Großes Löwenmaul (Antirrhinum majus) Kurzvorstellung
Das Große Löwenmaul (Antirrhinum majus), auch Garten-Löwenmaul oder Löwenmäulchen genannt, ist eine farbenfrohe Blühpflanze für sonnige Beete, Balkonkästen und Kübel. Die charakteristischen zweilippigen Blüten öffnen sich wie ein Löwenmaul und erscheinen in Deutschland meist von Juni bis September. Ein nährstoffreicher, durchlässiger Boden, gleichmäßige Wasserversorgung und regelmäßiges Ausputzen fördern eine lange Blüte.
Taxonomische Einordnung
Großes Löwenmaul (Antirrhinum majus) – Pflege
Licht und Standort
Mindestens etwa 6 Stunden direkte Sonne fördern kräftige Stängel und viele Blüten. Ein sonniger, luftiger Standort ist ideal. Lichter Halbschatten wird toleriert, kann aber zu weniger Blüten und weicheren Trieben führen. In sehr heißen Regionen schützt etwas Nachmittagsschatten vor Hitzestress.
Gießen und Luftfeuchtigkeit
Gießen, sobald die obersten 2–3 cm Erde abgetrocknet sind, und anschließend gründlich wässern. Jungpflanzen gleichmäßig feucht halten, aber nie dauerhaft nass. Bei Hitze häufiger, bei kühlem oder regnerischem Wetter seltener gießen. Möglichst an der Basis wässern.
Boden und Substrat
Ideal ist ein nährstoffreicher, humoser und gut durchlässiger Gartenboden mit mäßiger Feuchtigkeit. Lehmig-sandige Erde oder hochwertige Kübelpflanzenerde eignet sich gut. Staunässe sollte vermieden werden, da sie Wurzel- und Kronenfäule begünstigt. Ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert ist passend; eine routinemäßige starke Kalkung ist nicht erforderlich.
Düngung
Vor dem Pflanzen Kompost einarbeiten. In fruchtbarem Boden ist meist keine starke Düngung nötig. Kübelpflanzen während des Wachstums etwa alle 2–4 Wochen schwach mit einem ausgewogenen Flüssigdünger versorgen. Nicht bei Trockenstress, Staunässe oder unmittelbar nach dem Umpflanzen düngen.
Wachstum und Wuchsform
Die Pflanzen bilden aufrechte, grüne und je nach Sorte verzweigte Stängel. Hohe Formen können bei wenig Licht, Wind oder starkem Regen kopflastig werden. Frühes Entspitzen fördert die Verzweigung; Stäbe oder Staudenstützen helfen bei hohen Sorten. Verblühtes regelmäßig entfernen.
Pflanzen und Umtopfen
Die Aussaat erfolgt in Deutschland meist im Haus etwa 8 bis 10 Wochen vor dem erwarteten letzten Spätfrost. Die feinen Samen nur auf die feuchte Erde streuen, andrücken und nicht mit Erde bedecken, da sie Licht zur Keimung benötigen. Jungpflanzen ab April oder nach den letzten stärkeren Frösten auspflanzen; in milden Regionen ist auch eine Herbstpflanzung möglich.
Jungpflanzen nach der Bildung mehrerer echter Blätter in einzelne Töpfe oder Anzuchtzellen pikieren. Gekaufte Pflanzen bei kühler Witterung möglichst schonend umsetzen. Gefäße mit Abzugslöchern verwenden und die Pflanze nicht tiefer setzen als zuvor.
Vermehrung und Schnitt
Vermehrung
Am einfachsten durch Samen. Samen im Haus 8–10 Wochen vor dem letzten Spätfrost oberflächlich aussäen, hell stellen und gleichmäßig feucht halten. Stecklinge von gesunden, nicht blühenden Trieben sind möglich, werden zur Sortenerhaltung aber seltener verwendet.
Schnitt
Junge Triebspitzen entspitzen, um eine buschigere Verzweigung zu fördern. Verblühte Blütenstände regelmäßig entfernen, wenn eine lange Nachblüte gewünscht ist. Bei nachlassender Blüte können die Pflanzen um etwa ein Drittel bis zur Hälfte zurückgeschnitten werden. Kranke oder beschädigte Triebe jederzeit entfernen.
Überwinterung
In wintermilden, geschützten Regionen können einzelne Pflanzen mit lockerer Drainage und leichtem Winterschutz überleben. In den meisten deutschen Gärten wird das Löwenmaul jedoch einjährig kultiviert. Bei Kübelpflanzen Staunässe vermeiden; alternativ im Spätsommer Stecklinge für eine frostfreie Überwinterung nehmen.
Verwendung
Geeignet für gemischte Rabatten, Bauerngärten, Balkonkästen, Kübel, Einfassungen, Schnittblumenbeete und naturnahe Sommerpflanzungen. Hohe Sorten liefern aufrechte Schnittstiele, niedrige Sorten eignen sich für Gefäße und den Vordergrund. Nicht als Küchen- oder Heilpflanze einplanen.
