Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) – Pflanzenfoto

Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) – Pflege

Cichorium intybus
Sonniger Naturgarten, Wildstaudenbeet, Kräuter- oder Gemüsegarten sowie ein tiefer Kübel. Nicht direkt an empfindliche Nachbarpflanzen oder in Flächen setzen, in denen Selbstaussaat unerwünscht ist. Ja

Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) Kurzvorstellung

Die Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus), auch Zichorie genannt, ist eine ausdauernde heimische Wildpflanze mit leuchtend himmelblauen Blüten. Sie wächst bevorzugt sonnig auf durchlässigen, eher trockenen bis frischen Böden und blüht in Deutschland meist von Juli bis Oktober. Ihre tief reichende Wurzel macht sie trockenheitsverträglich, zugleich erschwert sie das Umpflanzen. Kultivierte Formen werden für Blätter, Wurzeln und Chicorée-Sprossen genutzt.

Systematik

Taxonomische Einordnung

PflanzenfamilieAsteraceae
GattungCichorium
PflanzengruppeWegwarten
PflanzentypAusdauernde krautige Staude
HerkunftEuropa, Nordafrika sowie West- und Zentralasien; in Deutschland heimisch
Akzeptierter wissenschaftlicher NameCichorium intybus
Schnellüberblick

Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) – Pflege

Wichtigste Ansprüche
LichtbedarfSonne
WasserbedarfWährend der Anwachsphase gleichmäßig mäßig feucht, später sparsam
WinterhärteWinterhart in Deutschland
BodenDurchlässiger, sandig-lehmiger Boden
GrößeEtwa 1 bis 1,6 Meter in Blüte; die Blattrosette bleibt deutlich niedriger × 20 bis 40 Zentimeter für die Rosette; Blütenstände können breiter wirken
BlüteBlau blühend von Juli bis Oktober
LuftfeuchtigkeitNormale Außenluftfeuchte genügt; keine besondere Luftfeuchteregulierung erforderlich
Boden-pHEtwa 5,5 bis 7,5; auch etwas breitere Werte werden toleriert
NährstoffbedarfGeringer Nährstoffbedarf
MindesttemperaturEtwa -20 °C bei etablierten Pflanzen; abhängig von Standort und Sorte
USDA-ZoneIn Deutschland in der Regel gut winterhart; etwa USDA 3 bis 9 als grobe Einordnung
WachstumsgeschwindigkeitMittel bis schnell während der Vegetationsperiode

Licht und Standort

Mindestens 6 Stunden direkte Sonne täglich, ideal in einem offenen, warmen Beet. Süd- oder Westlage fördert Blüte und Wurzelbildung. Halbschatten wird toleriert, führt aber oft zu längeren, schwächeren Stängeln und weniger Blüten.

Gießen und Luftfeuchtigkeit

Nach der Aussaat und während der Anwachsphase gleichmäßig feucht, aber niemals vernässt halten. Später darf die obere Bodenschicht zwischen den Wassergaben abtrocknen. Bei längerer Hitze durchdringend gießen, statt häufig nur oberflächlich zu wässern.

Boden und Substrat

Die Gemeine Wegwarte gedeiht in durchlässigem, sandig-lehmigem und mäßig nährstoffreichem Boden. Sie verträgt kalkhaltige Böden und zeitweise Trockenheit, reagiert aber empfindlich auf stauende Nässe und starke Bodenverdichtung. Für kräftige Wurzeln sollte der Boden tiefgründig und locker sein.

Düngung

Vor der Pflanzung etwas reifen Kompost einarbeiten. Zusätzlicher Dünger ist meist unnötig; bei schwachem Wachstum zunächst Boden und Nährstoffversorgung prüfen. Zu viel Stickstoff kann weiches, mastiges Laub und eine schlechtere Wurzelqualität fördern.

Wachstum und Wuchsform

Die Pflanze bildet zunächst eine grundständige Rosette und entwickelt später aus der tiefen Pfahlwurzel verzweigte Blütenstängel. Sie kann mehrere Jahre ausdauern und nach einem Rückschnitt erneut austreiben. Verblühte Stängel vor der Samenreife entfernen, wenn Selbstaussaat begrenzt werden soll.

