Echinocereus 'Coccineus' – PflanzenfotoQuelle: Wikimedia CommonsAlan RockefellerCC BY 4.0

Echinocereus ‘Coccineus’

Echinocereus 'Coccineus'
Sonniger Steingarten, trockenes Hochbeet, Alpinenbeet, Frühbeet, Kalthaus oder Topf mit ausgezeichnetem Wasserabzug Ja, sofern Drainage, Sonne und Wintertrockenheit gewährleistet sind.

Echinocereus ‘Coccineus’ Kurzvorstellung

Echinocereus 'Coccineus' bildet mit der Zeit dichte Gruppen aus zylindrischen, blaugrünen Trieben und überrascht im späten Frühjahr mit großen scharlachroten bis orange-roten Blüten. In Deutschland gilt er bei guter Drainage als winterhart, reagiert aber empfindlich auf winterliche Nässe. Ein vollsonniger Platz, mineralisches Substrat, zurückhaltendes Gießen und ein kühler, trockener Winter sind entscheidend für gesundes Wachstum und zuverlässige Blüte.

Systematik

Taxonomische Einordnung

PflanzenfamilieCactaceae
GattungEchinocereus
PflanzengruppeSpinicalycium
PflanzentypGruppenbildender, winterharter bis bedingt winterharter mehrjähriger Kaktus
HerkunftArtenverbreitung: Colorado, New Mexico, Texas und Nordost-Mexiko; die genaue Herkunft der bezeichneten Auswahl ist nicht dokumentiert.
Akzeptierter wissenschaftlicher NameEchinocereus 'Coccineus'
Schnellüberblick

Echinocereus ‘Coccineus’ – Pflege

Wichtigste Ansprüche
LichtbedarfVolle Sonne
WasserbedarfGeringer Wasserbedarf
WinterhärteWinterhart bei trockener Kultur; in Deutschland meist mit Regenschutz
BodenMineralisches Kakteensubstrat aus Sand, Splitt, Bims und grobem Gestein; sehr schnell drainierend
GrößeEtwa 20–40 cm je Trieb; ausgewachsene Horste können breiter als hoch werden × Etwa 45–90 cm für einen ausgewachsenen Horst, mit zunehmendem Alter auch breiter
BlüteSpätes Frühjahr bis früher Sommer
LuftfeuchtigkeitNiedrige Luftfeuchte und gute Luftbewegung sind ideal. Normale Raumluft wird vertragen, stehende feuchte Luft sollte vermieden werden.
Boden-pHNeutral bis schwach alkalisch
NährstoffbedarfWährend des aktiven Wachstums sparsam mit Kakteendünger düngen.
MindesttemperaturEtwa -15 bis -20 °C bei etablierten, vollständig trockenen Pflanzen; für diese Auswahl unsicher
USDA-ZoneIn Deutschland je nach Standort ungefähr winterhart bis etwa -15 bis -20 °C, bei ausgewählten Herkünften und dauerhaft trockenem Stand eventuell kälter. Die lokale Winterfeuchte ist wichtiger als eine reine Klimazonenangabe.
WachstumsgeschwindigkeitLangsam

Licht und Standort

Mindestens sechs Stunden direkte Sonne sind ideal. Im deutschen Freiland eignet sich ein nach Süden oder Südwesten ausgerichteter, regengeschützter Platz. Nach der Überwinterung oder Haltung im Innenraum langsam an die intensive Sonne gewöhnen, um Sonnenbrand zu vermeiden.

Gießen und Luftfeuchtigkeit

Während des Wachstums durchdringend gießen, bis Wasser aus dem Abzugsloch läuft, und erst wieder gießen, wenn das Substrat vollständig trocken ist. Je nach Topf, Wärme und Niederschlag kann das im Sommer etwa alle zwei bis drei Wochen nötig sein. Ab Herbst stark reduzieren und im kalten Winter nahezu trocken halten.

Boden und Substrat

Verwenden Sie ein sehr durchlässiges, mineralisches Kakteensubstrat mit Bims, grobem Sand, Splitt oder feinem Kies. Der Topf oder Pflanzplatz muss überschüssiges Wasser rasch ableiten. Neutraler bis schwach alkalischer Boden ist geeignet; torfreiche, lange feucht bleibende Mischungen sind ungeeignet.