Erscheinungsbild
Schmale bis lanzettliche, mittelgrüne Blätter sitzen wechselständig an aufrechten Stängeln. Charakteristisch sind dichte, endständige Blütentrauben mit aufgeblasenen, bilateral symmetrischen Blüten und beweglicher Unterlippe. Niedrige Sorten wachsen kompakt, hohe Sorten eher säulenförmig und können eine Stütze benötigen.
Blüte
Die Blüten sitzen in endständigen, ährenartigen Trauben. Entlang des Blütenstandes öffnen sie sich nacheinander von unten nach oben. Die zweilippige, röhrenförmige Krone besitzt eine bewegliche Unterlippe und wird vor allem von kräftigen Insekten geöffnet. Die Blüte ist bei kühler bis mäßig warmer Witterung am reichsten; anhaltende Sommerhitze kann sie vorübergehend abschwächen.
Bestäubung und Besucher
Die geschlossene, bewegliche Blütenform ist besonders für kräftige Insekten wie Hummeln zugänglich. Die Bestäuberaktivität ist bei kühler bis mäßig warmer Witterung während der langen Blütezeit am höchsten.
Antirrhinum majus Fotos
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Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten
Mögliche Probleme sind Umfallkrankheit, Wurzel- und Kronenfäule, Rost, Falscher Mehltau, Grauschimmel und Blattflecken. Sauberes Anzuchtsubstrat, ausreichender Pflanzabstand, gute Luftzirkulation und Gießen direkt an der Erde senken das Risiko. Befallenes Pflanzenmaterial entfernen und nicht auf den Kompost geben.
Schädlinge
Blattläuse, Thripse, Spinnmilben und gelegentlich Minierfliegen können auftreten. Triebspitzen und Blattunterseiten regelmäßig kontrollieren. Leichten Befall mit Wasser abspülen; bei stärkerem Befall nur zugelassene Mittel nach Etikett anwenden. Während der Blüte bienenschädliche Breitbandmittel vermeiden.
Giftigkeit und Pollen
Für Antirrhinum majus ist keine bedeutende Giftigkeit bei üblichem Gartenkontakt bekannt. Pflanzenteile sollten dennoch nicht absichtlich verzehrt werden, da Sorten, Anbauweise und individuelle Verträglichkeit variieren. Bei Kindern und Haustieren vorsichtshalber den Verzehr größerer Mengen verhindern.
- Typischer Zeitraum
- Juni bis September während der Blüte
- Bestäubung / Pollen
- Insektenübertragener, überwiegend nicht windverbreiteter Pollen
Der Pollen wird überwiegend innerhalb der Blüte freigesetzt und von Insekten übertragen, statt frei durch den Wind verbreitet zu werden. Dadurch ist die Belastung durch luftgetragenen Pollen vermutlich gering; individuelle Reaktionen können dennoch auftreten.
Natürlicher Lebensraum
Die Art stammt aus dem westlichen Mittelmeerraum und wächst ursprünglich an sonnigen, offenen Standorten wie Fels- und Mauerspalten, steinigen Böden und gestörten Plätzen. In Deutschland wird sie vor allem kultiviert und verwildert gelegentlich in warmen, wintermilden Lagen.
Wissenswertes
Der deutsche Name bezieht sich auf die Blüten, die sich bei seitlichem Druck wie ein Löwenmaul öffnen.
Die Blütenstände öffnen sich schrittweise von unten nach oben.
Hummeln können die bewegliche Blütenkrone aufdrücken.
Sorten reichen von niedrigen Einfassungs- bis zu hohen Schnittblumenformen.
Das Große Löwenmaul ist eine klassische Modellpflanze der Blütenentwicklungsforschung.
Bei milder Witterung kann die Blüte bis in den Herbst andauern.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die wichtigsten Fragen zu dieser Pflanze mit kurzen, direkten Antworten.
🌱Schnellpflege
Wie wird das Große Löwenmaul in Deutschland genannt?⌄
Gebräuchlich sind Großes Löwenmaul, Garten-Löwenmaul und Löwenmäulchen. Der wissenschaftliche Name lautet Antirrhinum majus.
Ist das Große Löwenmaul einjährig oder mehrjährig?⌄
Botanisch ist es eine kurzlebige ausdauernde Pflanze. In Deutschland wird es wegen Frost und Winternässe meist als einjährige Sommerblume kultiviert.
🌤️Umgebung und Standort
Welchen Standort braucht das Große Löwenmaul?⌄
Am besten wächst es an einem sonnigen, luftigen Standort mit mindestens etwa sechs Stunden direkter Sonne. Lichter Halbschatten ist möglich, führt aber oft zu weicheren Trieben und weniger Blüten.
Welcher Boden eignet sich für Löwenmäulchen?⌄
Ideal ist ein nährstoffreicher, humoser und gut durchlässiger Boden mit leicht saurem bis neutralem pH-Wert. Staunasse oder dauerhaft verdichtete Erde sollte vermieden werden.
