Amarant ist ein echter Blickfang: Je nach Art hängen seine Blütenstände wie farbige Quasten herab, stehen kerzenförmig aufrecht oder leuchten in Grün, Rot, Bordeaux und Gold. Gleichzeitig wächst die einjährige Sommerpflanze unkompliziert, schnell und auch in kleineren Gärten zu stattlicher Größe heran. Wenn du ihr einen warmen Platz und einen guten Start gibst, belohnt sie dich vom Hochsommer bis in den Herbst mit außergewöhnlichen Blüten.
Für den Hausgarten eignen sich vor allem Zierformen wie Amaranthus caudatus, der Garten-Fuchsschwanz, sowie Sorten von Amaranthus cruentus und Amaranthus hypochondriacus. Manche Amarant-Arten werden außerdem als Blatt- oder Körnergemüse angebaut. In diesem Beitrag steht jedoch die dekorative Wirkung im Vordergrund: üppige Pflanzen, lange Blütenstände und ein Beet, das auch im Spätsommer noch spannend aussieht.
Der richtige Standort: warm, hell und nicht zu nass
Amarant stammt aus warmen Regionen und reagiert deshalb empfindlich auf Kälte. Wähle einen sonnigen, möglichst geschützten Platz, an dem sich der Boden schnell erwärmt. An halbschattigen Standorten wachsen die Pflanzen zwar oft weiter, bleiben aber schwächer und bilden meist weniger intensive Blatt- und Blütenfarben.
- Licht: möglichst sechs oder mehr Stunden direkte Sonne täglich.
- Boden: locker, humos, durchlässig und ohne Staunässe.
- Nährstoffe: mäßig bis gut versorgt, aber nicht überdüngt.
- Windschutz: besonders bei hohen Sorten hilfreich, damit die Triebe nicht umknicken.
Schwere Böden lockerst du am besten vor der Pflanzung mit reifem Kompost und, falls nötig, etwas grobem Sand. In einem sehr leichten Boden hilft Kompost dabei, Wasser und Nährstoffe länger zu halten. Frischen Stallmist solltest du nicht einarbeiten, weil er die jungen Pflanzen unnötig stark antreiben kann.
Amarant aussäen: So gelingt der Start
Direktsaat im Garten
Für Deutschland ist die Direktsaat meist ab Mitte Mai sinnvoll, wenn keine stärkeren Fröste mehr zu erwarten sind und sich der Boden erwärmt hat. In milden Regionen oder unter Vlies kann der Start etwas früher gelingen; in rauen Lagen lohnt sich Geduld. Amarant keimt bei Wärme deutlich zuverlässiger als in kalter, nasser Erde.
Bereite das Beet fein krümelig vor und drücke die Saat nur leicht an. Die Samen sind klein und sollten nicht tief liegen. Eine dünne Erdschicht von etwa 0,5 bis 1 Zentimeter reicht in der Regel aus. Anschließend gießt du vorsichtig mit einer feinen Brause, damit die Samen nicht weggespült werden.
- Ziehe bei hohen Sorten Reihen mit etwa 40 bis 60 Zentimetern Abstand.
- Für kompaktere Sorten reichen oft 25 bis 40 Zentimeter.
- Säe zunächst etwas dichter und vereinzle später die kräftigsten Sämlinge.
- Halte das Saatbeet bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht, aber nicht nass.
Je nach Wärme erscheinen die ersten Keimlinge häufig nach etwa einer bis zwei Wochen. In kühlen Perioden kann es länger dauern. Markiere die Reihe deshalb am besten mit einem Stäbchen, damit du die langsam startenden Keimlinge nicht versehentlich beim Hacken entfernst.
Vorkultur für einen früheren Blütenbeginn
Wenn du einen besonders frühen Blütenflor möchtest, kannst du Amarant ab April in Töpfen oder Multitopfplatten vorziehen. Verwende nährstoffarme Aussaaterde und stelle die Gefäße hell und warm auf. Sobald die Sämlinge ihre ersten echten Blätter entwickelt haben, kannst du sie vorsichtig einzeln setzen.
Ins Freiland kommen vorgezogene Pflanzen erst nach der Abhärtung. Stelle sie zunächst tagsüber geschützt nach draußen und hole sie bei kalten Nächten wieder herein. Nach den Eisheiligen, also meist ab Mitte Mai, ist das Auspflanzen in vielen Regionen Deutschlands deutlich sicherer. Beschädige den Wurzelballen möglichst wenig und gieße nach dem Setzen gründlich an.
Sorten im Vergleich: Hängende Quasten oder aufrechte Kerzen?
Die Sortenwahl entscheidet maßgeblich über die Wirkung im Beet. Hängende Formen passen gut an den Rand eines Staudenbeets oder in große Kübel, während aufrecht wachsende Sorten als Hintergrundpflanzen und vertikale Akzente überzeugen.