Düngung

Im Frühjahr und Sommer nach gründlichem Wässern höchstens ein- bis zweimal mit etwa einem Viertel der angegebenen Konzentration düngen. Ein ausgewogener oder stickstoffarmer Kakteendünger ist geeignet. Keine Düngung bei trockenem, krankem, frisch umgetopftem oder überwinterndem Pflanzen.

Wachstum und Wuchsform

Die Pflanze bildet meist basale Kindel und entwickelt langsam einen breiten Horst. Junge Exemplare können zunächst einzeln wachsen. Ein stabiler, gut drainierter Standort ist wichtig, da die flachen Wurzeln durch häufiges Umpflanzen leicht beschädigt werden.

Pflanzung

Pflanzen und Umtopfen

PflanzzeitFrühjahr, sobald der Boden abgetrocknet und erwärmt ist
PflanztiefeAuf ursprünglicher Pflanztiefe; der Wurzelhals bleibt über dem umliegenden Substrat.
PflanzabstandEtwa 45–75 cm zwischen jungen Pflanzen; ältere Gruppen benötigen gegebenenfalls mehr Platz.

Im Freiland nach dem Abtrocknen der Frühjahrsnässe und nach Erwärmung des Bodens pflanzen. Den Wurzelhals auf derselben Höhe wie zuvor belassen und nicht mit Erde anhäufeln. In niederschlagsreichen Regionen ist ein überdachter Steingarten, ein Hochbeet oder ein Regenschutz sinnvoll.

Umtopfen

Im Frühjahr nur in trockenem Substrat umtopfen. Einen Topf wählen, der nur wenig größer als der Wurzelballen ist. Wegen der Dornen mit dicken Handschuhen, gefaltetem Karton oder geeigneten Greifhilfen arbeiten.

Praktische Pflege

Vermehrung und Schnitt

Vermehrung

Aussaat ist die am besten dokumentierte Methode und erhält die genetische Vielfalt. Etablierte Horste können im warmen Wachstum geteilt oder durch bewurzelte Kindel vermehrt werden. Trennstellen vollständig verkorken lassen und zunächst in trockenes, mineralisches Substrat setzen.

Schnitt

Kein regelmäßiger Schnitt erforderlich. Abgestorbene, eingefallene oder kranke Triebe bei trockenem Wetter mit sterilisierten Werkzeugen entfernen. Schnittflächen trocken halten und vor Regen oder Bewässerung vollständig verkorken lassen.

Saisonale Pflege

Überwinterung

Freilandpflanzen vor Dauerregen, Schneeschmelze und nassem Boden schützen. Topfpflanzen frieren schneller durch und sollten vor wiederholtem Durchfrieren unter ein unbeheiztes Dach, in ein helles Frühbeet oder in einen hellen, kühlen Raum gestellt werden. Keine warme, dunkle Überwinterung.

Praktische Verwendung

Verwendung

Geeignet als Solitär oder Horstpflanze in trockenen Steingärten, mineralischen Hochbeeten, Alpinenbeeten und Gefäßen. Wegen der Dornen nicht direkt an Wegen, Sitzplätzen oder Spielflächen aufstellen. Nicht als Küchen- oder Heilpflanze verwenden.

Bestimmung und Wuchsform

Erscheinungsbild

Die zylindrischen bis leicht eiförmigen Triebe sind grün bis blaugrün und durch Rippen mit Areolen gegliedert. Aus der Basis entstehen häufig zahlreiche Seitentriebe, die einen dichten, igelartigen Horst bilden. Dornenzahl und -dichte können je nach Herkunft variieren.

Ökologische Beziehungen

Bestäubung und Besucher

Auf Artniveau sind Besuche kleiner Bienen und eine Beteiligung an der Bestäubung dokumentiert. Für diese konkrete Auswahl ist das nicht separat bestätigt. Je nach genetischer Form kann für Samenansatz eine kompatible zweite Pflanze erforderlich sein.

Pflanzenschutz

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten

Die größte Gefahr ist Wurzel- oder Stammfäule durch Staunässe, kaltes nasses Substrat oder zu frühes Gießen im Winter. Befallene weiche Stellen nur bei lokalisierter Erkrankung bis ins gesunde Gewebe zurückschneiden, Schnittflächen abtrocknen lassen und in frisches mineralisches Substrat setzen.

Schädlinge

Wollläuse, Schildläuse und Spinnmilben können besonders unter Glas oder im Innenraum auftreten. Areolen und Triebansatz regelmäßig kontrollieren, befallene Pflanzen isolieren und nur zugelassene Mittel nach Etikett anwenden.

