Pflanzenprobe durch eine amtliche oder fachkundige Beratungsstelle untersucht werden.

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Schonende und biologische Bekämpfung

Im Hausgarten stehen mechanische und vorbeugende Maßnahmen im Vordergrund: einzelne Pockenblätter frühzeitig entfernen, Falllaub und Schnittreste hygienisch beseitigen und den Baum ausgewogen versorgen. Eine Förderung natürlich vorkommender Raubmilben durch Verzicht auf unnötige Breitbandmittel unterstützt die natürliche Regulation. Nützlingsausbringung ist gegen diesen geschützten Gallmilbenbefall nicht zuverlässig als alleinige Maßnahme einzustufen.

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Vorbeugung

  • Nur vitales, kontrolliertes und symptomfreies Pflanzgut verwenden.
  • Birnbäume im Austrieb regelmäßig auf frische Blattpocken kontrollieren.
  • Einzelne stark befallene Blätter frühzeitig ausbrechen und im Hausmüll entsorgen; nicht kompostieren.
  • Stark befallene Triebe bei der ohnehin erforderlichen Schnittpflege entfernen und Werkzeug zwischen Bäumen reinigen.
  • Für eine luftige, gut einsehbare Krone sorgen und unnötig dichten Neuaustrieb vermeiden.
  • Breit wirkende, nicht notwendige Pflanzenschutzbehandlungen vermeiden, um Raubmilben und andere Nützlinge zu schonen.
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Wissenswertes

  • Die Milben sind wurmförmig und mit bloßem Auge nicht sicher sichtbar; zur Beobachtung ist meist eine Lupe mit etwa 14- bis 20-facher Vergrößerung nötig.
  • Die Blattpocken sind keine Pilzfruchtkörper, sondern vom Pflanzengewebe gebildete Gallen.
  • Die Art wird in älterer Literatur teilweise unter dem Namen Phytoptus pyri geführt.
  • Angaben zu weiteren Rosengewächsen als Wirten sind nicht in allen Quellen einheitlich; bei Gallmilben können äußerlich ähnliche Populationen taxonomisch schwer abzugrenzen sein.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Nur Pflanzenschutzmittel verwenden, die in Deutschland zum Zeitpunkt der Anwendung für die betreffende Kultur und den betreffenden Schaderreger beziehungsweise die entsprechende Indikation gesetzlich zugelassen sind. Das aktuelle deutsche Zulassungs- und Anwendungsspektrum sowie die vollständige Produktkennzeichnung beachten; Dosierung, Anwendungszeitpunkt, Wartezeit, Auflagen und Bienenschutz strikt einhalten. Keine Behandlung allein aufgrund von Blattpocken durchführen, wenn der Befall gering ist.