Pflanzung

Pflanzen und Umtopfen

PflanzzeitMärz bis Mai; Spätsommeraussaat im August oder September möglich
Pflanztiefe3 bis 8 Millimeter
Pflanzabstand20 bis 30 Zentimeter zwischen Einzelpflanzen; für junge Blätter enger möglich

Direktsaat im Frühjahr ab März oder April, sobald der Boden bearbeitbar ist; eine Aussaat im Spätsommer kann eine überwinternde Blattrosette hervorbringen. Das feine Saatgut nur etwa 3 bis 8 Millimeter tief bedecken und frühzeitig vereinzeln. Bei Blatt- und Wurzelkulturen nicht zu dicht pflanzen.

Umtopfen

Umpflanzen und späteres Topfen sind wegen der langen Pfahlwurzel wenig empfehlenswert. Für Kübelkultur direkt in einen tiefen Topf säen. Zur Chicorée-Treiberei werden kräftige Wurzeln vorsichtig ausgegraben und in einem tiefen Gefäß mit feuchtem Substrat im Dunkeln weiterkultiviert.

Praktische Pflege

Vermehrung und Schnitt

Vermehrung

Am einfachsten durch Aussaat. Die Samen direkt an Ort und Stelle säen, da die Pfahlwurzel beim Verpflanzen leicht beschädigt wird. Wurzelstücke können wieder austreiben, weshalb das vollständige Entfernen unerwünschter Pflanzen schwieriger sein kann.

Schnitt

Verblühte Stängel nach der Blüte abschneiden, wenn weniger Samen ausfallen sollen. Für eine natürliche Vermehrung einige Fruchtstände stehen lassen. Zum vollständigen Entfernen die gesamte Pfahlwurzel ausgraben, da ein oberflächlicher Schnitt häufig nicht ausreicht.

Saisonale Pflege

Überwinterung

Etablierte Pflanzen überwintern in Deutschland gewöhnlich problemlos im Freiland. In rauen Lagen kann eine lockere Mulchschicht über der Krone vor Frostwechseln schützen. Kübel stärker vor Durchfrieren schützen, besonders wenn Wurzeln zur Treiberei genutzt werden.

Praktische Verwendung

Verwendung

Junge Blätter können in kleinen Mengen als bitteres Wildgemüse oder Salatbeigabe verwendet werden. Kultivierte Zichorienformen liefern Wurzeln zum Rösten und Treibwurzeln für Chicorée. Keine Pflanzen von Straßenrändern, gedüngten Flächen oder behandelten Standorten sammeln; medizinische Anwendungen nicht aus traditionellen Angaben ableiten.

Bestimmung und Wuchsform

Erscheinungsbild

Die grundständigen Blätter erinnern an Löwenzahn, sind jedoch häufig borstig behaart und gezähnt. Die oberen Stängelblätter sind kleiner und teilweise stängelumfassend. Zusammen mit den drahtigen, verzweigten Stängeln und blauen Blüten ist die Art im Sommer leicht erkennbar.

Ökologische Beziehungen

Bestäubung und Besucher

Die offenen Blüten liefern vor allem Bienen Nahrung; auch Hummeln, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Käfer können sie besuchen. Die wichtigste Beobachtungszeit liegt am Vormittag, wenn die Blüten geöffnet sind.

Pflanzenschutz

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten

Mögliche Probleme sind Blattflecken, Umfallkrankheit bei dicht stehenden Sämlingen sowie Wurzel- und Kronenfäule bei nassem Boden. Gute Drainage, ausreichend Abstand, Fruchtwechsel und sauberes Saatgut senken das Risiko. Befallene Pflanzen entfernen und nicht über das Laub gießen.

Schädlinge

Blattläuse, Erdflöhe, Schnecken und verschiedene blattfressende Insekten können auftreten. Junge Pflanzen bei Bedarf mit Kulturschutznetz schützen, Schnecken absammeln und nur gezielt behandeln. Während der Blüte keine breit wirkenden Insektizide einsetzen.

Sicherheit und Allergene

Giftigkeit und Pollen

GiftigkeitGeringe Besorgnis; Milchsaft kann Haut reizen

Die Art wird als Nahrungspflanze genutzt, doch nur sicher bestimmte und unbelastete Pflanzenteile verwenden. Der Milchsaft kann empfindliche Haut reizen. Bei bekannter Korbblütlerallergie, starken Beschwerden oder einer größeren Aufnahme ärztlichen beziehungsweise tierärztlichen Rat einholen.