Sicherheit und Allergene

Giftigkeit und Pollen

GiftigkeitUnbekannte systemische Giftigkeit; Dornen sind die Hauptgefahr.

Eine spezifische systemische Giftigkeit dieser Auswahl ist nicht zuverlässig dokumentiert. Die wichtigsten Risiken sind Verletzungen durch Dornen sowie mögliche Reizungen oder Magen-Darm-Beschwerden nach dem Verzehr. Nicht als essbare oder Heilpflanze verwenden.

Pollen und AllergieGeringe Bedeutung für die Luftbelastung
Typischer Zeitraum
Spätes Frühjahr bis Frühsommer
Bestäubung / Pollen
Insektenpräsentierter Pollen

Die Blüten bilden Pollen, der überwiegend innerhalb von insektenbesuchten Blüten präsentiert wird. Eine besondere Bedeutung als Quelle luftgetragener Allergene ist für diese Auswahl nicht belegt; empfindliche Personen sollten direkten Kontakt mit Blüten und Pollen vermeiden.

Hunde Keine spezifische systemische Giftigkeit belegt; Dornen stellen eine Verletzungsgefahr dar.
Katzen Keine spezifische systemische Giftigkeit belegt; Dornen stellen eine Verletzungsgefahr dar.
Kinder Keine spezifische systemische Giftigkeit belegt; Dornen und Verschlucken von Pflanzenteilen sind Risiken.
Betroffene Pflanzenteile Alle Pflanzenteile sind bedornt; das Risiko beim Verschlucken ist unzureichend untersucht.
Natürliche Umgebung

Natürlicher Lebensraum

Die Art kommt von Colorado und New Mexico über Texas bis in den Nordosten Mexikos vor. Typische Lebensräume sind sonnige, trockene Hochland- und Übergangsstandorte mit felsigen Hängen, lichten Gehölzrändern und grasartigen Flächen. In Deutschland sollte dieser Lebensraum durch volle Sonne, mineralischen Boden und Schutz vor Winternässe nachgeahmt werden.

Gut zu wissen

Wissenswertes

Der Artname coccineus bedeutet scharlachrot.
Blüten entstehen direkt aus Areolen an den Trieben.
Alte Horste können sehr viele Einzeltriebe bilden.
Die Art wurde früher teilweise Echinocereus triglochidiatus zugeordnet.
Einige Populationen zeigen deutliche Blütenfarbvariationen.
Kleine Wildbienen besuchen die Blüten.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

20 Fragen

Die wichtigsten Fragen zu dieser Pflanze mit kurzen, direkten Antworten.

🌱Schnellpflege

Wie pflegt man Echinocereus 'Coccineus' in Deutschland?

Kultivieren Sie ihn vollsonnig in sehr durchlässigem, mineralischem Substrat. Im Sommer vorsichtig gießen, im Winter kühl und nahezu trocken halten.

Wie oft muss Echinocereus 'Coccineus' gegossen werden?

Gießen Sie erst, wenn das Substrat vollständig trocken ist, im Sommer häufig etwa alle zwei bis drei Wochen. Im Winter bleibt die Pflanze normalerweise trocken.

🌤️Umgebung und Standort

Ist Echinocereus 'Coccineus' in Deutschland winterhart?

Bei trockener Kultur ist er für viele deutsche Standorte winterhart. Dauerhafte Winternässe ist gefährlicher als kurzer Frost, daher sind Regenschutz und sehr gute Drainage entscheidend.

Kann Echinocereus 'Coccineus' im Freien ausgepflanzt werden?

Ja, in einem sonnigen Steingarten oder Hochbeet mit mineralischem Boden und schnellem Wasserabzug. In niederschlagsreichen Regionen sollte der Standort überdacht oder durch einen Regenschatten geschützt sein.

Kann der Kaktus in der Wohnung wachsen?

Ja, aber nur an einem sehr hellen Südfenster oder unter einer starken Pflanzenleuchte. Zu wenig Licht führt zu dünnen, verlängerten Trieben und verhindert häufig die Blüte.

💧Pflege und Probleme

Warum wird Echinocereus 'Coccineus' weich?

Weiche Triebe deuten meist auf Überwässerung, Wurzelfäule oder Kälteschäden durch Nässe hin. Entfernen Sie faules Gewebe, lassen Sie die Schnittflächen trocknen und setzen Sie die Pflanze in trockenes, mineralisches Substrat.

Warum wächst mein Echinocereus 'Coccineus' in die Länge?