- Garten-Fuchsschwanz: meist mit langen, herabhängenden Blütenständen in Rot, Purpur oder Grün. Ideal für romantische Beete und große Gefäße.
- Aufrecht blühende Sorten: bilden kompaktere, senkrechte Blütenstände und wirken architektonisch. Sie passen gut zwischen Ziergräser, Dahlien oder Sonnenblumen.
- Dunkellaubige Sorten: setzen starke Kontraste zu gelben, orangefarbenen und weißen Blüten.
- Grünblühende Formen: wirken dezenter und lassen sich gut mit silbrigen Blättern oder natürlichen Wildstauden kombinieren.
Bei der Auswahl solltest du neben der Blütenfarbe auch die Endhöhe beachten. Viele Sorten bleiben ungefähr 50 bis 100 Zentimeter hoch, andere erreichen 150 Zentimeter oder mehr. Für Balkonkästen und kleine Kübel sind kompakte Formen besser geeignet; hohe Sorten brauchen ausreichend Platz und bei exponierter Lage möglicherweise eine Stütze.
Pflege nach dem Auflaufen
In der Jugendphase wächst Amarant zunächst langsam. In dieser Zeit konkurriert er schlecht mit Unkraut. Hacke deshalb vorsichtig zwischen den Reihen und entferne Beikräuter, solange die Pflanzen noch klein sind. Sobald der Amarant kräftig wächst, schließt sich der Bestand meist schnell.
Nach dem Vereinzeln lässt du pro Pflanzstelle nur eine kräftige Pflanze stehen. Ziehe die übrigen Sämlinge nicht einfach an der Oberfläche heraus, sondern lockere sie vorsichtig, damit die Wurzeln der verbleibenden Pflanze möglichst ungestört bleiben.
Eine dünne Mulchschicht aus gut verrottetem Kompost oder feinem organischem Material kann die Bodenfeuchte stabilisieren. Lege den Mulch jedoch nicht direkt an den Stängel. Besonders bei feuchter Witterung sollte die Pflanzenbasis luftig bleiben.
Richtig gießen: gleichmäßig statt ständig
Amarant braucht vor allem in der Keim- und Anwachsphase regelmäßige Feuchtigkeit. Später verträgt er kurze trockene Phasen besser, wenn er tief wurzeln konnte. Große Pflanzen verlieren an heißen Tagen trotzdem viel Wasser über ihre Blätter und reagieren bei anhaltender Trockenheit mit hängenden Blättern und kleinerem Wuchs.
Ein einfacher Gießversuch im eigenen Garten hilft, das richtige Maß zu finden. Teile beispielsweise ein Beet in zwei gleich große Bereiche: Im ersten Bereich gießt du nur bei deutlich trockener oberer Bodenschicht, im zweiten Bereich nach einem festen Plan. Miss das Wasser mit einer Gießkanne oder einem Messbecher.
- Keimphase: bei trockenem Wetter täglich etwa 2 bis 3 Liter Wasser pro Quadratmeter, verteilt auf feine, vorsichtige Gaben.
- Anwachsphase: zwei- bis dreimal pro Woche etwa 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter, wenn es nicht regnet.
- Heiße, trockene Wochen: ein- bis zweimal pro Woche etwa 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter, dafür langsam und durchdringend.
- Nach Regen: erst die Bodenfeuchte prüfen und nicht nach Kalender gießen.
Diese Mengen sind Orientierungswerte und keine starre Vorschrift. Sandige Böden brauchen häufiger Wasser, lehmige Böden speichern Feuchtigkeit länger. Stecke einen Finger etwa fünf Zentimeter tief in die Erde: Fühlt sie sich dort noch kühl und leicht feucht an, kannst du meist warten. Gieße möglichst morgens direkt auf den Boden und nicht über die Blätter.
Ein praxistauglicher Anbauvergleich
Wenn du verschiedene Sorten ausprobieren möchtest, lohnt sich ein kleiner Vergleich im selben Beet. Pflanze beispielsweise eine dunkelrote, eine grünblühende und eine hängende Sorte jeweils an einen ähnlichen Standort. Notiere Aussaatdatum, Keimdauer, erste Blüte, Endhöhe und den Wasserbedarf während trockener Wochen.
So erkennst du schnell, welche Sorte zu deinem Garten passt. In einem windigen Garten kann eine niedrigere, kompakte Form besser abschneiden als eine sehr hohe Sorte. In einem sonnigen, gut bewässerbaren Beet kann dagegen eine lang herabhängende Sorte besonders eindrucksvoll werden. Wichtig ist, die Ergebnisse nicht nur nach der Blütenfarbe zu beurteilen, sondern auch nach Standfestigkeit und Pflegeaufwand.
Düngen mit Augenmaß
Amarant wächst kräftig, benötigt aber nicht automatisch große Mengen Dünger. Eine Kompostgabe zur Beetvorbereitung reicht auf vielen Gartenböden aus. Bei sichtbar blassen Blättern oder sehr magerer Erde kannst du im Frühsommer sparsam einen organischen Dünger verwenden.