Pollen und AllergieMögliches Pollenallergen
Typischer Zeitraum
Juli bis Oktober
Bestäubung / Pollen
Insektenverbreiteter Pollen; beim Umgang mit trockenem Material mögliche Exposition

Pollen wird hauptsächlich durch Insekten verbreitet, kann bei trockener Pflanzen- oder Saatgutverarbeitung aber auch eingeatmet werden. Für Menschen mit Korbblütler- oder Zichorienempfindlichkeit ist vorsichtiger Umgang sinnvoll.

Hunde Keine spezifische systemische Giftwirkung für Hunde ist hier gesichert; größere Mengen ungewohnter Pflanzenteile können jedoch Magen-Darm-Beschwerden verursachen.
Katzen Keine spezifische systemische Giftwirkung für Katzen ist hier gesichert; der Verzehr größerer Mengen kann dennoch Verdauungsbeschwerden auslösen.
Kinder Nicht unbeaufsichtigt von Kindern verzehren lassen. Milchsaft kann empfindliche Haut reizen; unbekannte Pflanzen vom Verzehr ausschließen.
Betroffene Pflanzenteile Milchsaft und alle Pflanzenteile bei empfindlichen Personen vorsichtig handhaben
Natürliche Umgebung

Natürlicher Lebensraum

In Deutschland wächst die heimische Art an sonnigen Weg- und Straßenrändern, Feldrainen, Böschungen, Weiden, Äckern und anderen gestörten, meist durchlässigen Standorten. Sie bevorzugt frische bis mäßig trockene, eher nährstoffreiche Böden und verträgt kalkreiche Bedingungen.

Gut zu wissen

Wissenswertes

Die Blüten öffnen sich oft nur am Vormittag.
Die kräftige Pfahlwurzel erschließt trockene Böden.
Die Wurzel enthält das Reservekohlenhydrat Inulin.
Geröstete Wurzeln dienen als Zichorienkaffee-Zutat.
Ausgewählte Formen liefern Chicorée-Sprossen.
Die Art ist in Deutschland heimisch und ungefährdet.
Die Blüten sind meist leuchtend blau, selten weiß.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

25 Fragen

Die wichtigsten Fragen zu dieser Pflanze mit kurzen, direkten Antworten.

🌱Schnellpflege

Was ist die Gemeine Wegwarte?

Die Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) ist eine heimische, ausdauernde Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Sie bildet blaue Blüten, eine grundständige Rosette und eine tief reichende Pfahlwurzel.

Ist die Gemeine Wegwarte für Anfänger geeignet?

Ja. Sie ist pflegeleicht, winterhart und kommt nach dem Anwachsen mit wenig Wasser aus. Direktsaat gelingt meist besser als späteres Umpflanzen.

Welche deutschen Namen hat Cichorium intybus?

Gebräuchlich sind Gemeine Wegwarte und Gewöhnliche Wegwarte. Zichorie wird besonders im Zusammenhang mit Nutzformen, Wurzeln und Chicorée verwendet.

🌤️Umgebung und Standort

Welchen Standort braucht die Wegwarte?

Sie benötigt einen vollsonnigen, offenen Standort mit mindestens sechs Stunden direkter Sonne. Ideal ist ein durchlässiger, eher trockener bis frischer Boden.

Welchen Boden bevorzugt Cichorium intybus?

Am besten wächst die Art in lockerem, sandig-lehmigem und gut drainiertem Boden. Kalk wird meist vertragen; Staunässe und verdichtete Böden sollten vermieden werden.

Ist die Gemeine Wegwarte in Deutschland heimisch?

Ja. Cichorium intybus ist in Deutschland heimisch und an vielen Weg-, Feld- und Straßenrändern verbreitet.

💧Pflege und Probleme

Wie oft muss ich die Wegwarte gießen?

Während der Keimung und Anwachsphase gleichmäßig, aber mäßig gießen. Später darf die obere Bodenschicht abtrocknen; bei anhaltender Sommerhitze ist gelegentlich durchdringendes Gießen sinnvoll.

Wie hoch wird die Gemeine Wegwarte?

Blühende Pflanzen erreichen meist etwa 1 bis 1,6 Meter. Die grundständige Rosette bleibt wesentlich niedriger und benötigt ungefähr 20 bis 40 Zentimeter Platz.

Muss die Wegwarte gedüngt werden?

Normalerweise reicht etwas reifer Kompost vor der Pflanzung. Starke Stickstoffgaben sind ungünstig, besonders wenn eine kräftige Wurzel gewünscht ist.

Warum welkt die Wegwarte trotz feuchter Erde?