Das ist meist eine Reaktion auf zu wenig Licht. Gewöhnen Sie die Pflanze schrittweise an volle Sonne oder verwenden Sie eine starke Pflanzenleuchte.

Soll Echinocereus 'Coccineus' gedüngt werden?

Düngen Sie während des Wachstums sparsam mit verdünntem, stickstoffarmem Kakteendünger. Im Winter, bei schwachem Licht oder trockenem Substrat wird nicht gedüngt.

Welche Schädlinge können auftreten?

Möglich sind Wollläuse, Schildläuse und Spinnmilben, besonders im Innenraum oder unter Glas. Kontrollieren Sie Areolen und Triebansatz regelmäßig und behandeln Sie nur mit einem für die Pflanze zugelassenen Mittel nach Etikett.

🪴Pflanzen und Umtopfen

Welches Substrat ist für Echinocereus 'Coccineus' geeignet?

Ideal ist ein mineralreiches Kakteensubstrat mit Bims, Splitt, grobem Sand und feinem Kies. Schwere, torfreiche Erde und Staunässe sollten vermieden werden.

Wann sollte Echinocereus 'Coccineus' umgetopft werden?

Topfen Sie ihn im Frühjahr oder zu Beginn des warmen Wachstums um, möglichst bei trockenem Substrat. Ein gesunder Kaktus muss meist nur alle paar Jahre umgetopft werden.

Wie wird der Kaktus sicher umgetopft?

Arbeiten Sie mit dicken Handschuhen, gefaltetem Karton oder einer speziellen Greifhilfe und halten Sie die ursprüngliche Pflanztiefe ein. Nach dem Umtopfen etwa eine Woche trocken lassen, bevor vorsichtig gegossen wird.

Kann Echinocereus 'Coccineus' in Lehmboden wachsen?

Nicht direkt in schwerem Lehmboden, da dort Wurzelfäule droht. Verwenden Sie stattdessen ein erhöhtes, stark mineralisches Beet oder einen Topf mit sehr guter Drainage.

✂️Vermehrung und Schnitt

Wie vermehrt man Echinocereus 'Coccineus' durch Kindel?

Trennen Sie ein möglichst bewurzeltes Kindel im warmen Wachstum vorsichtig ab. Die Wunde vollständig abtrocknen lassen und das Kindel anschließend in trockenes, grobkörniges Kakteensubstrat setzen.

Kann Echinocereus 'Coccineus' aus Samen gezogen werden?

Ja, eine Aussaat ist möglich und erhält die genetische Vielfalt. Verwenden Sie steriles, gut drainierendes Substrat, Wärme und helle, gefilterte Beleuchtung; die Feuchtigkeit später schrittweise reduzieren.

⚠️Giftigkeit und Sicherheit

Ist Echinocereus 'Coccineus' für Katzen und Hunde giftig?

Eine spezifische systemische Giftigkeit ist nicht zuverlässig belegt; deshalb sollte die Pflanze nicht als sicher essbar gelten. Die Dornen sind die wichtigste Gefahr, und Haustiere sollten keinen Zugang haben.

Sind die Dornen gefährlich?

Ja, sie können die Haut durchstechen und sich schwer entfernen lassen. Tragen Sie beim Umtopfen oder Teilen dicke Handschuhe und stellen Sie die Pflanze nicht an stark frequentierten Wegen auf.

🌸Blüte und Besonderheiten

Wann blüht Echinocereus 'Coccineus'?

Die Blüte erscheint meist im späten Frühjahr bis frühen Sommer, in Deutschland häufig im Mai oder Juni. Zeitpunkt und Blühstärke hängen von Licht, Alter, Temperatur und Winterruhe ab.

Welche Farbe haben die Blüten?

Die Blüten sind meist leuchtend orange-rot bis scharlachrot und trichterförmig. Die genaue Farbwirkung kann je nach Herkunft oder Auswahl variieren.

Warum blüht mein Echinocereus 'Coccineus' nicht?

Häufig fehlen direkte Sonne oder eine kühle, trockene Winterruhe. Sorgen Sie im Sommer für viel Licht, stellen Sie die Düngung im Herbst ein und überwintern Sie die Pflanze kühl sowie nahezu trocken.

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Nachvollziehbarkeit

Quellen und Datenzuverlässigkeit

78 % insgesamt; Daten zur exakt bezeichneten Auswahl sind begrenzt, mehrere Angaben beruhen auf vorsichtigen Artwerten.