Brennfleckenkrankheit der KürbisgewächseQuelle: Wikimedia CommonsDavid B. Langston, University of Georgia, Bugwood.orgCC BY 3.0 us
Krankheit

Brennfleckenkrankheit der Kürbisgewächse

Colletotrichum orbiculare
Kurzüberblick

Brennfleckenkrankheit der Kürbisgewächse – Kurzüberblick

Die Brennfleckenkrankheit der Kürbisgewächse ist eine Pilzkrankheit durch Colletotrichum orbiculare. Besonders Gurken, Melonen und Wassermelonen können bei warmem, feuchtem Wetter stark geschädigt werden. Typisch sind zunächst wässrige, später braune bis schwarze Blattflecken sowie eingesunkene Läsionen an Früchten. Befallene Erntereste und Saatgut können den Erreger überdauern und verbreiten.

Schnellbestimmung

Typische Bedingungen

Betroffene PflanzenteileBlätter, Blattstiele, Triebe, Stängel, Keimblätter und Früchte; besonders auffällig sind Blattflecken und eingesunkene Fruchtläsionen.
Begünstigende BedingungenWarme, feuchte Witterung, lang anhaltende Blattnässe, häufige Niederschläge oder Überkopfberegnung, dichter Bestand, schlechte Luftbewegung und infizierte Erntereste bzw. Saatgut.
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Überblick

Die Krankheit tritt an oberirdischen Pflanzenteilen auf: Blättern, Blattstielen, Trieben und Früchten. Anfangs entstehen wässrige bis gelbliche, rundliche Flecken, die sich braun, dunkelbraun oder schwarz verfärben und vergrößern können. An Früchten sind eingesunkene, dunkle Läsionen charakteristisch. Bei feuchter Witterung können sich in den Flecken lachsfarbene Sporenmassen bilden. In Deutschland ist das Risiko vor allem in feuchten Sommern, dichten Beständen und schlecht abtrocknenden Gewächshauskulturen erhöht.

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Symptome und Erkennung

Auf Blättern erscheinen zunächst wassergetränkte, gelbliche oder hellgrüne, meist rundliche Flecken. Später werden sie braun bis schwarz, können unregelmäßig werden und zusammenfließen. Bei Gurke und Melone sind die Flecken oft größer; bei Wassermelone können sie dunkler und unregelmäßiger ausfallen.

An Blattstielen und Trieben entstehen längliche, eingesunkene Läsionen. Bei Melonen können Stängelbefälle den Trieb abschnüren und zum Welken führen. Keimlinge aus infiziertem Saatgut zeigen unter Umständen welke Keimblätter und Stängelläsionen nahe der Bodenoberfläche.

Früchte entwickeln runde, schwarze, eingesunkene Flecken. Bei hoher Luftfeuchte können darauf helle, watteartige Pilzbeläge oder lachsfarbene Sporenlager sichtbar werden. Befallene Früchte sind häufig nicht vermarktungsfähig.

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Ursachen und Ausbreitung

Die wichtigste Primärquelle sind infizierte Erntereste und befallenes Saatgut. Sporen werden bei Regen, Überkopfberegnung und Spritzwasser verbreitet. Auch nasse Hände, Messer, Scheren, Rankhilfen und andere Werkzeuge können den Erreger mechanisch übertragen. Dichte Bestände, lange Blattnässe und wiederholter Anbau von Kürbisgewächsen fördern Sekundärinfektionen.

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Lebenszyklus und Überdauerung

Der Erreger kann in infizierten Pflanzenresten und an befallenem Saatgut überdauern; je nach Bedingungen ist eine mehrjährige Überdauerung in Pflanzenresten möglich. Bei Feuchtigkeit bildet er auf Läsionen Sporen, die durch Regen- und Beregnungsspritzer, nasse Arbeitsgeräte, Hände und Pflanzenkontakt verbreitet werden. Nach der Keimung dringt der Pilz in benetztes Gewebe ein. Mehrere Infektionszyklen während einer feucht-warmen Vegetationsperiode können die Krankheit rasch verstärken. Rassen beziehungsweise Isolate unterscheiden sich teilweise in ihrer Wirtsspezifität; zudem können an Kürbisgewächsen auch andere Colletotrichum-Arten auftreten.