Nasse Erde kann auf Staunässe und geschädigte Wurzeln hindeuten. Für die Wegwarte ist ein durchlässiger Boden besser als zusätzliches Gießen.

🪴Pflanzen und Umtopfen

Wann säe ich die Gemeine Wegwarte in Deutschland aus?

Die Hauptaussaat erfolgt von März bis Mai, sobald der Boden bearbeitbar ist. Eine Aussaat im August oder September kann eine überwinternde Rosette hervorbringen.

Wie tief werden Wegwarten-Samen gesät?

Das Saatgut nur etwa 3 bis 8 Millimeter tief säen. Ein fester, feinkrümeliger Boden und guter Saatgutkontakt verbessern den Aufgang.

Kann die Gemeine Wegwarte im Kübel wachsen?

Ja, aber der Kübel muss tief sein und überschüssiges Wasser zuverlässig ableiten. Wegen der Pfahlwurzel ist ein großer, tiefer Topf besser als ein flaches Pflanzgefäß.

Soll man Wegwarte verpflanzen?

Nur junge Sämlinge verpflanzen, solange die Pfahlwurzel noch kurz ist. Direktsaat an den endgültigen Standort ist meist die sicherere Methode.

✂️Vermehrung und Schnitt

Wie wird Cichorium intybus vermehrt?

Am einfachsten durch Samen. Die Pflanze kann außerdem aus Wurzelstücken wieder austreiben, was bei unerwünschten Pflanzen die Entfernung erschwert.

Sät sich die Gemeine Wegwarte selbst aus?

Ja, reife Samenstände können zahlreiche Sämlinge hervorbringen. Verblühte Stängel vor der Samenreife abschneiden, wenn die Ausbreitung begrenzt werden soll.

Kann man die Wegwarte zurückschneiden?

Ja. Ein Rückschnitt nach der Blüte hält die Pflanze kompakter und reduziert die Samenbildung, beseitigt aber die Pfahlwurzel nicht zuverlässig.

⚠️Giftigkeit und Sicherheit

Ist die Gemeine Wegwarte essbar?

Junge Blätter und Blüten werden traditionell als bitteres Wildgemüse genutzt; kultivierte Formen liefern Wurzeln und Chicorée. Nur sicher bestimmte, unbelastete Pflanzen verwenden und keine Pflanzen von Straßenrändern sammeln.

Kann der Milchsaft der Wegwarte die Haut reizen?

Ja, der Milchsaft kann bei empfindlichen Personen Hautreizungen auslösen. Beim Schneiden oder Ausgraben sind Handschuhe sinnvoll; Haut anschließend mit Wasser und Seife waschen.

Ist die Wegwarte für Hunde und Katzen giftig?

Eine spezifische starke Giftwirkung ist für Hunde und Katzen nicht gesichert. Größere Mengen ungewohnter Pflanzenteile können jedoch Magen-Darm-Beschwerden verursachen; bei Symptomen eine Tierarztpraxis kontaktieren.

Kann Wegwartenpollen Allergien auslösen?

Wie andere Korbblütler bildet die Art Pollen, und empfindliche Menschen können reagieren. Bei bekannter Korbblütlerallergie trockenes Pflanzenmaterial und Saatgutstaub möglichst meiden.

🌸Blüte und Besonderheiten

Wann blüht die Gemeine Wegwarte?

In Deutschland blüht sie meist von Juli bis Oktober, regional und witterungsabhängig auch etwas früher oder länger. Die Blüten öffnen sich vor allem am Vormittag.

Welche Farbe haben die Blüten?

Typisch sind leuchtend himmelblaue bis kräftig blaue Blüten. Weiße Blüten kommen selten vor.

Zieht die Wegwarte Bestäuber an?

Ja. Vor allem Bienen, darunter Wildbienen und Hummeln, besuchen die Blüten; auch Schwebfliegen, Schmetterlinge und Käfer können angelockt werden.

Warum schließen sich die Wegwartenblüten?

Die Blütenköpfchen öffnen sich meist am Morgen und schließen sich später am Tag. Bei Regen oder trübem Wetter bleiben sie häufig geschlossen.

Entdecken

Ähnliche Pflanzen

Weitere Pflanzen →
Nachvollziehbarkeit

Quellen und Datenzuverlässigkeit

Hoch für Taxonomie, deutsche Benennung, Standort und Blütezeit; mittel für Endhöhe, Selbstaussaat und Pollenrelevanz; begrenzt für artspezifische Haustierdaten.