Übermäßige Stickstoffgaben fördern vor allem weiches Blatt- und Triebwachstum. Die Pflanzen werden dann höher und anfälliger für Umknicken, während die Blütenwirkung nicht unbedingt besser ausfällt. Dünge deshalb lieber zurückhaltend und beobachte zuerst das Wachstum.
Stützen, schneiden oder einfach wachsen lassen?
Hohe Amarant-Sorten brauchen nicht immer eine Stütze, an windigen Standorten aber oft schon. Ein unauffälliger Stab oder ein lockerer Pflanzenring schützt die Triebe, ohne die natürliche Form zu zerstören. Befestige die Pflanzen frühzeitig, bevor sie durch Regen oder Wind umfallen.
Ein Rückschnitt ist normalerweise nicht nötig. Entferne lediglich beschädigte Triebe oder verblühte Teile, wenn du die Pflanze ordentlicher halten möchtest. Lässt du die Blütenstände stehen, wirken sie auch im Spätsommer und Herbst dekorativ und können von Vögeln besucht werden.
Blüte und Ernte der Samenstände
Die Blüte beginnt je nach Aussaatzeit und Sorte meist im Sommer. Regelmäßiges Gießen in längeren Trockenphasen unterstützt die Ausbildung kräftiger Blütenstände. Gleichzeitig solltest du Staunässe vermeiden, denn nasse Böden und kühle Witterung bekommt der wärmeliebenden Pflanze schlecht.
Für Trockensträuße schneidest du die Blütenstände, sobald sie gut ausgefärbt sind, aber noch nicht vollständig ausgereift wirken. Entferne die unteren Blätter und hänge die Stiele kopfüber an einem luftigen, trockenen Ort auf. Je nach Sorte behalten die Blütenstände ihre Farbe unterschiedlich lange; dunkelrote Formen sind oft besonders wirkungsvoll.
Wenn du Samen gewinnen möchtest, lässt du einige Blütenstände vollständig ausreifen. Schneide sie an einem trockenen Tag und lege sie zum Nachtrocknen auf Papier. Da sich verschiedene Amarant-Sorten leicht miteinander kreuzen können, erhält die Nachzucht nicht immer exakt die Eigenschaften der Mutterpflanze. Für sortenreine Ergebnisse solltest du Saatgut nur von getrennt stehenden Beständen sammeln.
Häufige Probleme und schnelle Lösungen
- Die Samen keimen nicht: Meist war der Boden zu kalt, zu trocken oder die Saat lag zu tief. Säe flach und warte auf warme Erde.
- Die Sämlinge fallen um: Zu wenig Licht, zu dichter Stand oder dauerhaft nasse Erde können die Ursache sein. Vereinzle rechtzeitig und gieße vorsichtiger.
- Die Pflanzen wachsen sehr hoch und kippen: Prüfe den Standort auf Wind und dünge nicht zu stickstoffreich. Eine Stütze schafft zusätzliche Sicherheit.
- Die Blätter hängen: Kontrolliere zuerst die Bodenfeuchte. Bei trockener Erde langsam und durchdringend gießen; bei nasser Erde nicht weiter wässern.
- Die Farben bleiben blass: Mehr Sonne kann helfen. Im Schatten entwickeln viele Sorten schwächere Blatt- und Blütenfarben.
Amarant im Beet kombinieren
Seine ungewöhnlichen Blütenstände wirken besonders schön neben Pflanzen mit klaren Formen. Kombiniere rote oder purpurfarbene Sorten mit Ziergräsern, hellen Dahlien, weißen Schmuckkörbchen oder silbrigen Blättern. Grünblühende Formen passen gut zu gelben Sonnenhüten, Ringelblumen und natürlichen Staudenpflanzungen.
Im Kübel kannst du Amarant mit niedrigeren Sommerblumen unterpflanzen. Achte auf ein ausreichend großes Gefäß, denn hohe Sorten kippen in kleinen Töpfen leichter. Eine Drainageschicht und ein Abzugsloch sind wichtiger als ein besonders nährstoffreiches Substrat.
Fazit: Ein Sommerstar mit wenig Aufwand
Amarant gelingt dir am zuverlässigsten, wenn du drei Dinge beachtest: säe erst in warme Erde, gib der Pflanze viel Sonne und halte sie während der Jugendphase gleichmäßig feucht. Danach entwickelt sie sich meist zügig und braucht überraschend wenig Aufmerksamkeit.
Beginne ruhig mit zwei oder drei unterschiedlichen Sorten. So findest du heraus, ob in deinem Garten eher hängende Quasten, aufrechte Blütenkerzen oder farbintensive Dunkellaub-Formen überzeugen. Mit dem richtigen Platz wird Amarant vom kleinen Samen zum spektakulären Mittelpunkt des sommerlichen Beets.