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Behandlung und Bekämpfung

Bei ersten verdächtigen Flecken befallene Blätter und Früchte bei trockenem Wetter entfernen und aus dem Bestand bringen. Stark befallene Einzelpflanzen sollten vollständig beseitigt werden, wenn eine weitere Ausbreitung zu erwarten ist. Danach Bewässerung, Lüftung und Bestandsdichte so steuern, dass die Blattnässe abnimmt.

Im Erwerbsanbau kann je nach Kultur, Anbauverfahren und Befallsdruck ein zugelassenes Fungizid Bestandteil einer integrierten Strategie sein. Behandlungen sind grundsätzlich vorbeugend beziehungsweise sehr früh im Befallsverlauf am wirksamsten; bereits eingesunkene Fruchtläsionen werden dadurch nicht geheilt. Wegen möglicher Unterschiede zwischen Colletotrichum-Arten, Rassen und Zulassungen in Deutschland ist eine Diagnose- und Zulassungsprüfung erforderlich.

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Schonende und biologische Bekämpfung

  • Nur gesundes, möglichst zertifiziertes Saatgut und gesundes Pflanzgut verwenden; Saatgut nicht aus sichtbar befallenen Früchten gewinnen.
  • Befallene Blätter, Früchte und stark erkrankte Pflanzenteile frühzeitig entfernen und nicht kompostieren, wenn eine sichere Heißrotte nicht gewährleistet ist.
  • Nach der Ernte sämtliche Kürbisgewächsreste gründlich beseitigen und mehrere Jahre keine anfälligen Kürbisgewächse auf derselben Fläche anbauen.
  • Mit Mulch oder einer geeigneten Bodenabdeckung Spritzwasser von der Bodenoberfläche auf die Blätter reduzieren.
  • Möglichst bodennah bewässern, die Blätter trocken halten und im Gewächshaus für gute Lüftung sowie rasches Abtrocknen sorgen.
  • Werkzeuge, Hände, Pflanzgefäße und Arbeitskleidung zwischen Beständen reinigen, besonders nach dem Entfernen befallener Pflanzen.
  • Verfügbare tolerante oder resistente Sorten bevorzugen; die Sortenwirkung kann jedoch von Erregerstamm, Kultur und Standort abhängen.
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Vorbeugung

Für den deutschen Gartenbau sind ein luftiger, nicht zu dichter Bestand, eine möglichst trockene Blattoberfläche und konsequente Hygiene die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen. Kürbisgewächse nicht auf Flächen mit frischen Resten früherer Erkrankungen anbauen; eine mehrjährige Fruchtfolge mit nicht verwandten Kulturen ist sinnvoll.

  • Gesundes Saatgut und resistente beziehungsweise tolerante Sorten auswählen.
  • Keine Überkopfberegnung bei bereits feuchter, warmer Witterung.
  • Rankende Kulturen so führen, dass Blätter und Früchte gut abtrocknen.
  • Erntereste vollständig entfernen und Geräte nach Arbeiten im Bestand reinigen.
  • Bestände regelmäßig kontrollieren, besonders nach längeren Regenperioden.
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Wissenswertes

  • Der ältere, weiterhin in Literatur und Praxis anzutreffende Name ist Colletotrichum lagenarium.
  • Colletotrichum orbiculare besitzt auf Kürbisgewächsen eine vergleichsweise enge, aber nicht völlig einheitliche Wirtsspezifität. Verschiedene Rassen können Gurke, Wassermelone und andere Kürbisgewächse unterschiedlich stark befallen.
  • Die sichtbaren lachsfarbenen Sporenmassen auf feuchten Läsionen sind ein wichtiger Hinweis, aber kein alleiniger Beweis für die Art.
  • Die Krankheit wird leicht mit anderen Blattfleckenkrankheiten oder mit Anthraknosen verwechselt, die durch andere Colletotrichum-Arten verursacht werden.
Wichtiger Pflanzenschutzhinweis

Pflanzenschutzmittel ausschließlich verwenden, wenn sie in Deutschland für die betreffende Kultur und Anwendung zugelassen sind. Maßgeblich ist stets das aktuelle amtliche Zulassungs- und Anwendungsetikett; Aufwandmenge, Wartezeit, Anwendungszahl und Auflagen sind genau einzuhalten. Eine vorbeugende, nicht geprüfte Spritzfolge wird nicht empfohlen.