💧Pflege und Probleme
Wie oft muss man das Große Löwenmaul gießen?⌄
Gießen Sie, sobald die obersten 2–3 cm Erde trocken sind, und wässern Sie anschließend gründlich. Jungpflanzen brauchen gleichmäßige Feuchtigkeit, etablierte Pflanzen vertragen kurze trockene Phasen besser.
Soll man Löwenmäulchen ausputzen?⌄
Ja. Verblühte Blütenstände regelmäßig entfernen, wenn die Pflanze möglichst lange weiterblühen soll. Einige Samenstände können für die Selbstaussaat stehen bleiben.
Brauchen hohe Löwenmäulchen eine Stütze?⌄
Hohe Sorten können bei Wind, Starkregen oder wenig Licht umkippen. Eine Staudenstütze oder ein unauffälliger Pflanzstab schafft dann mehr Standfestigkeit.
Wann sollte man Löwenmäulchen düngen?⌄
In gut versorgter Gartenerde reicht meist Kompost vor der Pflanzung. Kübelpflanzen können während des Wachstums alle zwei bis vier Wochen schwach mit einem ausgewogenen Flüssigdünger gedüngt werden.
🪴Pflanzen und Umtopfen
Wann wird das Große Löwenmaul in Deutschland ausgesät?⌄
Im Haus wird meist von Februar bis März ausgesät, etwa acht bis zehn Wochen vor dem erwarteten letzten Spätfrost. Ins Freiland kommen Jungpflanzen gewöhnlich ab April oder nach den letzten stärkeren Frösten.
Wie tief werden Löwenmaul-Samen gesät?⌄
Die feinen Samen werden nur auf die feuchte Erde gestreut, leicht angedrückt und nicht mit Erde bedeckt. Sie benötigen Licht zur Keimung.
Wie weit müssen Löwenmäulchen auseinanderstehen?⌄
Je nach Sorte sind etwa 15–30 cm sinnvoll. Sehr hohe oder stark wachsende Formen können bis etwa 40 cm Abstand benötigen, damit die Luft gut zirkuliert.
✂️Vermehrung und Schnitt
Wie vermehrt man das Große Löwenmaul?⌄
Am einfachsten gelingt die Vermehrung durch Samen. Stecklinge von gesunden, nicht blühenden Trieben sind möglich, werden im Hausgarten aber seltener verwendet.
Sät sich das Löwenmäulchen selbst aus?⌄
Ja, an offenen, nicht stark gemulchten Stellen können sich einzelne Pflanzen selbst aussäen. Die Selbstaussaat ist jedoch je nach Sorte, Winter und Standort unterschiedlich zuverlässig.
⚠️Giftigkeit und Sicherheit
Ist das Große Löwenmaul giftig für Hunde und Katzen?⌄
Für Antirrhinum majus ist keine bedeutende Giftigkeit für Hunde oder Katzen bekannt. Größere Mengen Pflanzenmaterial können trotzdem Magen-Darm-Beschwerden verursachen; bei Symptomen sollte eine Tierarztpraxis kontaktiert werden.
Sind Löwenmäulchen für Kinder essbar?⌄
Die Pflanze sollte Kindern nicht zum Verzehr überlassen werden. Eine bedeutende Giftigkeit bei gewöhnlichem Gartenkontakt ist nicht belegt, doch Sorten und Anbauweise unterscheiden sich und die Verträglichkeit ist nicht sicher vorhersehbar.
Sind die Blüten des Großen Löwenmauls essbar?⌄
Für den Garten wird der Verzehr nicht pauschal empfohlen. Nur eindeutig bestimmte, ungespritzte und ausdrücklich für kulinarische Zwecke angebaute Blüten verwenden; Zierpflanzen aus dem Handel können mit Pflanzenschutzmitteln behandelt sein.
🌸Blüte und Besonderheiten
Wann blüht das Große Löwenmaul in Deutschland?⌄
Die Hauptblüte liegt meist zwischen Juni und September. Bei früher Pflanzung, einem geschützten Standort und günstiger Herbstwitterung kann die Blüte bis in den Oktober reichen.
Warum blüht mein Löwenmaul nicht?⌄
Häufige Ursachen sind zu wenig Licht, Hitzestress, Trockenheit, zu viel Stickstoff oder noch nicht ausreichend entwickelte Pflanzen. Ein sonnigerer Standort, gleichmäßige Feuchtigkeit und regelmäßiges Ausputzen können helfen.
Ist das Große Löwenmaul bienenfreundlich?⌄
Es liefert vor allem Hummeln und anderen kräftigen Wildbienen Nahrung, die die geschlossene Blüte öffnen können. Die ökologische Bedeutung ist mäßig, aber lange blühende Sorten sind eine nützliche Ergänzung im Sommerbeet.
Eignet sich das Große Löwenmaul als Schnittblume?⌄
Ja, besonders hohe Sorten liefern aufrechte, farbenfrohe Schnittstiele. Schneiden Sie die Stiele, wenn sich die unteren Blüten öffnen, und stützen Sie die Pflanzen bei windigem Wetter.
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